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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Gott lachte

Auch in der Bibel wird gelacht. Daran möchte ich zu Karneval gerne erinnern. Man muss die Stellen zwar ein wenig suchen, ...

Lachen hat viele Facetten: hier eine verschmitzt lächelnde Maske aus dem Karneval in Venedig (Foto: J.Gerhardt) Lachen hat viele Facetten: hier eine verschmitzt lächelnde Maske aus dem Karneval in Venedig (Foto: J.Gerhardt)

... aber die Nachforschungen lohnen. Schon im ersten Buch der Bibel wird von Abraham und Sarah erzählt, wie sie herzlich lachen. Jeder für sich, er direkt vor Gottes Angesicht, sie eher leise im Verborgenen.

Die ganze Geschichte ist zum Schmunzeln. Denn es geht um etwas Unglaubliches. Die beiden sollen noch einmal Nachwuchs bekommen. Abraham ist 100 Jahre alt, seine Frau Sarah 90. Bei Gott ist halt nichts unmöglich. Aber so ganz geglaubt haben sie nicht, was ihnen da prophezeit wurde.

Lachen aus Ungläubigkeit. Lachen aus dem Zweifel, das kann doch alles gar nicht wahr sein! Auch das gibt es in der Bibel. Doch wenn Menschen lachen, schwingt die Hoffnung mit, dass die Welt nicht so bleiben muss, wie sie ist. Das ist das Befreiende am Lachen und das haben Sarah und Abraham ebenfalls gespürt.

In der Alten Kirche und im Mittelalter gab es in den Klöstern eine starke Strö-mung, das Lachen aus der Kirche zu verbannen. Christus hat nicht gelacht, tun wir es auch nicht, war die Botschaft. Ein theologischer Holzweg. Ich glaube, dass der, der Wasser in Wein verwandeln kann und dieser Wein sogar noch besser schmeckt als der zuvor servierte, wirklich Witz hat. „Selig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen“ (Lukas Kap. 6, Vers 21) , waren seine Worte. Und er hat viel von fröhlichen Festmahlen erzählt und sie selbst munter gefeiert, vorzugsweise mit Zöllnern und Sündern. Frohe Botschaft allen, die sie hören wollen!

Gefeiert haben Abraham und Sarah am Ende auch. Gott hat sie für ihr ungläubiges Lachen gerade nicht bestraft. Er hat sie vielmehr reich beschenkt. Und zwar genau mit dem, was sie für unmöglich erklärt hatten. Sie bekamen noch einen Sohn. Isaak sein Name. Das heißt übersetzt „Gott lachte!“ Und Sarah sprach erlöst: „Gott ließ mich lachen und jeder, der davon hörte, wird es mit mir tun.“
Joachim Gerhardt

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Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de.

 

18.2.2012



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