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Landessynode 2009:

Eindrücke und Bilanzen aus Bonner Sicht

Unsere Bonner Vertreterinnen und Vertreter haben an wichtigen Entscheidungen auf der diesjährgen Landessynode in Bad Neuenahr mitgewirkt. Lesen Sie hier persönliche Bilanzen und Eindrücke aus erster Hand: Was war wichtig auf der Landessynode 2009?

Entscheiden und Weichen stellen: die Landessynode, das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche im Rheinland (Foto: ekir.de) Entscheiden und Weichen stellen: die Landessynode, das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche im Rheinland (Foto: ekir.de)

Hier persönlichen "O-Töne" der Bonner Synodale. Die Übersicht wird laufend ergänzt:

Pfarrer und Superintendent Eckart Wüster, Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland: "Aus meiner Sicht war es eine Synode, die sich des Ernstes der Fragen bewusst war, mit denen wir uns in Zu-kunft werden befassen müssen. Besonders beeindruckend war für mich das Wort, das die Synode zum Konflikt im Nahen Osten verabschiedet hat. Angesichts der Ohnmacht, die viele Menschen empfinden, wendet sich die Synode an Gott, von dem wir erhoffen und erbitten, dass er Frieden bewirken möge. So mündet das Wort zum Krieg im Gaza in ein Gebet und endet mit der Bitte: „Gott, im Namen Jesu bitten wir dich: Greif’ sichtbar ein in unsere verfahrene Weltgeschichte und bring’ sie endlich auf den Weg des Friedens und der Gerechtigkeit. Amen“ Wenn man sich die Situation im Gazastreifen vor Augen führt, werden manche unserer Probleme ganz klein.

Und doch mussten und müssen wir uns der Problematik der Kinderarmut bei uns stellen (die Synode hat dazu eine Arbeitshilfe für die Gemeinden verabschiedet) oder auch der Frage des Mindestlohnes (die Synode fordert die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes). In diesem Zusammenhang möchte ich auch den Bericht von Präses Nikolaus Schneider erwähnen, der mit großer Klarheit u.a. zur Finanzkrise gesprochen hat. Sein Bericht war umrahmt von der Jahreslosung des Jahres 2009: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Und er fragt: wie kann unser Leben gelingen?
Auch die Entwicklung in unserer Kirche mussten wir bedenken, dass wir in den nächsten 15 Jahren weniger Mitglieder haben und damit auch eine geringere Finanzkraft zu verzeichnen haben werden. Deshalb waren auch die Diskussionen um die Personalplanung und -entwicklung von großem Ernst. Wie können wir die Vielfalt der kirchlichen Arbeitsfelder und damit der verschiedenen Berufsgruppen in Zukunft erhalten?

Die Synode hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, mit welchen Fragen und Themen wir uns in Zukunft werden beschäftigen müssen. Ich hoffe, dass es uns gelingt, die Herausforderungen zu bewältigen. Immer wieder spannend sind übrigens die Wahlen zur Kirchenleitung. Sie haben viel Kontinuität erbracht. Neu gewählt wurden Pfarrerin Barbara Rudolph als Nachfolgerin für Oberkirchenrat Neusel für den Bereich Ökumene - Mission - Religionen und Hartmut Rahn aus Solingen als nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung."

 

 

Engagiert dabei: die Bonner Vertreterinnen und Vertreter auf der Landessynode. (Foto: W.Albers) LupeEngagiert dabei: die Bonner Vertreterinnen und Vertreter auf der Landessynode. (Foto: W.Albers)

Wolfgang Albers, Bonner Polizeipräsident, erstmalig dabei auf der Landessynode als von der Kirchenleitung berufenes Mitglied: „Wie die 277 Synodalen aufeinander hören und aufeinander zugehen - auch bei schwierigen Themen - hat mich als synodaler Debütant sehr beeindruckt. Dass wir viel gesungen haben, hat die langen Beratungen wohltuend unterbrochen aber auch verbunden.“

Ulrich Hamacher, Geschäftsführer der Bonner Diakonie und zum ersten Mal als gewählter Synodaler aus Bonn auf der Synode: "Als Neuling in der Synode war ich beeindruckt von der intensiven und ergebnisorientierten Diskussion in den Ausschüssen. Es gab viele wichtige Themen und Entscheidungen, aber nichts Spektakuläres. Aus Sicht der Diakonie besonders wertvoll: Der Beschluss zur Kinderarmut mit klaren Aussagen und vielen guten Vorschlägen für Aktivitäten aller kirchlichen Ebenen gegen Kinderarmut.

Ganz positiv für die Kindertagesstätten der Gemeinden: Das Fortbildungsprogramm für Kita-Mitarbeiterinnen, mit dem unsere Kitas auch künftig den Qualitätsanforderungen gerecht werden können. Nicht so schön die finanziellen Aussichten für das Jahr 2009: Die Wirtschaftskrise wird sich auf das Kirchensteueraufkommen auswirken, 
und wir werden erhebliche finanzielle Probleme bekommen - jedenfalls soweit man das jetzt beurteilen kann."

