Der Esel
Mit dem Esel mag Jesus schon seine Bekanntschaft gemacht haben. Soll er ihm doch bei der Geburt im Stall bereits ganz nahe gewesen sein.
mehrDer Esel
Mit dem Esel mag Jesus schon seine Bekanntschaft gemacht haben. Soll er ihm doch bei der Geburt im Stall bereits ganz nahe gewesen sein.
mehrfür den 18.05.2012
Wer ist nun willig, heute eine Gabe für den HERRN zu spenden?
1.Chronik 29,5
mehr
Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.
mehr
Der Bonner Norbert Blüm mit vollem Herzen auf der Kanzel der Kreuzkirche (Foto: Barbara Frommann)
Das Bibelwort aus dem Schöpfungsbericht „Machet euch die Erde untertan“ war sein selbstgewähltes Thema. Und Blüm übertrug es mit klaren Worten und viel Überzeugungskraft, mal deutlich und lautstark und dann wieder geradezu besinnlich leise auf die globale Wirtschaft. Denn Blüm empfindet die Wirtschaftskrise in der westlichen Welt zur Zeit vor allem als eine tiefe Kulturkrise. "Unsere Gesellschaft konditioniert Menschen geradezu zu Schnäppchenjägern", klagte er. Das Leben werde zu einem einzigen Vorteilsspiel in eigener Sache.
Mit Vehemenz warb der langjährige Bundesarbeitsminister und CDU-Politiker für sein Gegenprogramm zu dieser "auf Dauer zerstörerischen, unsozialen und inhumanen Lebenshaltung". Es lautet: Die Menschen sollen als Gottes Ebenbild den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen, wahr- und ernstnehmen. Das bedeutet für Blüm konkret eine neue Wertschätzung von Arbeit. Der Mensch sei nach christlichem Verständnis eben nicht ein austauschbarer Lohnempfänger, sondern „Co-Produzent Gottes“. „Wir haben den Auftrag Gottes, unseres ersten Arbeitsgebers, die Erde zu hegen und zu pflegen und nicht heiße Luft mit ungedeckten Finanztransaktionen zu produzieren.“ Die globale Geldwirtschaft habe zu 99,6 Prozent mit realen Gütern nichts mehr zu tun hat. Das sei „Hochstablerwirtschaft“, der man auch mit immer neuen Rettungsschirmen nicht wirklich helfen könne, so Blüm.
Eine neoliberale Welt mit ihrem „Credo von Flexibilität und Mobilität“ kritisierte Blüm als „Welt ohne Nachbarschaft, ohne Heimat und ohne dauerhaft feste Beziehungen“. Politik müsse den Rahmen schaffen, dass die Arbeitsplätze zu den Menschen kommen und nicht die Menschen immer wieder ihrer Arbeit hinterherreisen müssten. Die Menschenwürde verbunden mit dem Recht auf Arbeit sei „eine der besten Ideen des christlichen Abendlandes“ und „keine sentimentale Sonntagsrede, sondern Programm gegen die Inhumanität einer Geldwirtschaft, die die Menschen am Ende nur noch ins Asyl schickt.“
Selten habe es so viel Applaus im Anschluss an eine Kanzelrede gegeben, würdigte Pfarrer Axel von Dobbeler, Leiter des Evangelischen Forums Bonn, im Anschluss in der sehr gut besuchten evangelischen Stadtkirche. Den gab es übrigens auch für die Musik vor und nach der Rede Blüms. Auf höchst anspruchsvolle wie ansprechende Art führten Brigitta Kragh (Oboe) und Kreuzkirchenorganist Stefan Horz (Orgel) die globale Welt musikalisch zusammen mit Werken von Johann Sebastian Bach und Astor Piazolla, Klassik und Tango. Ein würdiger Rahmen für eine denkwürdige Kanzelrede.
"Kanzelreden", sonntags 18.00 Uhr, ist eine gemeinsame Reihe des Evangelischen Forum Bonn und der Kreuzkirchengemeinde. Die nächsten Gäste sind am 11. März 2012 der langjährige Botschafter Israels in Deutschland Avi Primor sowie am 20. Mai 2012 der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Kurt Beck (SPD).
epd / ger / 22.01.2012