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Service

Evangelische Beratungsstelle sucht Paten für die Flüchtlingshilfe in Bonn und der Region

Eine Perspektive geben und Hilfe für einen Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Tod

Die Evangelische Beratungsstelle in Bonn sucht Paten für Flüchtlinge. Überlegen Sie einmal, ob dieser sehr konkrete und wirkungsvolle ehrenamtliche Dienst auch etwas für Sie sein könnte?

Jawid Bayat erzählt über sein Leben in der Heimat, die Flucht nach Deutschland und seine Zukunftsträume. (Foto: Safiullah Khaliqi) LupeJawid Bayat erzählt über sein Leben in der Heimat, die Flucht nach Deutschland und seine Zukunftsträume. (Foto: Safiullah Khaliqi)

Ein Gespräch, dass Safiullah Khaliqi mit dem afghanischen Flüchtling Jawid Bayat geführt hat, zeigt für den Diplom-Psychologen Thomas Dobbek, Leiter der Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend-,Ehe-und Lebensfragen in Bonn, um welche Menschen es geht.

Jawid Bayat ist 20 Jahre alt und kommt aus Ghazni, Afghanistan. Er in Afghanistan zur Schule gegangen und hat nebenbei als Friseur gearbeitet. Seit einem Jahr wohnt er in Deutschland, in einer Flüchtlingsunterkunft in Bonn-Beuel. Zurzeit geht er in die Abendrealschule und besucht die Internationale Förderklasse, um die deutsche Sprache zu lernen.  

„Den Tod vor Augen – in meinem Land und auf der Flucht auch“

Warum haben Sie Ihr Heimatland verlassen?

Jawid Bayat: Taliban wollte meine Schule zerstören und ich habe die Gespräche mitbekommen. Ich habe es meinem Schulleiter gesagt und die Soldaten hatten die Schule gesichert. Die Taliban haben des mitbekommen und wollten mich umbringen, deswegen habe ich mein Heimatland verlassen. Meine Eltern sind bei einem Selbstmordanschlag in Ghazni, Afghanistan gestorben.

Über welche Länder sind Sie nach Deutschland gekommen?

Jawid Bayat: Ich wurde erst in Iran danach in die Türkei geschmuggelt. Ich war ungefähr zwei Monate unterwegs. Nachdem ich die Türkei erreicht habe, fing die Reise an gefährlich zu werden. Ich musste von dort mit anderen Menschen in einem winzigen, völlig überfüllten Boot das Mittelmeer überqueren. Die Schlepper haben uns einfach das Boot gegeben und uns einen Stern am Nachthimmel gezeigt. Wenn wir dem folgen würden, würden wir irgendwann Griechenland erreichen. Es war sehr schwierig für mich, aber ich schaffte es an die griechische Küste. Seit letztem August bin ich in Deutschland. Viele Menschen sind auf dem Weg nach Griechenland umgekommen, aber wir hatten Glück.

Welche Probleme traten auf dem Fluchtweg auf?

Jawid Bayat: In Griechenland müssen die Flüchtlinge 300 bis 500 Euro zusammenbekommen, um einen gefälschten Pass von den Schmugglerbanden zu kaufen. Man geht zum Flughafen und versucht durchzukommen. In neun von zehn Fällen wird man wieder rausgeschickt. Da das so oft vorkommt, müssen die Flüchtlinge keine Verfolgung durch die griechischen Behörden fürchten. Die Pässe werden aber eingezogen.

Wie viel hat Ihre Flucht insgesamt gekostet?

Jawid Bayat: Von Afghanistan bis nach Deutschland hat die Flucht 8.000 Euro gekostet. Die Bootfahrt von der Türkei nach Griechenland hat am meisten gekostet.

Warum sind Sie nach Deutschland geflüchtet?

Jawid Bayat: Die Schmuggler haben mir gesagt, dass Sie mich in jedes europäische Land bringen können. Ich habe mich für Deutschland entschieden, weil man in Deutschland viele Chancen hat, sich weiterzubilden.

