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Wort zum Sonntag

Aus Liebe

„Mein Sohn war tot und er ist wieder lebendig geworden.“ In diesem Satz des Vaters gipfelt die Geschichte „Vom verlorenen Sohn“ in der Bibel. Es ist toll, wenn eine schwierige Familiengeschichte so heilt, dass nach Jahren der Entfremdung und Distanz ein Vater einen solchen Satz sagen kann.

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Gottesdienste

Losung für den 13.08.2020

Durch seine Wunden sind wir geheilt. Jesaja 53,5

Jesus sollte sterben für das Volk und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen. Johannes 11,51-52

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Veranstaltungen und Termine in der Region Bonn und im Kirchenkreis Bonn.

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Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

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Anregungen zum Calvinjahr 2009

Von der Heiligkeit Gottes

Wetten, dass… Ihnen beim Stichwort „Reformation“, zunächst der Name Martin Luthers einfällt? Er ist die bekannteste Gestalt aus der Zeit des großen Umbruchs im 16. Jahrhundert. ...

Dahinter treten – zu Unrecht! – andere Persönlichkeiten zurück, die die Reformation und die Entwicklung der dann folgenden Jahrhunderte bis heute entscheidend prägten. 

Neben dem Schweizer Huldreych Zwingli, der in Zürich wirkte, ist hier als dritter dieser „Großen“ Johannes Calvin zu nennen, dessen Geburtstag (10.7.1509) sich 2009 zum 500. Mal jährt. Geboren in Frankreich, studierter Jurist, verbrachte er von 1541 an seine wichtigsten Jahre als Pfarrer in Genf, wo er am 27.5.1564 stirbt. Er wird auf dem allgemeinen Friedhof beerdigt. Ein Grabstein wird – so hatte er es angeordnet – nicht gesetzt. Seine letzte Ruhestätte bleibt somit unbekannt.

Calvin ist Martin Luther nie persönlich begegnet, verstand sich aber als sein Schüler, kannte viele seiner Schriften und wurde ein Freund Philipp Melanchthons, dem engsten Mitarbeiter Luthers. Im Mittelpunkt seines theologischen Denkens, das die später so genannte “Reformierte Theologie“ grundlegend beeinflusst, stehen die Betonung der Heiligkeit und Souveränität Gottes, sein Heilshandeln am Menschen und die deutliche Betonung eines christlichen Lebenswandels (Heiligung), der dem entsprechen soll, was im Evangelium aufleuchtet. Für seine Lehre beruft sich Calvin allein auf die Heilige Schrift, deren Mitte für ihn die Offenbarung Gottes in Jesus Christus ist. Seinem theologischen Hauptwerk gibt er den Titel „Christianae Religionis Institutio“, Unterricht in der christlichen Religion.

Von großer Bedeutung ist Calvins Einfluss auf die Gestaltung und den Aufbau von Kirche und Gemeinden. Er legte dem Genfer Rat eine Kirchenordnung vor, in der vier Ämter vorgesehen sind: die Pastoren, die Lehrer, die Ältesten und die Diakone. Damit fällt den „Laien“ eine aktive und verantwortliche Rolle bei der Leitung der Gemeinde zu. Die Ältesten (Presbyter) bilden gemeinsam mit den Pastoren ein Konsistorium (Presbyterium), das die Gemeinde leitet, für die Aufrechterhaltung der kirchlichen Ordnung zuständig ist  und Unordentliche zur Ordnung rufen soll (Kirchenzucht). In der Kirchenordnung unserer evangelischen Kirche im Rheinland, zu der lutherisch und reformiert geprägte Gemeinden gehören, finden sich viele Elemente dieses reformierten Kirchentypus wieder.

In diesem kurzen Artikel kann die Theologie Calvins und seine Bedeutung für die Entwicklung der reformierten Linie im Protestantismus  nur angedeutet werden. Um Calvin etwas näher kennen zu lernen - Stichworte: Kirchenordnung und Gemeindeaufbau, Abendmahlsverständnis, Lehre von den Ämtern in der Kirche, Kirchenzucht, Haltung zu Todesstrafe, Calvins Einfluss auf den Kapitalismus u.a.- empfehle ich ihnen als Einstieg das Internet: www.calvin09.org  und www.reformierter-bund.de . Hier finden sie entsprechende Querverweise, Literaturempfehlungen,  Informationen über Reformierte Kirchen heute und einen Überblick über Veranstaltungen im Calvinjahr 09.

Eine Bemerkung zum Schluss: Mit dem Calvinjahr verbinde ich die Hoffnung, dass sich das Bild des großen Reformators aufhellt. Für viele ist er eher der freudlose, strenge und asketisch  geprägte Typ eines Protestanten. Die wenigen Bilder, die es von ihm gibt, scheinen das zu bestätigen. Vor allem aber seine rigorose Einforderung von Kirchenzucht, seine Mitarbeit bei der Identifizierung und Überführung seines theologischen Gegners Michael Servet, der dann unter Zustimmung Calvins zum Tode verurteilt wurde, verdunkeln den Blick auf andere Seiten dieses „Großen.“ Aber diese anderen Seiten gibt es und sind es wert, gesehen und ans Licht geholt zu werden. Als kleines Beispiel für die schönen Überraschungen, die man dabei erleben kann, mag dieser Satz aus der „Institutio“ stehen: „Es ist nirgendwo untersagt, zu lachen oder sich zu sättigen oder neue Besitztümer mit den alten, ererbten zu verbinden oder zum Klang der Musik sich zu erfreuen oder Wein zu trinken.“

Karlheinz Potthoff

Der Autor, ein Experte für die reformierte Kirche, wohnt in Bonn-Endenich und war langjähriger Superintendent im Kirchenkreis Lennep. Der Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe der Bonner Kirchenzeitung PROtestant.


 

 

 

 

 



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