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Tag rheinischer Presbyterinnen und Presbyter

Zugleich Trainingscamp und spiritueller Ruhepol

Die Stimmung spricht für sich, ist Vizepräses Petra Bosse-Huber überzeugt. Doch auch die Zahl ist hoch: Rund 1300 Frauen und Männer haben sich in Bonn zum ersten Tag rheinischer Presbyterinnen und Presbyter versammelt.

Darunter: knapp 900 Presbyterinnen und Presbyter, sprich: gewählte Mitglieder der Leitungen der evangelischen Kirchengemeinden im Rheinland. Erfahrungsaustausch stand im Mittelpunkt bei dem Treffen in Bonn. „Entscheidungen treffen“ lautete das mit 200 Teilnehmenden begehrteste der acht Foren an diesem Tag. Unter den weiteren Themen: einladende Gottesdienstformen, Ökumene, Konfirmandenarbeit.

 

 

„Die geballte Leitungskompetenz“ der rheinischen Kirche begrüßte zu Beginn der Bonner Superintendent Eckart Wüster. Er erläuterte auch das Motto des Tages „Erleuchte und bewege uns“. Dabei gehe es um eine „schöne Kombination“, den zwei Polen des Lebens: Erleuchtung als Geschenk und Bewegung als Entscheidung, in die richtige Richtung zu gehen.

 

 

Das Tempo habe „ganz schön angezogen“, sagte Vizepräses Bosse-Huber zu Beginn. In den rheinischen Presbyterien gebe es reichlich Bewegung. Und die Presbyterinnen und Presbyter täten ihr Amt ja neben ihren Verpflichtungen, beispielsweise in Partnerschaft und Beruf. Sie dankte dieser „Ehrenamts-Avantgarde“, diesen Menschen, die „Leistungssportlerinnen und –sportler in vielen kirchlichen Disziplinen“ seien. Der Tag in der Bonner Beethovenhalle sowie benachbarten kirchlichen Häusern als „Trainingscamp“ und "spiritueller Ruhepol“ – dieses Ziel sei gelungen, so Vizepräses Bosse-Huber.

Auch Superintendent Wüster betonte die „schwierige Leitungsaufgabe der Presbyterien“. Zu den Schwierigkeiten gehöre vor allem der Spardruck, so Wüster in der Pressekonferenz. Das Niveau sei nicht zu halten. Zu entscheiden sei, was Gemeinden auf Dauer leisten können. „Und das ist eine Frage, die Menschen betrifft. Das ist die Belastung. Das möchte niemand, aber es muss passieren.“ Deshalb bräuchten die Presbyterinnen und Presbyter Zuspruch.

In der EKiR.de-Befragung bestätigt eine Presbyterin den Druck: Ihre Gemeinde konnte Entlassungen bisher vermeiden. „Aber wir sind noch nicht über den Berg“, erklärte sie.

Präses Nikolaus Schneider sagte in der Predigt im Abschlussgottesdienst: „Ihr, die ihr als Presbyter und Presbyterinnen, wir alle, die wir als Kirche Jesu Christi zum Volk Gottes gehören, wir sind das Salz der Erde und das Licht der Welt.“ Salz schütze vor Verderben und Verderblichkeit – und es bringe Geschmack. Licht durchdringe die Finsternis, erleuchte das ganze Haus.

Wird es einen solchen Trainings- und Erholungstag, einen solchen Dankeschöntag noch einmal geben? Können wir uns gut vorstellen, gaben Präses, Vizepräses und Superintendent in der Pressekonferenz zu verstehen. Klar ist aber: Die Entscheidung haben sie in die Hand der Presbyterinnen und Presbytern gelegt. Diese haben nämlich einen Fragebogen bekommen – unter anderem mit der Frage, ob es einen solchen Tag künftig regelmäßig geben soll. Die Auswertung dieser Befragung gibt dann die Antwort.

Präses Nikolaus Schneider

 

 

 

neu/wr/jpi /

 



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