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Vertreter der Bonner Kreissynode auf der Landessynode: Superintendent Eckart Wüster (v.l.), Dorothea Geffert, Wolfgang Albers, Ulrich Hamacher, Pfarrerin Dr. Wibke Janssen, Assessor Wolfgang Harnisch (Foto: J.Gerhardt)

Evangelische Kirche im Rheinland

Bonner Eindrücke von der Landessynode 2018

In Bad Neuenahr tagte die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland, auch mit den gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus dem Kirchenkreis Bonn. Lesen Sie die persönlichen Eindrücke:

Mut zur Ökumene

Hier ein erster Eindruck des Synodalen Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, von der Kirchenleitung berufenes Mitglied der Landessynode: "Die Synode vermittelt einmal mehr das tiefe demokratische Selbstverständnis der rheinischen Landeskirche. Insbesondere das klare Bekenntnis zur Subsidarität im Verhältnis Kirchenleitung und Gemeinden ist ein wichtiges Signal an die Gemeinden vor Ort und wird die Kreativität stärken. Gleichzeitig zeigen wir Mut, die Ökumene voranzutreiben und das Zusammenleben mit den Muslimen zu gestalten." Dr. Landsberg ist Mitglied der Friedenskirchengemeinde in Bonn-Kessenich und Dottendorf.

Folgen gespannt dem Hauptvortrag der Synode über das Verhältnis von Christen und Muslimen: Dr. Gerd Landsberg und Pfarrer Wolfgang Harnisch (Foto: J. Gerhardt) LupeFolgen gespannt dem Hauptvortrag der Synode über das Verhältnis von Christen und Muslimen: Dr. Gerd Landsberg und Pfarrer Wolfgang Harnisch (Foto: J. Gerhardt)

„Stärker Lösungen vor Ort Vorrang geben"

Superintendent Eckart Wüster haben folgende Eindrücke bewegt: „Mir hat besonders gefallen, dass es mehr intensive inhaltliche Diskussionen im Plenum gab, als in den letzten Jahren. Dazu gehörte vor allem das beschlossene Friedenswort anlässlich des Endes des 1.Weltkrieges vor 100 Jahren und die Theologische Positionsbestimmung für die Begegnung mit Muslimen.

Im Friedenswort wird ein Paradigmenwechsel von der Lehre vom gerechten Krieg hin zur Lehre vom gerechten Frieden begründet. In der Positionsbestimmung für die Begegnung mit Muslime werden wir Christinnen und Christen ermutigt, „freimütig“ unseren Glauben an Jesus Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes in den Dialog einzubringen. Bischof Dr. Alex Malasusa aus Tansania meinte, wir sollten nur dann in einen Dialog eintreten, wenn wir uns unseres eigenen Glaubens gewiß seien.

Unter der Überschrift „Leichtes Gepäck“ wurde eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Verwltung zu vereinfachen und die Verwaltungsordnung zu entschlacken. Ziel ist es, sich schon jetzt auf eine schrumpfende Kirche vorzubereiten. Was wird benötigt, wenn wir kleiner und noch stärker als bisher schon eine Kirche des Ehrenamtes werden?

In diesem Zusammenhang passt auch, dass ein sog. „Erprobungsgesetz“ verabschiedet wurde. Die Kirchenleitung erhält in diesem Gesetz die Möglichkeit, für längstens 5 Jahre befristete und örtlich begrenzte Ausnahmen vom geltenden kirchlichen Recht zuzulassen. Diese Ausnahmen sollen Erkenntnisse bei der Frage bringen, ob die erprobten Maßnahmen in allgemein geltendes Recht umgesetzt werden sollen. Gemeinden, Kirchenkreisen und Verbänden können entsprechende Anträge stellen.

Wir stellen uns in der Rheinischen Kirche auf diese Weise auf die Veränderungen ein, die auf uns zukommen werden. Die Landessynode unterstützt mit ihren Beschlüssen die Überlegungen der Kirchenleitung, stärker als in der Vergangenheit Lösungen vor Ort Vorrang zu geben. Denn unsere Kirche ist eine vielfältige, bunte Kirche, in der es z.B. im Südrhein anderer Lösungen bedarf als in der Kölner Innenstadt“, so Superintendent Eckart Wüster, der auch Pfarrer der Kirchengemeinde Hersel ist und zugleich nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung.

