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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Menschlichkeit

Mehr als 1000 Menschen hat er nach eigenen Worten in den Tod begleitet: Harald Poelchau, Gefängnisseelsorger in Berlin-Tegel zur Zeit des Nationalsozialmus. Ein Mann mitten im gnadenlosen Unrechtssystem der Nazis.

Lebendige Erinnerung: Harald Poelchau, geboren am 5. Oktober 1903 in Potsdam, starb vor 45 Jahren, am 29. April 1972 in Berlin, hier vor einem Bild seines Lehrers und Freundes Paul Tillich (Foto: Harald Poelchau jr./Archiv Klupp `91) LupeLebendige Erinnerung: Harald Poelchau, geboren am 5. Oktober 1903 in Potsdam, starb vor 45 Jahren, am 29. April 1972 in Berlin, hier vor einem Bild seines Lehrers und Freundes Paul Tillich (Foto: Harald Poelchau jr./Archiv Klupp `91)

Der Pfarrer war an der Seite von Christen wie Kommunisten, Gewerkschaftlern und Widerstandskämpfern aus Holland oder Norwegen, als diese zum Erschießungsplatz geschleppt wurden, oft Stunden warten mussten bis sie an der Reihe waren und die Stille oder die Gebetsworte von den Salven des Hinrichtungskommandos zerrissen wurde.

Der Gefängnispfarrer als zynischer Teil des barbarischen Systems? Nein. Harald Poelchau spendete nicht nur Trost, wo keiner mehr Wort fand, er war aktiv:  In seinen Kleidern verborgen trug er Briefe der Frauen und Freunde an die Verhafteten in die Zellen und die Antworten wieder heraus.

Poelchau bekannte sich selbst zum Widerstand und schloss sich dem „Kreisauer Kreis“ um Helmut James Graf von Moltke an. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne für ein neues Deutschland nach der Katastrophe, für einen Staat des Rechts, der sozialen Gerechtigkeit, der Freiheit – eine Demokratie, die diesen Namen verdient. Zu seinen Freunden gehörten viele Männer des 20. Juli. Unter dem Schutz als Gefängnisgeistlicher gelang es Poelchau und seiner Frau Dorothee im Untergrund ein Netzwerk aufzubauen, das politisch und rassisch Verfolgten, auch vielen Juden, Schutz bot. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat ihn als „Gerechten unter den Völkern“ anerkannt.

Es ist ein Wunder, dass Poelchau der Verhaftung entging und überlebte. Keiner, auch unter Folter, verriet seinen Namen. Unter den Menschen des Widerstands ist Harald Poelchau fast ein Unbekannter geblieben. Er starb am 29. April 1972, heute vor 45 Jahren.

Harald Poelchau ist und bleibt ein Vorbild: Als stiller Kämpfer. Als einer, der mitten im System, täglich den Tod vor Augen sich nicht einschüchtern, gleichschalten und instrumentalisieren ließ wie so viele andere. Sondern der tat, was zu tun war für die Menschlichkeit.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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29.04.2017



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