Willkommen!

Welkom - Welcome - Bienvenue!

Flaggen

> weitere Informationen

Social Media

Besuchen Sie den Evangelischen Kirchenkreis Bonn auch auf Facebook und Instagram.

> weitere Informationen

Wort zum Sonntag

Alles anders

Die Antike verherrlichte den glänzenden Sieger, den Herrscher. Viele Kaiser ließen sich als Söhne der Götter verehren.

> Lesen Sie weiter ...

Spenden

Newsletter

Sie sind neugierig auf alles, was rund um die evangelische Kirche in Bonn passiert? Abonnieren Sie unseren Newsletter!

> weitere Informationen

Gottesdienste

Losung für den 27.09.2020

Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Psalm 98,2

Als Barnabas und Paulus in Antiochia angekommen waren und die Gemeinde versammelt hatten, berichteten sie, was Gott alles durch sie getan und dass er allen Völkern die Tür zum Glauben aufgetan habe. Apostelgeschichte 14,27

Terminkalender

Veranstaltungen und Termine in der Region Bonn und im Kirchenkreis Bonn.

> weitere Informationen

PROtestant

Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

> weitere Informationen

Service
Zentraler Gottesdienst zum Reformationstag 2006

Bischof Joachim Vobbe: "Auf zur Freiheit!"

Mehr als 500 Besucherinnen und Besucher folgten gebannt der Predigt. Am Ende gab es sogar Applaus: Der alt-katholische Bischof Joachim Vobbe predigte zur zentralen Bonner Reformationsfeier am Dienstagabend in der Kreuzkirche.

Reformationstag in der Kreuzkirche: Viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Region folgten der Einladung der evangelischen Kirche. LupeReformationstag in der Kreuzkirche: Viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Region folgten der Einladung der evangelischen Kirche.

Das Motto lautete "Auf zur Freiheit!". Bischof  Joachim Vobbe rief dazu auf, die Errungenschaften persönlicher Freiheit in Europa mit höchster Wachsamkeit zu verteidigen. Zu dieser Freiheit gehöre auch die „Entsakralisierung der weltlichen Macht“, die Ausdruck der „inneren Modernität dieses Kontinents“ sei, erklärte der ranghöchste alt-katholische Vertreter als Gastprediger bei der zentralen Bonner Reformationsfeier.

Allerdings sollten die Schwierigkeiten anderer Kulturen mit der Freiheit einen nicht selbstgerecht werden lassen, mahnte Vobbe. „Auch bei uns gibt es immer noch genug Ayatollahs, deren Welt nicht über das Brett vor dem Kopf hinausreicht.“ Die in Demokratien mühsam erworbene gesetzlich garantierte Freiheit mache auf Dauer nur Sinn, wenn ihr auch ein ständiges Training in Verantwortung des Einzelnen entspreche.

„Christliche Freiheit ist immer Freiheit zu sozialer Verantwortung“, erklärte der Bischof in Auslegung eines Pauluswortes aus dem Galaterbrief. Jesus habe im Umgang mit den Benachteiligten und Ausgestoßenen seiner Gesellschaft viele Beispiele gegeben, wie Menschen ihre Freiheit füllen könnten. Entscheidend sei für ihn dabei immer die persönliche Begegnung. „Das ist auch Jesu Kommentar zu unseren Unterschicht-Debatte heute“, so Vobbe. Debatten über Umverteilung der Finanzmittel oder neue Bildungspläne seien nichts“, „wenn ich nicht selbst die Berührungsängste verliere und mich nicht bemühe, wenigstens einem mir persönlich bekannten Menschen seine Würde zurückzugeben“.

Der Bonner Superintendenten Eckart Wüster erinnert zur Eröffnung des Feier daran, dass Kirche immer wieder der Reformation bedarf. „Die Frage, wie im Wandel der Zeiten der Glaube an den einen Gott gelebt werden kann, muss immer wieder bedacht werden“. Superintendent Wüster betonte dabei die Bedeutung der Ökumene als Zeichen dafür, dass „wir auf dem Weg der Reformation nicht alleine sind.“ Musikalisch stimmungsvoll gestaltet wurde der Festgottesdienst mit Reformations-Chorälen von der Kantorei der Kreuzkirche unter Leitung von Karin Freist-Wissing sowie Stephan Horz an der Orgel. Im Anschluss versammelte sich die große Festgemeinde mit vielen prominenten Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft, Kultur und Medien zu einem munteren Empfang in die Krypta der Kreuzkirche.

