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Christliche Profile in Bonn

Nicola Bramkamp bei "Höchstpersönlich": "Mit allen in der Stadt reden"

Sie ist dörflich aufgewachsen, hat einen behinderten Bruder, früh christliche Werte vermittelt bekommen und erfahren, was gelebte Nächstenliebe ist.

Ein sehr persönlicher Talk: Gisela Steinhauer (l.) im Gespräch mit Nicola Bramkamp (Foto: Leon Fermor) LupeEin sehr persönlicher Talk: Gisela Steinhauer (l.) im Gespräch mit Nicola Bramkamp (Foto: Leon Fermor)

Nicola Bramkamp erzählte aus ihrem Leben. In der Reihe „Höchstpersönlich“, in der bekannte Bonner Persönlichkeiten vor allem zu ihrem Verhältnis zum Christentum von WDR 2-Moderatorin Gisela Steinhauer befragt werden, war die Direktorin des Bonner Schauspiels am 3. Juli im  Gangolfsaal des Bonner Münster Carrés zu Gast.

Zum Einstieg ging es um die Zeit, als Nicola Bramkamp nach Bonn kam und als Theater-Direktorin anfing, "als ganz junge Truppe". Ihr Motto: "Wir erobern Bonn mit jugendlicher Energie und Spielfreude.“ Doch sie stießen auch an Grenzen. Sie habe versucht, mit den Menschen in der Stadt ins Gespräch zu kommen, von der Kirche über die Politik bis hin zu Burschenschaften. „Ich finde, man sollte mit allen in einer Stadt reden", Türen zum Gespräch sollten immer offen bleiben.

„Lieder sind eine tolle Art der Vermittlung von Werten“

Dann ging es vor einer kleinen, doch sehr interessierten Zuhörerschaft biographisch in die Tiefe: Nicola Bramkamp erzählte, wie sie „sehr ländlich“, fast von der Außenwelt abgeschnitten, in Schwagstorf bei Osnabrück aufwuchs. „Es war ein sehr behütetes Aufwachsen in einer intakten Kirchengemeinde.“ Der einzige Weg aus dem Dorf herauszukommen, sei es gewesen, „die Jungs mit den Mofas zu knutschen“, berichtet sie mit einem Schmunzeln. Gerne erinnert sie sich an Kirchenlieder. „Lieder sind eine tolle Art Werte zu vermitteln.“ Das zeige sich auch in ihrer Familie, in der bei jeder Feier „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ gesungen werde.

Nicola Bramkamp hat einen behinderten Bruder. Inklusion ist für sie ein sehr wichtiges Thema. Aber sie übt Kritik: „So wie Inklusion momentan an Schulen gemacht wird, stärkt es mehr die Vorurteile als das sie Menschen zusammenbringt.“

„Auf den Menschen zugehen, heißt aus einer Komfortzone herausgehen“ erklärt Nicola Bramkamp, während sie eindrucksvoll beschreibt, wie ihre Mutter im Winter zwei Obdachlose in ihrem Keller beherbergte. Das sei Nächstenliebe und präge sie bis heute. „Nächstenliebe ist ein zentraler Bestandteil meines Weltbilds.“ Und diese Nächstenliebe, das wird an diesen Abend spürbar, ist auch wichtig für das Zusammenleben in einer Stadt.

Fortsetzung der Reihe im September und Oktober

Die Reihe „Höchstpersönlich - Christliche Profile in Bonn“ mit Gisela Steihauer setzt sich fort: Montag, 4. September, mit der Chansonsägerin Stefania Adomeit und Dienstag, 10. Oktober, mit dem Musiker und Ex-Wise Guy-Sänger Eddi Hüneke, jeweils 19.30 Uhr im Münster Carré.

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Leon Fermor / 04.07.2017



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