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Superintendent Wüster: "Unverzichtbarer Beitrag gegen das Vergessen"

Kirchen, Synagoge und Stadt begrüßen "Zug der Erinnerung" in Bonn

Die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber, und viele weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, Synagoge und Kirche begrüßten den „Zug der Erinnerung“ am Montag morgen im Bonner Hauptbahnhof.

Herbert Shenkman, ein Überlebender der "Reichsbahn-Deportationen" im "Zug der Erinnerung". (Foto: zug-der-erinnerung.eu) LupeHerbert Shenkman, ein Überlebender der "Reichsbahn-Deportationen" im "Zug der Erinnerung". (Foto: zug-der-erinnerung.eu)

Die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber, mahnte eine „aktive Erinnerung“ an die Zeit des Holocaust an. Der „Zug der Erinnerung“ mit seiner Ausstellung über die Deportationen von Kindern und Jugendlichen in die nationalsozialistischen Vernichtungslager solle vor allem junge Menschen anleiten, sich mit den Verbrechen an ihren Altersgenossen während des Nationalsozialismus auseinander zu setzen. Die Schicksale einzelner Kinder und Jugendlicher sind für die Ausstellung im Zug besonders aufbereitet worden. „Lasst uns zu Mittätern für Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden“ werden“, rief Bosse-Huber den zahlreichen Menschen zu, darunter auch viele Schülerinnen und Schülern, die den Ausstellungszug auf dem Bonner Bahnhof begrüßten. In Bonn steht der Zug bis zum 5. März und ist täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr kostenlos zu besichtigen. Am Freitag setzt er seine Reise nach Koblenz, Mainz und Worms fort.

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch rief dazu auf, jede Form von Antisemitismus und Leugnung des Holocaust „entschieden zurückzuweisen“. Die Aussagen des umstrittenen Bischofs Richard Williamsen zum Holocaust nannte Koch „beschämend und entehrend für die Opfer“. Die Erinnerung an die Schoah schmerze, „weil sie mit dem Versagen, mit Schuld und Sünde konfrontiert, auch unserer Kirche“, betonte Weihbischof Koch.

Der Bonner Superintendent Eckart Wüster warnte vor allen Versuchen, einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen. Der „Zug der Erinnerung“ leiste wie die „Stolpersteine“ auf den Bürgersteigen „einen unverzichtbaren Beitrag gegen das Vergessen“. Bonns Bürgermeister Helmut Joisten nannte den Zug ein „aktives Denkmal“ und betonte, dass der Zug mit der Ausstellung in Bonn „sehr willkommen“ sei und daher von der Stadt ausdrücklich unterstützt werde. Für den Wuppertaler Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden im Nordrhein gibt die Ausstellung den Opfern dieses unvorstellbaren Massenmordes ein Gesicht. Jedes Foto, jeder Name stehe für eine Tragödie, die sich nun nachempfinden lasse.

Nach Angaben der Veranstalter haben den „Zug der Erinnerung“, der seit zwei Jahren in Deutschland unterwegs ist und mehr als 70 Bahnhöfe angesteuert hat, bislang rund 240.000 Menschen besucht.

Der „Zug der Erinnerung“ dokumentiert mit seinen Waggons beispielhaft die Geschichte der Deportationen von Millionen von Menschen während der Terrorherrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland. Das Projekt wird von Bürgerinitiativen aus der ganzen Bundesrepublik getragen und ist seit November 2007 in deutschen Städten unterwegs. In Bonn erinnert der Zug besonders und sehr konkret an Tausende Juden, Sinti und Roma sowie weit über 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der „Bonner Provinzial Heil- und Pflegeanstalt“ sowie der „Rheinischen Klinik für Jugendpsychiatrie“, die mit Zügen von Bonner Bahnhöfen aus zumeist in die Konzentrationslager in Osteuropa deportiert und dort ermordet wurden. Der Zug ist vom 2. bis 5. März von 9.00 bis 19.00 Uhr kostenlos im Hauptbahnhof zu besichtigen. Bonner Institutionen und Vereine, unter ihnen der "Verein an der Synagoge" und das Evangelische Forum Bonn, bieten ein umfangreiches Begleitprogramm mit Diskussionen, Filmen, Zeitzeugnissen und einem Stadtrundgang „Bonn in der NS-Zeit“. (Programm-Flyer zum Download unten auf dieser Seite)

Weitere Infos: http://www.zug-der-erinnerung.eu/ 

 

 

 

Joachim Gerhardt / 02.03.2009

 



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