„Perspektivwechsel“: zum Verhältnis von Christen und Muslime

Dorothea Geffert (Kirchengemeinde Vorgebirge) berichtet: „Mich hat das Thema Christen und Muslime sehr beschäftigt. Die Möglichkeit, jetzt auch Menschen, die keiner christlichen Kirche angehören, im pädagogischen oder diakonischen Bereich einstellen zu können, bedarf bei Manchen der Gewöhnung, ist aber in Stadtteilen mit großem Migrantenanteil gut vorstellbar und bereichernd. Unter der Überschrift „Perspektivwechsel“ berichteten zwei Gäste aus der Ökumene,  Bischof Malasusa aus Tansania und Pfarrer Tiyarno aus Indonesien, über das Zusammenleben von Christen und Muslimen in ihren Ländern. Mit Hilfe von Projekten zum gegenseitigen Kennenlernen wird dort versucht, Vorurteile abzubauen und Freundschaften zu schließen: http://www.ekir.de/www/ueber-uns/interview-malasusa-tiyarno-29484.php

Eine nette Begebenheit am Rande: Beim Frühstück am nächsten Morgen saßen die beiden Herren zusammen und unterhielten sich auf Suaheli, was der Indonesier nach einem längeren Aufenthalt für ein Friedensprojekt auf Sansibar fließend spricht. Bei der zweiten Tasse Kaffee kam eine junge Frau vom Personal des Hotels dazu und sprach die Gäste auf Suaheli an. Große Begeisterung auf beiden Seiten!"

Die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland tagt jährlich Anfang Januar in Bad Neuenahr (Foto: J. Gerhardt) LupeDie Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland tagt jährlich Anfang Januar in Bad Neuenahr (Foto: J. Gerhardt)

Nachdenkliche wie entschiedene Diskussionen zum Schutz des Sonntag und zur Hilfe für Flüchtlinge

Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bonn und Region und Mitglied der Kreuzkirchengemeinde, berichtet: "Die Spardiskussionen in der Rheinischen Kirche sind erstmal vorbei, die beschlossenen Sparmaßnahmen umgesetzt und die Finanzen geordnet. So war es eine entspannte Tagung, in der es viel mehr um Inhalte ging als um Formalien und Geld.

Zu den Inhalten gehört das Thema Flüchtlinge: Das Mittelmeer ist immer noch ein Meer von Leichen und die aktuelle „Zusammenarbeit“ mit nordafrikanischen Regierungen beseitigt keine Fluchtursachen, sondern bekämpft die Flüchtlinge. Die Rheinische Kirche ist übrigens für eine deutliche Erleichterung des Familiennachzugs, sowohl aus humanitären Gründen als auch weil Integration so besser gelingen kann.

Zu den Inhalten gehört auch der Schutz des Sonntags. Wir lehnen die von der Landesregierung geplante Verdoppelung der verkaufsoffenen Sonntage ab. Und: Nein, die kleinen und mittelständischen Unternehmen haben nichts von mehr verkaufsoffenen Sonntagen, das nützt nur den großen.

Intensive Diskussionen gab es zum Thema Dialog mit Muslimen. Eine Andacht, die ein Muslim und ein evangelischer Pfarrer gemeinsam hielten, hat mich sehr beeindruckt. Es sind eben nicht nur Salafisten unter den Muslimen, sondern auch ganz andere, wie wir hier in Bonn konkret erfahren können.

Ganz frei von internen Angelegenheiten war die Synode nicht. Innerkirchlich geht der Trend inzwischen weg von der Versuchung, zu Vieles zentral regeln zu wollen, hin zu weniger Vorschriften und mehr Offenheit für Neues und Anderes. Mal sehen, was draus wird", sagt Ulrich Hamacher.

2019 ist das Thema Jugend dran – Frauenanteil in der Synode stärken

Hier die persönlichen Eindrücke von Pfarrerin Dr. Wibke Janssen, sie unterrichtet Religion an der erzbischöflichen Liebfrauenschule in Bonn:

Die Landessynode 2018 war stärker als die vorhergehenden von inhaltlichen Fragen geprägt. Meine Mitsynodalen berichten über das Friedenspapier und die Fortführung des Dialogs mit dem Islam. Beeindruckend war jeweils das Ringen um einen Text, den möglichst viele mittragen können, ohne dass der Inhalt unklar oder ‚verwaschen‘ wird. Selbst im Plenum mit über 200 Leuten wurde fair, offen und teilweise sehr persönlich (‚ich habe schlecht geschlafen‘), Stellung zu einzelnen Aussagen bezogen. Beide beschlossenen Papiere verdienen, in den Gemeinden wahrgenommen  und weiterverhandelt zu werden. Wenn dazu Informationen von der Synode erwünscht sind, komme ich gerne in die Presbyterien.

Ich gehöre bei den Ausschussverhandlungen dem Ausschuss „Bildung und Erziehung“ an, der sich schwerpunktmäßig mit der Situation der Jugend beschäftigt hat. Vor der Synode 2019 soll eine Jugendsynode mit etwa 100 Delegierten aus dem Evangelischen Jugendverband, den Studierendengemeinden und Landessynodalen stattfinden. Mich bewegt noch, wie wir bei der Jugendsynode auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Stimme verleihen, die unser kirchliches Angebot bisher nicht erreicht. 

Beim Frauenkonvent hat uns beschäftigt, wie wir weiter in Richtung Gleichberechtigung unterwegs sein können. Auch bei dieser Synode betrug der Frauenanteil nur 36 Prozent. Nur 14 von 38 Kirchenkreisen (darunter Bonn!) entsenden gleichviel Frauen oder mehr Frauen als Männer zur Synode.

