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Wort zum Sonntag

Damals Friedrich

Das Buch hat mich als Jugendlicher tief berührt und jetzt liest es meine Tochter: „Damals war es Friedrich“. Die traurige Geschichte von zwei Freunden in Nazideutschland, der eine Jude, der andere nicht.

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Losung für den 19.04.2018

Der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird beschirmen und erretten, schonen und befreien. Jesaja 31,5

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen. 2.Timotheus 2,19

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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

An der Krippe

Wenn jetzt die Vorbereitungen für Heiligabend beginnen, hole ich bei uns zu Hause die Krippe aus dem Keller. Dann nehme ich die Figuren in die Hand und überlege jedes Jahr: Wer ist mir besonders wichtig?

Josef in der Krippe: oft unauffällig mehr im Hintergrund (Foto: Archiv KK Bonn) LupeJosef in der Krippe: oft unauffällig mehr im Hintergrund (Foto: Archiv KK Bonn)

Ich glaube, dieses Mal ist es Josef. Er hat den Blick leicht gesenkt. Unter seinem breiten Hut sind seine Gesichtszüge kaum zu erkennen. Auch in der Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium ist er eine Randgestalt. Er hat keine Erleuchtung wie die Hirten oder die Weisen aus dem Morgenland. Er hat keine großartige Verheißung wie Maria. In vielen Krippen steht er deshalb wohl auch mehr im Hintergrund und wirkt anders als Maria fast wie ein Statist.

Dieser Josef kann einem als kritischen Zeitgenossen aber durchaus nahe sein, wenn einem das folkloristische Szenarium rund um so manches Krippenspiel eher fremd ist.

Dieser Josef ist für mich fast so etwas wie der Protestant an der Krippe. Er hat kein Weihrauch, keine Myrre mitzubringen. Er hat nur das Wort als Orientierung. Die alte Geschichte aus der Bibel von dem Messias, der sich ankündigt und die Welt verändern will. Das Wort des Engels, der ihm im Traum erscheint, und Mut macht anzunehmen, was erst einmal nicht seines ist.

Josef hadert. Josef zweifelt. Hätte man ihn vorher gefragt, er hätte auf all das rund um Bethlehem bestimmt liebend gerne verzichtet. Was soll dieser karge Stall? Der Besuch dieser Hirten? Was hat das mit Gott zu tun? Es ist würdelos, unwirtlich, wie das Leben leider manchmal ist. Was gibt es da zu glauben?

Manchmal ist der Glaube eine Nummer zu groß. Manchmal muss man handeln als wenn es wahr wäre – und dann schauen, was passiert. Genau das tut Josef. Er schützt Mutter und Kind. Und auf einmal spürt er, dass er nichts Besseres hätte tun können!

Josef an der Krippe, das ist wie eine Mutmachgeschichte für das Leben. Gerade, wenn es fragwürdig ist und schwer. Gut, dass der Josef da steht.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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16.12.2017



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