Wie war Ihr Leben, bevor Sie Afghanistan verlassen mussten?

Jawid Bayat: Ich habe mit meiner Familie in Ghazni gelebt, das liegt im Südosten Afghanistan, in der Nähe von Kabul. Wir hatten ein normales Leben, in einem eigenen Haus. Ich habe immer nur Aushilfsjobs gemacht und nebenbei zwei Monate lang als Friseur gearbeitet.

„Verständnis gefunden in Deutschland“

Was wussten Sie vorher über Deutschland?

Jawid Bayat: Ich wusste, dass man in Deutschland sicher leben kann und nicht verfolgt wird. Und dass alle Menschen gleich behandelt werden – vor allem Menschen aus Kriegsgebieten. Ich habe gedacht, dass die Deutschen für jemanden wie mich Verständnis haben.

Wie ist das Leben in den Gemeinschaftsunterkünften?

Jawid Bayat: Ich wohne in Bonn-Beuel in einem Zimmer mit zwei anderen Personen und wir haben eine gemeinsame Küche. Jeder spricht eine andere Sprache, aber wir kommen trotzdem miteinander klar. Hier ist es auch besser als in vielen anderen Unterkünften, weil in anderen Unterkünften bis zu fünf Personen in einem Zimmer leben. Die haben nur eine gemeinsame Küche.

„Afghanistan: ein Land ohne Hoffnung“

Wie fühlen Sie sich in Deutschland?

Jawid Bayat: Ich bin hier sehr zufrieden. Ich möchte hier weiter zur Schule gehen und danach eine  Ausbildung machen. Mein Asylantrag läuft noch. Ich habe Angst abgeschoben zu werden, weil zurzeit Afghanen kaum Chance haben, auf Ihre Asylanträge eine Anerkennung zu bekommen, da viele Afghanen eine Ablehnung bekommen. Denn Afghanistan wurde vor kurzem als sicheres Herkunftsland eingestuft. Aber Afghanistan ist ein Land ohne Hoffnung.
(Das Interview führte Safiullah Khaliqi)

Was bedeutet eine Partnerschaft?

Thomas Dobbek, Leiter der Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend-,Ehe-und Lebensfragen in Bonn, erklärt: "Die Geschichte und das Interview mit Jawid möchten wir zum Anlass nehmen, für die Übernahme einer Patenschaft zu werben. So oder ähnlich wie Jawid ergeht es vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach ihrer Flucht. Wir unterstützen sie beratend in unserer Beratungsstelle, begleitet von Dolmetschern, die gleichzeitig Kulturmittler und Brückenbauer sind.

Wenn auch Sie Interesse an der Übernahme einer Patenschaft haben, wenden Sie sich gerne telefonisch an uns (Tel. 0228/ 6880150). Wir informieren Sie in einem ersten Gespräch ganz unverbindlich darüber, was eine Patenschaft beinhalten könnte, was der Mensch braucht und was Sie sich vorstellen.

Eine Patenschaft kann sehr unterschiedlich aussehen. In erster Linie geht es um Kontakt, um die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, sich mit der fremden Kultur vertraut zu machen und darüber Sicherheit und Vertrauen zu erlangen. Ganz konkret geht es manchmal darum, eine neue Wohnung zu finden, den schulischen oder beruflichen Werdegang zu planen und auf den Weg zu bringen, finanzielle Mittel zu beantragen, alle möglichen Behördengänge zu begleiten oder darüber zu informieren. Und manchmal geht es auch einfach darum, etwas Schönes gemeinsam zu unternehmen. Das hängt sehr von den Bedürfnissen des Geflüchteten und von den Möglichkeiten und Interessen des Paten, der Patin ab. Sprechen Sie uns an!"

Kontakt:
Dipl.-Psych.Thomas Dobbek
Leiter Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend-,Ehe-und Lebensfragen
Adenauerallee 37 - 53113 Bonn
Tel: 0228 6880 150
t.dobbek@beratungsstelle-bonn.de
www.beratungsstelle-bonn.de

 

 

 

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EB/Joachim Gerhardt / 17.03.2017



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