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Der "etwas andere Gottesdienst" in Oedekoven

Für Leib und Seele

Pfarrer Andreas Schneider feiert regelmäßig in Oedekoven einen "etwas anderen Gottesdienst": Eine Feier mit Frühstück, offenen Gesprächen und viel Musik. Wir waren dabei und durchaus beeindruckt:

Konfirmanden sorgen für "Leib und Seele". (Foto: F.E.Köllner) LupeKonfirmanden sorgen für "Leib und Seele". (Foto: F.E.Köllner)

Es ist Sonntag, 1. Mai, 9.15 Uhr. Um halbzehn soll der „etwas andere Gottesdienst“ beginnen: „Gottesdienst für Leib und Seele“. Ich parke mein Auto und gehe die Stufen hoch zum Gemeindehaus „Katharina-von-Bora“ in Alfter-Oedekoven. Kaffeeduft strömt mir entgegen. Der Gemeindesaal ist schon zu dreiviertel gefüllt. „Ich habe mich nicht angemeldet“, sage ich. „Kein Problem, ich habe für 70 Personen gedeckt und das wird auch für Sie reichen“, antwortet mir die Küsterin Renate Draut. Die Schiebetür zum Nebenraum ist geöffnet. Dort hat sich die Band „Kohlensäure“ mit Schlagzeug, Keyboard, E-Gitarre, E-Bass aufgebaut und stimmt die Gemeinde mit Liedern aus ihrem reichhaltigen Repertoire ein.

 

Live im Gottesdienst: Die Bonner Band Kohlsäure. (Foto: P.Reiner) LupeLive im Gottesdienst: Die Bonner Band Kohlsäure. (Foto: P.Reiner)

Die Tische sind festlich gedeckt, Aufschnitt, Marmelade, alles, was zu einem richtigen Frühstück gehört. Tischdienst verrichten einige Konfirmandinnen und Konfirmanden. Sie tragen ein T-Shirt mit dem Aufdruck „DIAKONIE“. Pfarrer Andreas Schneider erklärt, dass zur Zeit Jesu mit  „Diakonie“ ursprünglich der Tischdienst  bezeichnet wurde.
Groß und klein, jung und alt werden ruhig, als Pfarrer Schneider im Talar das Predigtpult betritt. Die Band spielt. Es folgt das liturgische Eingangsvotum und die Ankündigung des Themas heute: „Alles Arbeit – oder was?“. Pfarrer Schneider greift zur Gitarre und singt mit der Gemeinde das allen bekannte Lied „Danke“. Dann werden die Anwesenden aufgefordert, sich mit ihren Tischnachbarn bekannt zu machen. Erste Gespräche beginnen. Es folgt die Einladung zum gemeinsamen Frühstück. Kaffee und Tee werden hereingetragen. Es tut richtig gut, von den „Diakoninnen“ und „Diakonen“ bedient zu werden.
Inzwischen ist es 10 Uhr geworden. Das Geschirrgeklapper lässt nach. Pfarrer Schneider, der zum Frühstücken den Talar ausgezogen hatte, steht nun wieder im liturgischen Gewand am Pult und beginnt mit der Predigt, die mit Bildern und Texten vom Overhead-Projektor aufgelockert wird. Die Gemeinde wird wieder aktiv. Auf Zetteln sind vier Fragen zu Arbeit und Sinn oder Unsinn von Arbeit vorbereitet, über die ein jeder mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch kommen kann. Der zweite Teil der Predigt folgt. Die „Kohlensäure“ steuert wieder ein Lied bei. Dabei wird die Innenkollekte gesammelt: zur Unterstützung der Band. Es folgen die Fürbitten. Dabei sind auch Bitten, die von Gemeindemitgliedern vorher auf Zettel geschrieben wurden und in ein Körbchen zum Vorbeten gelegt wurden Pfarrer Schneider schließt mit dem Vater Unser. Die Gemeinde antwortet mit Begleitung durch die Band mit einem Kyrielied. Dann der Segen und ein letztes Lied live von „Kohlensäure“. Die Band sollte man sich merken (www.ks-band.de). Applaus.
Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass sich der große Zeiger zweimal voll im Kreis gedreht hat; es ist 11.30 Uhr geworden. Solch ein Gottesdienst bedarf einer zeitaufwendigeren Vorbereitung, aber der Aufwand hat sich gelohnt: kurzweilig war es. Ich sehe nur zufriedene Gesichter. – Bis zum nächsten Mal am 3. Juli zum Thema „Schönen Urlaub, liebe Seele!“ Meine Kinder bringe ich dann auch mit, den neben dem Tischdienst bieten die Konfis auch Kinderbetreuung.
 
Frank-Eckhardt Köllner

Der Autor ist Prädikant und Synodalbeauftragter für Gottesdienst im Kirchenkreis Bonn.

 

Pfarrer Andreas Schneider. (Foto: P.Reiner) Pfarrer Andreas Schneider. (Foto: P.Reiner)

"Eine urchristliche Idee" - Gespräch mit Pfarrer Andreas Schneider

Wie kamen Sie auf die Idee für einen „etwas anderen Gottesdienst“?
Schneider: Durch Frauen aus der Gemeinde, die die Frauenfrühstück besuchten. Und da von der Urchristenheit berichtet wird, dass sie zusammen kamen und die Mahlzeiten mit Freude hielten, dachte ich mir, dass ein Gottesdienst, in dem man miteinander ins Gespräch kommt, zusammen frühstückt und Gottes Wort zu einem lebensnahen Thema hört, eine gute Form wäre, Menschen an Leib und Seele zu stärken.

Gibt es einen festen Rhythmus? 
Schneider: Wir führen diesen Gottesdienst seit einem Jahr durch, mit immer stärker werdender Resonanz. Er findet viermal im Jahr statt. Dies ist ein guter Rhythmus, da er so regelmäßig stattfindet ohne dabei den Charakter des besonderen zu verlieren.

Wie sind die Reaktionen?
Schneider: Am Beginn haben wir uns schriftliche Rückmeldungen erbeten. Die waren alle positiv und kamen von denen, die mitgemacht haben. Andere fragten jedoch kritisch, in wie weit es sich bei dieser Form noch um einen Gottesdienst handelt.

Wen erreichen Sie?
Schön ist, dass nicht nur jüngere Menschen, sondern auch ältere diese Form als ansprechend erleben. „Das ist das erste Mal, dass ich mit einem anderen Gemeindemitglied im Rahmen eines Gottesdienstes ins Gespräch komme und mich intensiv über ein Thema austausche“, sagte mir jemand. Und ein älteres Gemeindemitglied erklärte: Sie fände es so schön, denn nun könnte sie in den Gottesdienst gehen und müsste zu hause nicht allein frühstücken. – Was will man mehr, als dass sich Menschen in Gottes Haus so zu Hause fühlen.
Köl

 

 

fek/ger /

 



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