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Evangelische Kreissynode Bonn

Gegen Populismus und für einen Dialog "auf Augenhöhe" mit den Muslimen

Mit einer klarer Absage an jede Form von Populismus und für einen Dialog "auf Augenhöhe" haben sich die Bonner Protestanten am Samstag auf ihrer Kreissynode mit dem Thema Verhältnisbestimmung zum Islam beschäftigt.

Überraschung: Superintendent Mathias Mölleken, Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel (links), schenkt seinem Bonner Kollegen Eckart Wüster die originale Festschrift zum 100. der Bonner Gemeinde von 1916 (Foto: Joachim Gerhardt) LupeÜberraschung: Superintendent Mathias Mölleken, Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel (links), schenkt seinem Bonner Kollegen Eckart Wüster die originale Festschrift zum 100. der Bonner Gemeinde von 1916 (Foto: Joachim Gerhardt)

Superintendent Eckart Wüster macht nachdrücklich deutlich: "Wir müssen in der derzeit so angespannten Diskussionslage gerade die stärken, die sich für ein konstruktives Miteinander der Menschen gleich welcher Religion einsetzen." Nach einer intensiven Diskussion verständigte sich das Kirchenparlament der 80 gewählten Vertreterinnen und Vertreter aus den zwölf Kirchengemeinde aus Bonn, Alfter und Bornheim einmütig auf eine Erklärung. In ihr heißt es: "Mit großer Besorgnis nehmen wir Tendenzen in unserer Gesellschaft wahr, die den Eindruck vermitteln, als sollten alle Muslime für die zu Recht zu verurteilenden Gewalttaten verantwortlich gemacht werden. Wir lehnen Pauschalurteile ab und bekräftigen die Unteilbarkeit der menschenrechtlich begründeten Freiheitsrechte, zu denen auch die Religionsfreiheit gehört." Der Synode ist aber auch wichtig, dass sich "die Ausübung jeder Religion an gesetzlich bestimmte Grundsätze und Regeln des Zusammenlebens halten muss" und schließt mit der Erklärung, die Selbstverpflichtung und zugleich Appell ist: Die evangelische Kirche wird "den Dialog stärken, der bereits an einigen Orten in Bonn und der Region in guter Weise geschieht. Wir begrüßen die Einführung des islamischen Religionsunterrichts und befürworten seine Ausweitung. Wir halten einen Dialog mit Menschen muslimischen Glaubens ‚auf Augenhöhe‘ und auf einer deutlich breiteren Basis, als er bisher stattgefunden hat, für notwendig."

"Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen" die Arbeitshilfe der Landeskirche ist aktuell Grundlage der Diskussionen in den evangelischen Gemeinden und Kirchenkreisen Lupe"Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen" die Arbeitshilfe der Landeskirche ist aktuell Grundlage der Diskussionen in den evangelischen Gemeinden und Kirchenkreisen

Muslime als Gast auf der Synode

Zuvor hatten Pfarrerin und Synodalbeauftragte für Islamfragen Dr. Beate Sträter und Kaan Mustafa Orhon vom Rat Muslimischer Studierender und Akademiker in die Arbeitshilfe der Landeskirche "Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen" eingeführt. Sie soll in allen rheinischen Kirchenkreisen diskutiert werden. Der Muslim Orhon lobte das programmatische Papier der Evangelischen Kirche im Rheinland als "sehr wertvoll" und richtigen Schritt "auf dem Weg zu einem Dialog auf Augenhöhe". Er warnte im interreligiösen Gespräch vor einem "Kuhhandel" nach dem Motto, für eine Kirche in der Türkei gibt es hier eine Moschee. Höchst eindrucksvoll und ansprechend warb er stattdessen für "ein universelles Eintreten aller Religionen für Menschenrechts- und Minderheitenschutz". Kaan Mustafa Orhon, der als Sozialarbeiter mit radikalisierten muslimischen Jugendlichen arbeitet, räumte aber auch ein, dass es in muslimischen Milieus auch in Bonn kleine Gruppen gibt, mit denen jeder Dialog zur Zeit vergeblich sei. Ziel müsse es sein, allen Menschen eine Perspektive in der demokratischen Gesellschaft aufzuzeigen - "so wie mir: Ich verstehe mich nicht als Passdeutscher, sondern als Identitäts- und Abstammungsdeutscher".