Traditionell wurde bereits am Vormittag der landesweite zentrale Polizei- und Grenzschutzgottesdienst zum Reformationstag ebenfalls in Bonn, in der Lutherkirche in Poppelsdorf gefeiert. Der öffentliche Festgottesdienst unter Mitwirkung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten wurde geleitet von der Oberpfarrerin der Bundespolizei Anne Henning und der Landespfarrerin für Polizeiseelsorge Claudia Kiehn. Die musikalische Gestaltung hatte Lutherkirchen-Kantor Berthold Wicke.

(Die vollständige Predigt von Bischof Joachim Vobbe zum Nachlesen finden Sie unten auf dieser Seite.)

 

Die Kreuzkirche am Kaiserplatz ist die größte evangelische Kirche in Rheinland. (Foto: J. Gerhardt) Die Kreuzkirche am Kaiserplatz ist die größte evangelische Kirche in Rheinland. (Foto: J. Gerhardt)

DAS AKTUELLE STICHWORT:

Reformation in Bonn und der Region

Am Reformationstag, alljährlich am 31. Oktober, erinnern die Protestanten weltweit an den Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Auch Bonn blickt auf eine wechselhafte Reformationsgeschichte zurück. Schon früh, wenn auch nur gegen den entschiedenen Widerstand der katholischen Herrscher im Reich, konnten die Gedanken des Wittenberger Reformators in die Region Köln und Bonn einziehen. Das historische Schlüsseljahr ist 1542 als der katholische Erzbischof, Kurfürst Hermann von Wied, auf die Seite der Reformation wechselte. Er berief den Straßburger Reformator Martin Bucer und wenig später auch den engsten Weggefährten Luthers, Philipp Melanchthon, aus Wittenberg nach Bonn.

Philipp Melanchthon blieb drei Monate, Martin Bucer sogar ein dreiviertel Jahr am Rhein. In dieser Zeit predigte Bucer im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im Bonner Franziskanerkloster in der Brüdergasse. Die beiden Theologen erarbeiteten unter dem Titel „Einfältiges Bedenken“ die Programmschrift der Kölner Reformation.

Bis zum Einsetzen der Gegenreformation und der Absetzung des Kurfürsten Hermann 1547 bestand in Bonn eine evangelische Gemeinde mit mehreren Pfarrern. Diese Gemeinde musste anschließend in den Untergrund gehen. Die älteste nicht auf kurkölschem Gebiet liegende und daher nahezu ununterbrochen lebendige evangelische Gemeinde im Bonner Raum ist die Kirchengemeinde Oberkassel. Hier findet sich auch die älteste evangelische Kirche der Region, eine kleine gelb gestrichene Kapelle im Zentrum Oberkassels direkt an der alten B 42.

Ausgangspunkt der Reformation weltweit sind die berühmten 95 Thesen, mit denen der damalige Augustinermönch Luther seinen theologischen und seelsorgerlichen Protest gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche äußerte. Durch den Verkauf der so genannten Ablassbriefe wollte diese damals vor allem Geld für den Bau des Petersdoms in Rom einnehmen.

Ob Martin Luther seine Thesen tatsächlich an das Portal der Wittenberger Schloßkirche schlug, ist historisch nicht gesichert. Nageleinschläge im Tor zeugen aber bis heute von dem legendären Ereignis. Ein weiteres Anliegen Luthers war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel. Dafür übersetzte der Reformator die Heilige Schrift erstmals vollständig in die deutsche Sprache.

Text: Joachim Gerhardt (Pressepfarrer Evangelische Kirche Bonn – Oktober 2006)

 

 

ger /

 



© 2020, Evangelische Kirche in Bonn und der Region
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.