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Buß- und Bettag in Bonn und der Region:

Die Glocken läuten ökumenisch

Ein Feiertag lebt. Der von vielen längst totgesagte urprotestantische Feiertag erfährt in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Renaissance.

Buße und Beten - wieder ein Thema für viele Menschen heute. Buße und Beten - wieder ein Thema für viele Menschen heute.

Wenn Pfarrer Fried Clemens Sareyko auf dem Brüser Berg am Mittwochabend zum Gottesdienst ruft, strömen nicht nur Protestanten in den meditativen Abendgottesdienst, sondern auch viele katholische Christen. Am Buß- und Bettag läuten die Glocken ökumenisch. Der katholische Pfarrer Benno Leiverkus entzündet am Altar in der evangelischen Kirche die Kerzen. Die Predigt halten die beiden Pfarrer im Wechsel.

Der Brüser Berg ist kein Einzelfall. In Bonn wird mittlerweile fast jeder zweite Gottesdienst am Buß- und Bettag ökumenisch gefeiert. „Die Abschaffung des Buß- und Bettags als gesetzlich geschützten Feiertag habe ich nie verstanden“, sagt Pfarrer Leiverkus. Die katholische Beteiligung sollte damals, 1995, ein einmaliges „Zeichen der Solidarität“ sein. Inzwischen ist eine feste Tradition daraus geworden.

Buße und Beten ist für den katholischen Pfarrer ein Anliegen, das alle Kirchen verbindet. Mit Erfolg. Inzwischen kommen zum Bußtagabend mehr Gottesdienstbesucher als manchmal am Sonntag. „Zeit zur Besinnung und Umkehr – Suche nach Neuorientierung“, wie es im Liedblatt der Gemeinde programmatisch heißt, scheinen attraktiv.

Ein „neues Bewusstsein für den Buß- und Bettag“ ist für den Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder nicht überraschend. Das Nachdenken über eigene Versäumnisse und Fehler sei „Spiegel einer Gesellschaft, die so stark auf Erfolg, auf Optimierung und Machbarkeit setzt“. Viele Menschen spürten ihre Überforderung beruflich wie privat. „Da ist der Buß- Bettag ein geradezu seelsorgerliches Angebot.“

Für Hirschfelder passt dieser Tag ohnehin zur „deutschen Mentalität mit dem typisch schlechten Gewissen“. In  Portugal zum Beispiel hätte der Tag sicher keine Chance. In Deutschland aber biete er die Möglichkeit, die eigene Befindlichkeit zu reflektieren und im besten Falle sogar zu überwinden. „Der Buß- und Bettag ist als Institution ein ganz wichtiger Tag für das Seelenleben unserer Gesellschaft“, so der Volkskundler.

Erstmals war der protestantische Buß- und Bettag 1532 in Straßburg offiziell eingeführt worden – in Zusammenhang mit einer Anordnung des Kaisers zum Gebet gegen die Türken. Der Reformator Martin Luther hatte gegen Bußübungen protestiert, wie sie in der Beichte und dem Ablasshandel verhängt wurden. „Das ganze Leben des Gläubigen soll Buße sein“, schrieb Luther in der ersten seiner „95 Thesen“.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im Deutschen Reich 47 unterschiedliche Bußtage an 24 verschiedenen Terminen. 1883 beschlossen die Preußen deren Zusammenlegung auf einen gemeinsamen Tag. Doch erst 1934 wurde der Tag gesetzlich geschützter Feiertag in ganz Deutschland, festgelegt auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr. 1995 wurde er dann zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen.

Für den Bonner Superintendenten Eckart Wüster hat die Abschaffung „volkswirtschaftlich nichts gebracht“. Der Effekt, eine Beitragserhöhung für die Pflegeversicherung zu verhindern, sei schnell verpufft, sagt er. So bleibt der Buß- und Bettag für ihn auch ohne expliziten staatlichen Schutz „ein evangelisches Traditionsgut mit Zukunft“.

