Willkommen!

Welkom - Welcome - Bienvenue!

Flaggen

> weitere Informationen

Wort zum Sonntag

Auf ein Wort

Haben Sie Urlaubspost bekommen? Eine Postkarte von den Kindern aus Mallorca, eine Karte vom Freund, der sich an der Ostsee erholt oder von der Tante, die in den Alpen wandert? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich.

> weitere Informationen

Spenden

Newsletter

Sie sind neugierig auf alles, was rund um die evangelische Kirche in Bonn passiert? Abonnieren Sie unseren Newsletter!

> weitere Informationen

Gottesdienste

Kerze

Hier finden Sie die Termine der Gottesdienste für die nächsten sieben Tage.

> weitere Informationen

Terminkalender

Veranstaltungen und Termine in der Region Bonn und im Kirchenkreis Bonn.

> weitere Informationen

PROtestant

Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

> weitere Informationen

Service
Evangelische Kirche in Bonn und der Region

Kreissynode Bonn zur Flüchtlinspolitik: „Nicht nur das Nötigste, sondern das Notwendige tun"

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bonn hat sich am Freitag und Samstag auf ihrer Tagung im Haus der Evangelischen Kirche intensiv mit der Situation von Menschen auf der Flucht beschäftigt.

In Arbeitsgruppen ging es um die Situation von Flüchtlingskindern in der Schule, Möglichkeiten des Kirchenasyls, um den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Erfahrungen, die Gemeinen gesammelt haben, die sich schon in der Flüchtlingshilfe engagieren wie in der Endenich, Duisdorf oder im Bonner Norden.

"Stadt und Kreis sollen mehr Menschen aufnehmen"

Das Kirchenparlament der 81 gewählten Vertreterinnen und Vertreter aus den 11 Kirchengemeinden aus den Kommunen in Bonn, Alfter und Bornheim verabschiedeten zum Abschluss einer zum Teil sehr persönlichen Diskussion mit großer Mehrheit eine Erklärung: Darin werden Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis aufgefordert ihrer „wirtschaftlichen Kraft entsprechend noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen“. Mindeststandards in den Flüchtlingsunterkünften müssen garantiert sein und Überbelegungen sind zu vermeiden, heißt es in der Erklärung. Zudem werden Land und Bund aufgefordert, für eine gerechte Kostenverteilung zu sorgen.

Der Kirchenkreis Bonn umfasst auch die evangelischen Kirchengemeinden in den Kommunen Alfter und Bornheim (Foto: J. Gerhardt) LupeDer Kirchenkreis Bonn umfasst auch die evangelischen Kirchengemeinden in den Kommunen Alfter und Bornheim (Foto: J. Gerhardt)

Kirchengemeinden wollen nach Möglichkeit auch eigene Räume zur Verfügung stellen

An die eigene Adresse gerichtet bekräftigte die Kreissynode die Bereitschaft der evangelischen Kirchengemeinden, sich mit „juristischen, medizinischen, interkulturellen, sprachlichen oder pädagogischen Kompetenzen" auch ihrer vielen Ehrenamtlichen bei der Betreuung vor Ort einzubringen, „die Frage der Unterbringungsmöglichkeiten zum Thema in ihren Gremien zu machen und zu versuchen, eigene Räumlichkeiten und Wohnungen bei Mieterwechsel zur Verfügung zu stellen“ und sich „für ein friedliches Zusammenleben von Bewohnerinnen und Bewohnern von Flüchtlingsheimen und ihren Nachbarn einzusetzen“.

Ausdrücklich unterstützt die Bonner Synode die „Bornheimer Erklärung“: Auch in Bonn sollte der Evangelische Kirchenkreis und seine Gemeinden ein Bündnis mit der Stadt, den Wohlfahrtsverbänden, Migrantenorganisationen, Unternehmern und Gewerkschaften an der Seite der Flüchtlinge anstreben. Dieses Bündnis soll besonders „rechtsextremen Initiativen entgegentreten, die die Not und Ängste anderer Menschen für ihre Ziele ausnutzen wollen“, erklärte Pfarrer Michael Schäfer von der Lukaskirchengemeinde, der die Kundgebung in die Kreissynode miteingebracht hatte

Auch das ist Synode: Gebet und Gesang bei der Tagung des Kirchenparlaments. Im Vordergrund die Einladung zur Eröffnung des neuen Kirchenpavillons am 1. Dezember (Foto: J. Gerhardt) LupeAuch das ist Synode: Gebet und Gesang bei der Tagung des Kirchenparlaments. Im Vordergrund die Einladung zur Eröffnung des neuen Kirchenpavillons am 1. Dezember (Foto: J. Gerhardt)

