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Losung für den 25.10.2020

Amos sprach: Ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel! Amos 7,14-15

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! Markus 1,16-17

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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

"Ich muss mich gerade mal entschuldigen..."

„Ich muss mich entschuldigen“, höre ich mich sagen. „Habe ich doch einfach vergessen, an Deinem Geburtstag anzurufen.“ Wie oft kommen einem diese Worte in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen über die Lippen – mal bewusster, mal unbewusster.

Ich  muss mich entschuldigen. Wenn man nachdenkt über diesen Satz, merkt man, wie hohl er ist: Mich entschuldigen… Kann ich das überhaupt? Mich selbst von Schuld freisprechen? Und dann auch noch „müssen“? Erst dem anderen Missachtung oder Unheil bringen und dann auch noch die eigene Entlastung aufzwingen…

 

Das ist doch nur so eine hingeworfene Floskel, mag man sagen. Doch ich meine es schon ernst mit dem Entschuldigen, denke ich. Aber die Wortwahl ist verräterisch. Dabei entspricht sie durchaus dem Zeitgeist. Der moderne Mensch ist selbst bestimmt. So kann er sich auch selbst erlösen, oder? Eine Bitte um Vergebung, gar Beichte oder Buße – das klingt doch irgendwie altertümlich und wenig alltagstauglich. 

Aber warum, frage ich mich. Ist es am Ende die Angst, mit einer Bitte um Verzeihung, nicht gehört zu werden, sozusagen im Regen stehen zu bleiben? Lächerlich zu wirken? Sich angreifbar zu machen?

Die Bibel hat die wunderbare Zusage Jesu überliefert: „Wie ihr euch untereinander vergebt, so vergibt euch auch der himmlische Vater.“ Leben ist die Kunst der Vergebung. Und wer ernsthaft um Vergebung bittet, der wird auch erhört – im Himmel wie auf Erden. Doch die Ernsthaftigkeit fängt bei mir, bei der eigenen Wortwahl an: „Ich bitte um Entschuldigung“ zum Beispiel. Das klingt doch schon viel besser.

Joachim Gerhardt

 

Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner-Rundschau, auf Seite 2 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: http://www.rundschau-online.de.

 

 

ger /

 



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