Die Erfahrungen in den Gemeinden bestärken ihn dabei. „Der Buß- und Bettag bietet viele Möglichkeit, besondere Gottesdienste zu erproben und damit andere Menschen zu erreichen als die klassische Sonntagsgemeinde“, so Wüster. „Wo das im ökumenischen Geiste geschehe, umso besser.“ Alle Gemeinden in Bonn und der Region laden zu Gottesdiensten, zumeist in den Abendstunden, damit auch Werktätige mitfeiern können.

Kammermusik-Gottesdienst, Kerzennacht, Gesprächsgottesdienst – die Phantasien sind vielfältig. Die Lutherkirchengemeinde Poppelsdorf lädt sogar ins Bonner Kunstmuseum ein. Im Mittelpunkt des „Gottesdienst im Kunstmuseum“ steht ein zeitgenössisches Werk des modernen Künstlers Michael Buthe, ein in Lumpen hängendes Tuch. Das Thema des Gottesdienstes lautet „Zerrissenheit“.

Text: Joachim Gerhardt

Hier eine Übersicht über die Buß- und Bettags-Gottesdienste im Evangelischen Kirchenkreis Bonn:

Alfter-Oedekoven: Katharina-von-Bora-Haus: 19.30 Uhr (Pfr. Andreas Schneider/Pfr. Theisen) Thema „Ich bin dann mal weg“ mit Prozession zur kath. Kirche und ökumenischem Agapemahl

Bonn-Auerberg: Gemeindeforum: 18.30 Uhr (Pfr. Josef Sukopp)

Bonn-Brüser Berg: Emmauskirche: 18.30 Uhr (Pfr. Fried Clemens Sareyko/Pfr. Benno Leiverkus) Ökumenischer Gottesdienst

Bonn-City: Kreuzkirche: 18.00 Uhr (Pfr. Rüdiger Petrat)

Bonn-Duisdorf: Johanniskirche 18.00 Uhr (Pfr´in Dagmar Gruß)

Bonn-Endenich: 20.00 Uhr (Pfr. Uwe Grieser) – Aufführung der Kantate „Alles, was ihr tut“ von Dietrich Buxtehude (Konzert-Gottesdienst)

Bonn Johanniter-Krankenhaus (Kapelle): 17.15 Uhr (Pfr´in Manuela Quester) – Thema „Buße – Unser täglich Brot gib uns heute“

Bonn-Kessenich: Friedenskirche: 19.30 Uhr (Pfr. Stefanie Graner/Diakon Matthias Otten/Pastoralreferentin Monika Schwarz) - Thema „Du wirst schon sehen“ zum Abschluss der ökumenischen Bibelwoche

Bonn-Nord/Graurheindorf: Lukaskirchengemeinden feiert in St. Margareta/Graurheindorf: 20.00 Uhr (Pfr. Michael Schäfer u.a.) Ökumenischer Gottesdienst

Bonn-Poppelsdorf: Lutherkirche: Gottesdienst im Bonner Kunstmuseum: 19.00 Uhr (Pfr. Jürgen Faber/ Vize-Direktor Christoph Schreier)

Bonn-Röttgen: Thomaskirche: 19.00 Uhr (Pfr. Jörg Zimmermann)

Bonn-Tannenbusch: Apostelkirche 18.00 Uhr (Pfr. Martin Hentschel)

Bonn-Venusberg: Auferstehungskirche: 18.00 Uhr (Pastor Johannes Küsel) – Thema „Warten auf… Gott?!“

Bonn-Venusberg: Klinikkirche der Universitäts-Klinikum Bonn 12.30 Uhr: „Aufatmen am Buß- und Bettag: Ermuntert einander – Epheser Kap. 5, Vers 19“) – Gottesdienst für Patienten und Mitarbeitende im Klinikum (Pfr. Agnes Franchy-Kruppa)

Bornheim: Versöhnungskirche: 19.00 Uhr (Pfr. Dieter Katernberg) sowie Seniorenwohnstift Beethoven: 17.00 Uhr (Pfr´in Löser-Rott)

Hersel: Dreieinigkeitskirche: 19.00 Uhr

 

 

 

Joachim Gerhardt /

 



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