Willkommen!

Welkom - Welcome - Bienvenue!

Flaggen

> weitere Informationen

Social Media

Besuchen Sie den Evangelischen Kirchenkreis Bonn auch auf Facebook und Instagram.

> weitere Informationen

Wort zum Sonntag

Aus Liebe

„Mein Sohn war tot und er ist wieder lebendig geworden.“ In diesem Satz des Vaters gipfelt die Geschichte „Vom verlorenen Sohn“ in der Bibel. Es ist toll, wenn eine schwierige Familiengeschichte so heilt, dass nach Jahren der Entfremdung und Distanz ein Vater einen solchen Satz sagen kann.

> Lesen Sie weiter ...

Spenden

Newsletter

Sie sind neugierig auf alles, was rund um die evangelische Kirche in Bonn passiert? Abonnieren Sie unseren Newsletter!

> weitere Informationen

Gottesdienste

Losung für den 14.08.2020

Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Psalm 73,25

Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes. Johannes 6,67-69

Terminkalender

Veranstaltungen und Termine in der Region Bonn und im Kirchenkreis Bonn.

> weitere Informationen

PROtestant

Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

> weitere Informationen

Service
Ostern

Hase oder Ei?

„Das Osterfest hat es schwer, und deshalb passt es gut in unsere Zeit", sagt der Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder. Lesen Sie hier seine österlichen Gedanken zur der alten und brisanten Frage: Hase oder Ei? Was ist das wirklich älteste Ostersymbol?

Als ältestes und markantestes Fest des christlichen Jahreslaufs hat Ostern Federn lassen müssen: In der öffentlichen Wahrnehmung hat Weihnachten dem Auferstehungsjubiläum längst den Rang abgelaufen, hat die Krippe gegen das Kreuz gewonnen. Und erst die Symbolik: Hase und Ei! In der Bibel spielen beide keine prominente Rolle.

Der Hase, so die Genesis, sei unrein (3. Mose 11,6). Zeitgemäßer ist der alttestamentliche Prophet Jeremia, der die Eier ins Spiel bringt: „Der Mensch gleicht einem Rebhuhn, das Eier ausbrütet, die es nicht gelegt hat. Er erwirbt Reichtümer, die ihm nicht gehören, und in der Mitte seiner Lebenstage muss er sie wieder fahren lassen, und am Ende steht er als Tor da“ (Jeremia 17,11). Viel mehr bietet die Bibel zu Hase und Ei nicht.

 

 

 

Bekannter Experte für Brauchtum, Traditionen und Trends: Der Bonner Volkskundler Dr. Gunther Hirschfelder. (Foto: Archiv Kirchenkreis Bonn) Bekannter Experte für Brauchtum, Traditionen und Trends: Der Bonner Volkskundler Dr. Gunther Hirschfelder. (Foto: Archiv Kirchenkreis Bonn)

Aber es geht ja nicht immer nur um die Schrift, sondern um das, was die Menschen daraus machen. Für uns Christen sind seit den ersten frühchristlichen Tagen Kreuzestod und Auferstehung zentrale Elemente unserer Religion. Wie aber kann man Tod und Leben symbolisieren? Am besten durch das Ei: Aus der harten, scheinbar leblosen Schale schlüpft etwas Lebendiges – weshalb hartgekochte Eier schon beim jüdischen Trauermahl auf den Tisch kamen. Aus dem frühchristlichen Armenien ist dann bekannt, dass Eier zum Osterfest gehörten.

Die steile Karriere des abendländischen Ostereis begann im Mittelalter, spätestens um das Jahr 1000. Da kann der Hase kaum mithalten. Er wird erst in einer medizinischen Abhandlung erwähnt, die Georg Franck von Frankenau um 1680 über die Ostereier schrieb („de ovis paschalibus“). Das Ganze basierte zudem auf einem Missverständnis: Im 18. Vers des 104. Psalms wird in älteren Übersetzungen von „Hasen“ gesprochen, aber der Kirchenvater Hieronymus hatte nur das hebräische Wort für den possierlichen Klippschliefer („šafan“) falsch übersetzt, eben mit „Häschen“ („lepusculus“).

Der Osterhase ist ein Osterklippschliefer

Eigentlich ist der Osterhase also ein Osterklippschliefer. Das protestantische Bürgertum griff das Bild vom Hasen trotzdem gerne auf und im 18. Jahrhundert begann sein Aufstieg. Warum? Weil sich die evangelischen Christen im Zeitalter der Glaubensstreitigkeiten vom Osterei entfremdet hatten. Das war nämlich immer mehr zum katholischen Fastensymbol geworden, das man in der Passionszeit nicht essen durfte, weshalb es Ostern umso reichlicher auf den Tisch (und später ins Nest) kam. Für die Protestanten war das Fasten aber nicht so zentral – schon der Apostel Paulus hatte ja argumentiert, es sei nicht wichtig, was in den Mund hineinkomme, sondern was den Mund in Form guter Worte verlasse. Protestantische Eltern schrieben sich dieses Prinzip seit dem 18. Jahrhundert auf ihre Fahnen: Sie schickten den Osterhasen gegen die Eier ins Rennen.

Spätestens seit Schokolade erschwinglich geworden ist und es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Massenproduktion von Schokoeiern und Hasen kam, gerieten die alten Zwistigkeiten in Vergessenheit. Seitdem liefern sich Ei und Hase im Osterbrauch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit evangelisch oder katholisch hat das längst nichts mehr zu tun, und auch ans Fasten denkt kaum noch jemand, wenn ab Karneval genascht wird. Was zumindest aus protestantischer Sicht verschmerzt werden kann, denn, wie Paulus bereits sagte: Entscheidend ist, was wir daraus machen!

Der Autor, Dr. Gunther Hirschfelder, lehrt Volkskunde an der Universität Bonn und ist Presbyter der Lutherkirchengemeinde in Bonn-Poppelsdorf/Südstadt.

 

 

 

ger /

 



© 2020, Evangelische Kirche in Bonn und der Region
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.