Beratungen vor dem Hintergrund eines großen Festes: am 5. Juni vor 200 Jahren wurde die evangelische Gemeinde Bonn gegründet (Foto: J. Gerhardt) LupeBeratungen vor dem Hintergrund eines großen Festes: am 5. Juni vor 200 Jahren wurde die evangelische Gemeinde Bonn gegründet (Foto: J. Gerhardt)

In sechs Arbeitsgruppen zum Beispiel zum Religionsunterricht, zur Seelsorge, zu Taufe von ehemaligen Muslimen und neuen Ansätzen in der Kinder-. Jugend- und Sozialarbeit diskutierten die Synodalen sehr nachdenklich tiefgehende Fragen auch ans eigene Selbstverständnis: "Wir dürfen in unseren Einrichtungen nicht den christlichen Glauben verstecken", betonte Pfarrer Michael Schäfer von der Lukaskirche, die im Bonner Norden schon lange den Dialog mit Muslimen sucht. "Andererseits müssen wir aber auch echtes Interesse an der anderen Religion zeigen, dann erst wird die Begegnung interessant und nachhaltig." Pfarrer Uwe Grieser berichtet, wie selbstverständlich muslimische Flüchtlingen aus dem Paulusheim inzwischen Gäste beim ökumenischen Gemeindefest in Endenich seien. "Wer sich kennt, spricht anders übereinander, denkt und handelt anders".

Laut Wolfgang Albers, langjährige Polizeipräsident und berufener Synodale, ist es bemerkenswert, dass gerade in Regionen, in denen das Christentum wenig verwurzelt ist wie in Teilen Ostdeutschlands, die Angst vor dem Islam und dem vermeintlichen Untergang des christlichen Abendlandes auf besonders fruchtbaren Boden falle. Konsequenz: "Wer in seinem eigenen Glaube zu Hause ist, hat weniger Furcht vor dem Fremden und anderen", bekräftige der langjährige Berufsschulpfarrer Siegfried Virgils. Somit sei die Diskussion über den Islam immer auch eine Frage: "An was glaube ich eigentlich?" Da konnte auch die Synode nur ein kleiner, aber wichtiger Schritt sein auf dem Weg "einer Diskussion, die uns noch lange herausfordern wird", so Superintendent Wüster.

Geschenk aus Meckenheim zum 200. Geburtstag 

Zum Auftakt der Synode gab es ein überraschendes Geschenk: Superintendent Mathias Mölleken vom eng verbundenen Nachbarkirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel überreichte eine Festschrift vom 100-jährigen Bestehen der Evangelische Gemeinde Bonn von 1916. Ein Nachbar seines Pfarrhauses in Meckenheim hatte das originale Fundstück in seinem Bücherschrank entdeckt und ihm überlassen "Vielleicht können sie etwas damit anfangen." Das werte Büchlein, 30 etwas zerfledderte Seiten, soll laut Wüster aufbereitet werden und dahin kommen, wo es hingehört: in das "ewige Archiv" der Evangelischen Kirche in Bonn. Sie lädt Stadt und Region am Sonntag, 5. Juni 2016 (11 Uhr), ein, mit einem großen Festgottesdienst aller Gemeinden auf dem Marktplatz ihr 200-jähriges Bestehen zu feiern.

Wahl der Landessynodalen

Gewählt wurde auch: Vertreterinnen und Vertreter des Bonner Kirchenkreises auf der Landessynode sind neben Superintendent Eckart Wüster und seinem Stellvertreter, Synodalassessor Pfarrer Wolfgang Harnisch, nun weiterhin Pfarrerin Dr. Wibke Janssen, Dorothea Geffert (Kirchengemeinde Vorgebirge) sowie Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher (Kreuzkirchengemeinde Bonn). Stellvertreter sind Pfarrer Udo Schwenk-Bressler (Auferstehungskirchengemeinde Venusberg/Ippendorf), Barbara Kliesch (Hardtberg), Lisa Inhoffen (Trinitatiskirchengemeinde Endenich), Dr. Reinhard Saamer (Hersel) und Dr. Dirk Göpffarth (Kreuzkirchengemeinde).

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Joachim Gerhardt / 21.5.2016



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