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Fürsorglich

Wir dürfen dankbar sein für Menschen, die erkennen, was die Stunde geschlagen hat. Dafür steht der Bonner Clemens Theodor Perthes. Er lebte im 19. Jahrhundert und ist Erfinder einer Art Jugendherberge für Wandergesellen.

Wegweisender Pionier der Diakonie im 19. Jahrhundert: Theodor Clemens Perthes (*1809 in Hamburg, + 1867 in Bonn), begraben auf dem Alten Friendhof in Bonn (Foto: J. Gerhardt) LupeWegweisender Pionier der Diakonie im 19. Jahrhundert: Theodor Clemens Perthes (*1809 in Hamburg, + 1867 in Bonn), begraben auf dem Alten Friendhof in Bonn (Foto: J. Gerhardt)

Was heute ein wenig nach Folklore und Urlaub klingt, war damals ein handfestes soziales Programm. Perthes sah das Elend der jungen Männer, die wie Obdachlose in ihren Gesellenjahren verachtet wie gefürchtet durch die Lande zogen, immer auf der Suche nach Brot und Lohn. In einer „Herberge zur Heimat“, so nannte er seine Einrichtung, waren diese Menschen willkommen, fanden ein Dach über dem Kopf, Arbeitsvermittlung und ein wenig medizinische Versorgung.

Alle haben nach christlichem Verständnis Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben. Und jeder Mensch braucht Wertschätzung. Das war sein Credo. Der fromme Protestant Perthes war Juraprofessor in Bonn und engagierte sich 1948 im konservativ-liberalen Flügel im ersten deutschen Parlament, dem „Bundestag in Frankfurt“. Doch das politische Gestalten in endlosen Debatten erfüllte den weithin geschätzten Professor nicht. Er wollte anpacken. Er wollte Ergebnisse sehen. So sammelte er Unterstützer und Spenden für seine Idee von der Herberge, die Menschen in einer sozial kalten Welt ein wenig Heimat bieten sollten. In einer Zeit, in der die Schere zwischen Arm und Reich in rasantem Tempo immer weiter auseinander ging, setzte er ein Zeichen des Miteinanders, hinein in die bürgerliche Welt, aus der er kam. Mancher mag ihn als Sozialromantiker belächelt haben. Doch sein Beispiel machte Schule und die „Herberge zur Heimat“ fand deutschlandweit viel Nachahmer.

Clemens Theodor Perthes gilt als ein Pionier der Diakonie. Er starb am 25. November 1867 und fand seine letzte Ruhe, heute fast vergessen, in einem schlichten Grab auf dem alten Bonner Friedhof. Sein Werk und sein Mut bleiben uns als Beispiel lebendig, Gesellschaft in schwierigen Zeiten und auch gegen Widerstände fürsorglich zu gestalten.
Joachim Gerhardt

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Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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25.11.2017



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