Singen wir!
Wöchentlich an einem Tag seien sie zusammen gekommen, früh vor Tagesanbruch, um gemeinsam einen Lobgesang für Christus zu singen. Das schreibt Plinius, ein Stadthalter in Kleinasien an den römischen Kaiser.
mehrSingen wir!
Wöchentlich an einem Tag seien sie zusammen gekommen, früh vor Tagesanbruch, um gemeinsam einen Lobgesang für Christus zu singen. Das schreibt Plinius, ein Stadthalter in Kleinasien an den römischen Kaiser.
mehrfür den 22.02.2012
Du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Psalm 116,8
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Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.
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Singen beseelt: Der Kinderchor der Bonner Friedenskirche jüngst beim Gastauftritt auf der rheinischen Landessynode in Bad Neuenahr (Foto: J.Gerhardt)
Es ist das Jahr 112 und es geht um Christenverfolgungen und die Frage, wie man diese absonderlichen Menschen am besten und mit Gewalt von ihrem Glauben abschwören kann.
Christen sind bedroht. Das gilt leider heute, fast 2.000 Jahre später, immer noch, wie die jüngsten Bilder aus Nigeria und Ägypten beklemmend in Erinnerung rufen.
Christen singen. Sie singen ihrem Herrn mit den alten Liedern des Volkes Israel, dem „Halleluja“ und den Psalmen. Singen befreit und Singen verbindet. Und es ist ein großer Trost zu wissen, dass Lieder Gewalt, Unrecht und Elend überdauern. Ich denke an die Spirituals der schwarzen Sklaven in Nordamerika: Swing low, sweet chariot. Ich denke an die jüdischen Gesänge der Menschen in den Ghettos und Vernichtungslagern der Nazizeit: Donna, donna.
Musik ist ein Schatz, der Wertvolles bewahrt. Mit den Noten und dem Text, der auf ihnen liegt, wird Lebenswichtiges weitergetragen von Generation zu Generation.
Der Pliniusbrief ist eines der ersten Zeugnisse aus nicht-christlichem Umfeld über das Leben der Christen und er macht deutlich: Der Gesang gehört von Anfang zu unserem Gottesdienst und er ist die vielleicht schönste Form, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Martin Luther konnte daher sagen: „Ein mal singen ist so gut wie zwei mal beten.“
Die evangelische Kirche hat das Jahr 2012 zum Jahr der Musik ausgerufen. Ein Jahr, das uns bewusst machen möchte, welchen Reichtum wir mit unseren christlichen Liedern besitzen: von einem unverdrossenen „ Lobe den Herrn“ am Morgen, über ein „Herr erbarme dich“ während des Tages bis zu meinem persönlichen Lieblingslied am Abend „Der Mond ist aufgegangen“.
Joachim Gerhardt
Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de.
28.01.2012