Konkret bittet die Synode die Verantwortlichen in Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis sich besonders für Flüchtlingskinder mit Schulsozialarbeit einzusetzen und die in Bonn als sehr hilfreich empfundene „Stabsstelle Integration“ um eine weitere Stelle zu stärken. (Vollständige Erklärung unten auf der Seite im Wortlaut)

Pfarrer Gerhard Greiner: "Willkommenskultur und -struktur" notwendig"

Flüchtlingspfarrer Gerhard Greiner hatte zum Auftakt der Beratungen eine neue „Willkommenskultur und -struktur“ gefordert. Mit Betonung auf Struktur, denn der gute Wille alleine reiche nicht aus. „Verlässliche und klare Strukturen sind entscheidend, dass die Aufnahme von so vielen Menschen gelingt“, betonte der Flüchtlingsexperte in der rheinischen Landeskirche.

Die Stadt Bonn erwartet nach Aussagen ihrer Integrationsbeauftragte Coletta Manemann bis zum Jahresende 1000 Flüchtlinge. Derzeit seien es 892 Menschen, die sich nach Bonner Modell in Sammel-, Not- und Einzelunterkünften über das ganze Stadtgebiet verteilten. Die Arbeit der evangelischen wie katholischen Kirchengemeinden nannte sie „beispielhaft“ und „unverzichtbar“. Die Kirchen trügen wesentlich für die „große öffentliche Bereitschaft in unserer Stad bei, Flüchtlingen zu helfen“. Im Januar plane die Stadt eine Konferenz aller in diesem Bereich Tätigen, um die Vernetzung zu stärken. Mit Verve war Manemann dafür, „nicht nur das Nötigste zu tun, sondern das Notwendige“.

In der evangelischen Kirche fallen ihre Worte auf fruchtbaren Boden. Superintendent Eckart Wüster: „Die Aufnahme von Flüchtlingen ist uns ein biblisches Gebot.“ Die evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit (EMFA) in Bonn soll eine Art „Wunschkatalog “, so Pfarrer Gerhard Schäfer von der Kreuzkirche, entwerfen, was aktuell besonders benötigt wird oder wo Menschen mit Geld- und Sachspenden sehr konkret und schnell helfen können wie mit Winterkleidung, Kinderspielzeug oder 80 Euro für einen Sprachkurs. EMFA-Leiter Hidir Celik und Almut Schubert bekräftigen ihre Angebote von Soforthilfe und Beratung für die Gemeinden. Pfarrer Tobias Kriener aus Hersel: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Menschen lange, manche sogar dauerhaft bei uns bleiben.“

Gottesdienst, Jahresbericht und Haushalt

Die Kreissynode hatte am Freitagabend mit einem nachdenklichen wie stimmungsvollen Gottesdienst in der Schlosskirche begonnen. Pfarrer Uwe Grieser erinnerte daran, dass die Bibel ein „großes Geschichten- und Erfahrungsbuch von Migration“ ist und auch die evangelischen Gemeinden im Rheinland wesentlich durch Menschen infolge von Vertreibung und Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg gewachsen und geprägt seien. Superintendent Eckart Wüster hatte in seinem mit Spannung erwarteten Jahresbericht deutlich gemacht, dass Kirche mit „unserem Einsatz für Schwache und Fremde immer auch eine politische Kirche ist“. (Der Jahresbericht zum Nachlesen: Siehe unten auf dieser Seite)

Am Samstag beschloss die Synode den von Susanne Eichhorn vorgestellten Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 3,4 Millionen Euro. Er wird auch 2015 ausgeglichen sein, auch wenn der Kirchenkreis mit dem Neubau des Kirchenpavillons vor der Kreuzkirche am Kaiserplatz das für lange Zeit wohl letzte größere Bauprojekt umsetzen konnte, 1,3 Millionen kostet das neue Begegnungszentrum für die Menschen in der Stadt mit Sozialberatung, Kirchencafé und Kircheneintrittsstelle. Der alte „Kipa" in der Budapester Straße war völlig marode geworden und damit ein Aus- und Umzug überfällig. Eröffnung ist am 1. Dezember, 17.30 Uhr mit einem öffentlichen Festakt in der Kreuzkirche.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ger / 15.11.2014



© 2017, Evangelische Kirche in Bonn und der Region
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.