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Fachtag „Flucht und Familie“

Flüchtlinge leiden unter Regelungen zum Familiennachzug

Starker Unmut über die derzeitige Rechtslage in der Familienzusammenführung für Flüchtlinge unter subsidiärem Schutz wurde in den Beiträgen der Referenten und den Wortmeldungen der Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer beim Fachtag „Flucht und Familie“ deutlich. Mehr als sechzig Menschen nahmen an dem Tag teil.

Jörgen Klußmann, Studienleiter an der Evangelischen Akademie im Rheinland, die zusammen mit der Evangelischen Kirche im Rheinland zu dem Fachtag im Haus der Geschichte in Bonn eingeladen hatte, sagte in seiner Begrüßung: „Egal, wo wir uns auf der Welt befinden – überall ist die Familie das Rückgrat der Gesellschaft aller menschlichen Kulturen und Völker.“ Vor diesem Hintergrund könne man ermessen, wie schwierig die Lage von Geflüchteten ist, die von ihrer Familie getrennt hier leben und für die immer noch in der Schwebe ist, wann ihre Ehepartner oder ihre Kinder nachkommen können.

Julia Köhler, juristische Referentin für Migration und Flucht bei der Landeskirche, betonte, dass sich die rheinische Kirche seit langem dafür einsetzt, dass Familien in Frieden zusammen leben können. Die Integrität der Familie sei "für uns aus unserer christlichen Identität heraus unaufgebbar und menschenrechtlich geboten. Und was überhaupt nicht geht, ist eine Zerteilung dieses Rechtes – für die einen gilts, für die andern nicht“. Die aktuelle rechtliche und tatsächliche Situation beim Familiennachzug produziere unmenschliches Leid, klagte die Juristin.

Ein Ende der "Dramen rund um den Familiennachzug" verlangte Volker Maria Hügel  von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. in Münster. Michael Ton, Jurist des Deutschen Roten Kreuzes, erklärte, eine dauerhafte Aussetzung des Familiennachzuges verstoße gegen tragende Konventionen, insbesondere gegen den Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, gegen das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens.

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ekir.de / hbl / 24.11.2017



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