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„Hier bist du willkommen!“ Das ist die Botschaft des drei  Meter hohen Stein-Monuments, das einen am Ufer begrüßt. Ich befinde mich im Norden Kanadas an der Hudson-Bay.

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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Leben

„Hier bist du willkommen!“ Das ist die Botschaft des drei  Meter hohen Stein-Monuments, das einen am Ufer begrüßt. Ich befinde mich im Norden Kanadas an der Hudson-Bay.

Steinernder Willkommensgruß in einer unwirtlichen Welt und zugleich ein Kulturgut mit spiritueller Botschaft: Denkmal im kanadischen Chrchill (Foto: Joachim Gerhardt) LupeSteinernder Willkommensgruß in einer unwirtlichen Welt und zugleich ein Kulturgut mit spiritueller Botschaft: Denkmal im kanadischen Chrchill (Foto: Joachim Gerhardt)

Mit einem arktischen Schneesturm hält der Winter gerade unerbittlich Einzug in Churchill. Einem Ort mit gerade mal 800 Einwohnern, doch der größte im Umkreis von 500 Kilometern.

Gefühlt am Ende der Welt –doch herzlich willkommen. Die steinerne Skulptur ist Zeugnis der Inuitkultur, der Ureinwohner der Arktis, die hier seit hunderten Jahren mit einer aus mitteleuropäischer Sicht unglaublichen Überlebensfähigkeit dem Klima, hungrigen Eisbären und allen lebensfeindlichen Bedingungen trotzen.

Ich muss schon genau hinschauen, um in der Steinfigur einen Menschen zu erkennen. Ich muss ohnehin genau hinschauen, um zu sehen, welche hohe Kultur hier seit langem besteht. Lange bevor europäische Trapper, Fallensteller und Händler sich die Region zu Eigen machten. Diese bauten auch eine Kirche in Churchill und brachten das Christentum mit dem biblischen Motto „Mache dir die Erde untertan“. Die Ureinwohner begrüßten die Neuen offen und verbanden deren Religion mit ihrer. Glauben war für die Menschen hier nichts Fremdes. Wer in dieser unwirtlichen Welt leben will, dem ist Religion und Gott eher besonders nahe. Im Eissturm sind gute Mächte, die einen beschützen, wichtig.

Zu ihrem Glauben gehört aber auch die maßvolle Einsicht: „Untertan machen“ heißt nicht ausbeuten, sondern nutzen, jeder so viel er braucht, damit eine Gemeinschaft überleben kann. Diese ehrfürchtige, demütige Sicht auf die Schöpfung erscheint überholt in einer Welt, die so stark von Überfluss und persönlicher Gewinnmaximierung geprägt ist.

Auf den ersten Blick. Auf den zweiten entdecke ich den Reichtum, der in dieser Lebenshaltung steckt. Ich betrachte die Steinfigur am Strand, sehe, dass sie die Hände ausstreckt wie zum Segen. Und ich höre die Botschaft: Wer zu uns kommt und unsere Einstellung zum Leben teilt, der ist gesegnet und wird trotz Kälte und Gefahr überleben – und das nicht nur im Norden Kanadas.
Joachim Gerhardt

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Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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04.11.2017



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