Dorothea Geffert, Presbyterin in Bornheim, erstmalig als gewählte Bonner Synodale auf der Landessynode: „Tagebuchnotizen: 8 Uhr Frühstück im Hotel, netter Kontakt mit einem Synodalen aus Wesel; wir teilen dasselbe "Hobby": Kirche! 9 Uhr Beginn der Plenumssitzung mit Andacht. Da hören alle gut zu und  singen lautstark mit. Im Laufe des Vormittags nimmt die Konzentration etwas ab - ein Mitsynodaler verteilt Schokolade ... Zwischendurch offizielle Kaffeepause: wieder lerne ich neue Menschen kennen und bespreche anstehende Themen. Für die Mittagspause hat das Frauenreferat zu einem Imbiss, zu dem etwa 80 Frauen gekommen sind, eingeladen: Diskussion über Themen der Synode, zu denen wir als Frauen etwas beitragen wollen - also keine echte Pause, aber sehr interessant. Danach Ausschusssitzung: ich sitze mit im Theologischen Ausschuss, gemeinsam mit etwa 40 anderen. Wie soll man da diskutieren? Aber es geht! Erstaunlich disziplinierte Gesprächskultur, gute Beiträge auf hohem Niveau - für mich als Nichttheologin nicht so einfach, alles zu verfolgen. Thema: Christen und Muslime. Die Gespräche werden auch noch beim Abendessen fortgesetzt! Zum Glück sind wir im Ort essen gegangen - da haben wir wenigstens etwas Bewegung beim Spaziergang entlang der zugefrorenen Ahr. Danach geht's im Ausschuss weiter - ein ursprünglich kurz geplanter Sitzungsabend geht dann doch bis kurz nach 23 Uhr! Uff - jetzt noch kurz in die Bar, wo die Kandidaten, die morgen zur Wahl stehen, Gesprächsthema sind. Und dann todmüde ins Bett.“

Pfarrer Siegfried Virgils von der Lukaskirchengemeinde im Bonner Norden und Pfarrer am Berufskolleg: "Ganz erstaunlich und erfreulich zugleich finde ich, dass sie zur Landessynode kommen: der Ministerpräsident unseres Bundeslandes, Rüttgers, mit der Aufforderung an die Kirche, die moralischen und ethischen Regeln in die Politik und die Gesellschaft zu bringen; die Schulministerin Doris Ahnen aus Rheinland-Pfalz, die von den manchmal kontroversen Verhandlungen mit der Rheinischen Kirche spricht und trotzdem die gute Zusammenarbeit weiterhin wünscht; der Staatssekretär Wolfgang Schild als Abgesandter der saarländischen Landesregierung - alle wollen sichtbar und ausdrücklich diese Kirche! hochrangige Polizeiinspekteure, um deutlich zu machen, dass sie eine Polizeiseelsorge der Kirche dringend wünschen.

Ich spüre bei mir eine tiefe Sehnsucht nach einfachen und guten, völlig klar durchschaubaren Entscheidungen, Lösungen, Antworten. Ich muss einmal mehr begreifen, dass es nicht geht! Die Synode hat in den letzten zehn Jahren viele weitreichende Beschlüsse gefasst; manche mussten nach kurzer Zeit zurückgenommen werden, stellten sich in ihrer Wirkung als so nicht gewollt da, konnten nicht so kommuniziert werden, dass sie außerhalb der Landessynode in den Gemeinden und Presbyterien verstanden wurden.
Dennoch: der eingeschlagene Weg scheint richtig, auch wenn immer wieder Korrekturen nötig sind, was aber zeigt, dass die Synode insgesamt lernfähig ist! So ist jetzt beschlossen worden, dass die Personalplanung für die Pfarrstellen mit der Personalplanung für die Mitarbeitenden in allen anderen Arbeitsbereichen der Kirche verknüpft werden muss, und dass beides mit der Einführung der kaufmännischen Buchführung zusammengebracht werden muss. Damit diese jetzt einzuführende Buchführung nicht zu einem Hindernis wird, ist sie gegebenenfalls zu ändern und den kirchlichen Verhältnissen anzupassen; denn die Kirchengemeinden und die  ganze Kirche sind keine Wirtschaftsunternehmen.      

Der Dialog mit muslimischen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes soll mit einem Papier zum "Gespräch zwischen Christen und Moslems" von der Rheinischen Kirche begonnen werden. Die Frage ist, von welcher Position aus wir evangelischen Christen das machen? Was glauben wir? Wovon gehen wir aus, wenn wir mit "den anderen" über den Glauben an den Einen Gott sprechen? Mir scheint das - anders als es das Papier nahelegt - nicht klar! Aber wie soll es anders gehen? "Synode" heißt "gemeinsam einen Weg gehen" - die Mehrheit möchte diesen Weg gehen, ich werde folgen und trotzdem weiterhin eine Änderung versuchen."

Pfarrer Wolfgang Harnisch, Synodalassessor im Kirchenkreis Bonn und Pfarrer der Johanniskirchengemeinde in Bonn-Medinghoven:

Alles Infos zur Landessynode 2009: www.ekir.de

 

 

Joachim Gerhardt /

 



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