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für den 23.03.2017

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EKD-Studie

Zuversicht und Skepsis halten sich die Waage

Die Deutschen begegnen den Flüchtlingen im Land zu etwa gleichen Teilen mit Zuversicht und Skepsis. Die Einstellung in der Bevölkerung sei nach wie vor geteilt, aber stabil, lautet das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Entgegen mancher Befürchtung sei die Stimmung in Deutschland demnach nicht gekippt, heißt es in der Studie mit dem Titel "Skepsis und Zuversicht - Wie blickt Deutschland auf Flüchtlinge?" Beide Stimmungslagen hielten sich die Waage, so die Ergebnisse, die auf Befragungen bis zum August 2016 beruhen.

"Die Meinungen darüber, ob Deutschland die Herausforderungen aufgrund der Flüchtlingssituation bewältigen wird, waren bereits zu Beginn der Umfrage geteilt. Und daran hat sich bis August 2016 praktisch nichts geändert." An die 15 Prozent der Befragten zeigten sich durchweg sicher, dass Deutschland die Herausforderungen meistern würde. Etwa ebenso viele waren zu allen Zeitpunkten überzeugt, dass es nicht funktionieren würde. Jeweils rund 20 Prozent antworteten mit "eher nicht" und "eher ja". Die übrigen 30 Prozent mit "teils - teils".

Im Westen eher positiv

Regionale Tendenzen waren dabei auszumachen: Im Westen bewege sich die Stimmungslage leicht zum Positiven, im östlichen Bundesgebiet überwiege die Skepsis. Zu einer zuversichtlichen Perspektive tragen den Befragungen zufolge am stärksten positive Erfahrungen in der persönlichen Begegnung mit Geflüchteten bei.

Das Engagement in der Bevölkerung sei insgesamt leicht gestiegen. Im November 2015 setzten sich den Zahlen zufolge 10,9 Prozent für Flüchtlinge ein, im Mai 2016 waren es 11,9 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Sach- oder Geldspenden waren es 7,3 Prozent der Bevölkerung im November 2015, im Mai 2016 knapp neun Prozent.

"Willkommenskultur keineswegs ein Strohfeuer"

Diese Ergebnisse zeigten, "dass das beeindruckende Engagement der Bevölkerung keineswegs das Strohfeuer einer nur vorübergehenden 'Willkommenskultur' ist", wird in der Studie betont. Der Einsatz der Bevölkerung müsse aber gewürdigt und weiter gefördert werden. Das gelte besonders im östlichen Bundesgebiet, wo die Engagierten weniger mit sozialer Anerkennung rechnen könnten.

Unterm Strich verbinde die Mehrheit der Deutschen mit der Zuwanderung anhaltend auch positive Entwicklungen, lautet ein weiteres Ergebnis. Deutlich mehr als vier Fünftel der Befragten bejahten die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland als humanitäre Hilfeleistung. Auch die kulturelle Bereicherung wurde unterstrichen.

Größte Sorge betrifft Rechtsextremismus

Zugleich hätten sich jedoch auch die Sorgen kaum verändert. An erster Stelle stehe die Sorge vor wachsendem Rechtsextremismus (mehr als 80 Prozent), gefolgt von befürchteter Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt (fast 80 Prozent). Auch Angst vor mehr extremistischen Muslimen im Land wurde vielfach geäußert (rund 70 Prozent).

Die Befragungen erfolgten inmitten bundesweiter telefonischer Mehrthemenumfragen des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid. Zielgruppe waren deutschsprachige Befragte ab 14 Jahren. Zeitpunkte der Umfragen waren November 2015 sowie Februar, Mai und August 2016.
 

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epd / 09.02.2017



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