Die Synode war auch ein geistliches Fest. Die Delegierten singen und beten spürbar aus Überzeugung. Ich nehme für meinen Alltag als Pfarrerin viele Impulse mit", so Pfarrerin Dr. Wibke Janssen.

"70. rheinische Landessynode – eine gute Woche in Bad Neuenahr!"

Eine auch nachgedenkliche, doch insgesamt positive Bilanz zieht Wolfgang Albers (Trinitatiskirchengemeinde Endenich), Mitglied der Kirchenleitung: "Eigentlich hätte man die 70. rheinische Landessynode als Jubiläum feiern müssen aber im vergangenen Jahr hat die evangelische Kirche wahrlich genug gefeiert und auch wahrlich bedeutendere Jubiläen.

Nach vielen Synoden, die in den vergangenen Jahren von organisatorischen Problemen und Reformschritten bestimmt waren, beschäftigte sich diese Synode intensiv mit zwei inhaltlichen, theologischen Fragen.

Beide Themen hatten schon im Vorfeld innerkirchlich intensive und teilweise sehr kontroverse Diskussionen ausgelöst. Zum einen war dies, 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges, das Friedenswort, zum anderen ein Papier, was sich grundsätzlich mit dem Verhältnis von Christen und Muslimen bzw. dem Dialog zwischen beiden befasste.

Friedenswort 2018 „Auf dem Weg zum gerechten Frieden“ anlässlich des Endes des 1. Weltkrieges vor einhundert Jahren. Unter diesem Titel lag der Synode der Entwurf eines Friedenswortes vor, dass eine grundsätzliche Standortbestimmung zum Thema Frieden vorsah. Nach intensiven Diskussionen, insbesondere im theologischen Ausschuss, nahm sich die Synode beim Anspruch doch deutlich zurück. Nicht die Standortbestimmung, nicht der Schlusspunkt war nun die Intention des Papiers, sondern der Aufschlag zu einem kirchlichen Diskussionsbeitrag in unfriedlichen Zeiten, einem Doppelpunkt. Ich glaube, es ist eine weise Entscheidung , beim Thema Frieden nicht den Anspruch auf eine abschließende Standortbestimmung zu erheben. Unsere Beiträge zum Frieden können immer nur vorläufige sein. Der göttliche Frieden wird nicht auf Erden sein, der Schlusspunkt wird nicht durch uns gesetzt.

Von ähnlich anspruchsvollem Niveau war die Diskussion zu dem Beschluss „für die Begegnung mit Muslimen, theologische Positionsbestimmung“. Bereits am Montag wurde die Synode eingeleitet durch eine Generaldebatte zu diesem Papier sowie einem hochinteressanten und auch für Nichttheologen nachvollziehbaren Vortrag des Baseler Theologieprofessors Reinhold Bernhardt. Nach intensiver Diskussion in fast allen synodalen Ausschüssen sowie einer, für mich dann doch überraschend intensiven aber wiederum sehr verständnisvoll und sachliche geführten Diskussion auf höchstem Niveau wurde der Beschluss bei nur sieben Gegenstimmen und sieben Enthaltungen gefasst. Für mich ist dieses Ergebnis auch deshalb erstaunlich aber auch erfreulich, da dass Papier gerade in theologischen Fragen sehr grundsätzlich Position bezieht. Sowohl Juden, Muslime und Christen „haben eine Bindung durch ihren Glauben an den einen Gott“, der sich den unterschiedlichen Religionen den Menschen unterschiedlich offenbart. Es geht uns Christen nicht zu, festzustellen, dass sich der eine Gott anderen Menschen nicht anders offenbart als über Jesus Christus.

Für mich hat sich auch dieses Jahr wieder gezeigt, dass die Synode auch eine sehr intensive “theologische Fortbildungsveranstaltung“ ist. Erprobungsgesetz, „leichtes Gepäck“ und Abschluss des Konsolidierungsprozesses sind Stichworte, die zeigen, dass unsere rheinische Kirche sich auf die Zukunft auch organisatorisch intensiv vorbereitet.

Dass es uns in den vergangenen Jahren gelungen ist, durch intensive, teilweise auch schmerzhafte Veränderungen in Organisation und Struktur ein Einsparpotenzial von fast 17 Millionen € zu erreichen, darf uns mit Stolz erfüllen. Ich kenne keine, geschweige denn staatliche Organisation, der die Umsetzung eines so ehrgeizigen Projektes je gelungen ist. Für mich zeigt dies, dass wir auch schwierige Prozesse gemeinsam erfolgreich bewältigen können und dass unsere Kirche reformfähig ist.

Im nächsten Jahr wird der rheinischen Synode eine zweitägige Jugendsynode vorangehen. Ziel ist es, die Vorstellungen und Anforderungen der kirchlichen Jugend in die Synodenarbeit einzubeziehen. Ich freue mich schon jetzt auf diese Synode!", resümmiert Wolfgang Albers.

Alle Information, Beschlüsse und Wahlergebnisse sowie viele weitere Hintergründe zur Landessynode finden Sie immer aktuell auf: www.ekir.de

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ger / 08.01.2018



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