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Aus Bethlehem auf den Bonner Weihnachtmarkt

Eine moderne Krippengeschichte

Weltgeschichte wird konkret. Die Königswinterer Familie von Holst unterstützt im dritten Jahr den palästinensischen Christen Jerries Ghawaly auf den Bonner Weihnachtsmarkt. Dort verkauft er Krippen und vieles mehr aus Olivenholz seiner Heimat.

Der Krippenschnitzer Jerries Ghawaly aus Bethlehem mit seiner Hütte, auch in diesem Jahr nur wenige Meter vom Münster entfernt auf dem Bonner Weihnachtsmarkt. (Foto: J.Gerhardt) LupeDer Krippenschnitzer Jerries Ghawaly aus Bethlehem mit seiner Hütte, auch in diesem Jahr nur wenige Meter vom Münster entfernt auf dem Bonner Weihnachtsmarkt. (Foto: J.Gerhardt)

Günther von Holst erzählt von einer Familie, die im „Heiligen Land“ eine Lebensperspektive sucht:

Vor vier Wochen haben wir den Olivenholzschnitzer Jeries nahe Bethlehem besucht. Wir fotografierten seine Familie im Garten, wie sie unter den Olivenbäumen stehen. Die drei Kinder hatten wir gleich am ersten Tage auf dem Schulhof von Taliha kumi begrüßt. Die beiden Großen lernen neben dem Arabischen bereits Englisch und Deutsch. Der kleine Eli ist im Schulkindergarten und erinnert uns genau an unseren jüngsten Enkel Liam. Er ist im gleichen Alter und kann auch so in Wut geraten, wie gerade auf dem Bild. Dann rennt er weg und heult, weil er den Fotoapparat nicht in die Hand kriegte, als der 10-Jährige uns knipsen durfte.

 

 

Familienbild Ghawaly daheim im Garten in Bethlehem (Foto: G. von Holst) LupeFamilienbild Ghawaly daheim im Garten in Bethlehem (Foto: G. von Holst)

Wir empfanden diese drei Schwarzhaarigen ganz ähnlich wie unsere drei blonden Enkeln in Vettelschoß: Junge, Mädchen, Junge, Fußball mit 10, Barbiepuppen mit 7 und toben mit 5. Wie sich die Kinder gleichen und wie anders die Kulturen sind! Und doch: Trotz des weiten Mittelmeers dazwischen der gleiche Glaube.

Nun steht der Vater auf dem Bonner Weihnachtsmarkt. Was hat er mitgebracht? Olivenholzkrippen, Engel, Christophorus mit dem Jesuskind, Schafe, Kamele, sowie Weihnachtsbaumsterne, aber auch von den Frauen im Ort bestickte Seidenschals, Tischmatten oder Tragetaschen mit den typisch orientalischen Farbmustern. Auf diesem Markt hatten wir ihn vor drei Jahren kennengelernt und eine schöne Krippe erworben. Er lud uns in seinen palästinensischen Wohnort bei Bethlehem ein. Dort haben wir kürzlich seine Frau und die Kinder getroffen. Wir merkten, dass diese lebendigen Kinder eine Schule besuchten mit zur Selbständigkeit führender Erziehung. Unsere Patenschaft wird durch den Berliner Jerusalemsverein vermittelt. Auch die Eltern bemerken den Unterschied.

 

 

Die Mauer, die Israel Schutz bietet, und doch das Leben so vieler Menschen beeinträchtig, nur wenige Meter neben dem Haus von Familie Ghawaly. (Foto: G. von Holst) LupeDie Mauer, die Israel Schutz bietet, und doch das Leben so vieler Menschen beeinträchtig, nur wenige Meter neben dem Haus von Familie Ghawaly. (Foto: G. von Holst)

Bei unserem Besuch im Oktober führte Jeries uns zur nur 100 Meter entfernten und neun Meter hohen israelischen Mauer, die die Häuser überragt und bereits durch den Ort und zum Teil rund um bewohnte Häuser geht, deren Fenster auf drei Seiten nur Beton sehen lassen. Mittlerweile ist Bethlehem von diesem wachsenden Bauwerk umzingelt. Um Arbeit in Ostjerusalem zu finden –  in Palästina haben 60 Prozent der Männer keine Arbeit – benötigen sie einen Passierschein der israelischen Militärbehörde. Selbst um ihre Wäsche zu waschen, bestellen sie den Wassertankwagen, dessen Inhalt viermal teurer ist, als das saubere Wasser der israelischen Siedler oberhalb der Stadt. Richtig sauber schmeckt es nicht.

So lange der Verkaufserlös den Flug nach Deutschland zulässt, können die Schnitzer ihre Familien noch unterhalten. Manche sind auf ihre bereits ausgewanderten Verwandten angewiesen. Soll das Geburtsland Jesu zu einem entvölkerten Ort der Steindenkmäler degenerieren? Wir haben beschlossen, wenigstens dieser christlichen Familie weiter beizustehen.
Günther von Holst

 

Die aktuelle PROtestant-BUCHEMPFEHLUNG ZUM THEMA

Von Horst Dahlhaus

Frieden in Nahost

Avi Primor, von 1993 bis 1999 Botschafter Israels in Bonn, ist seit seinem Abschied aus dem diplomatischen Dienst ein unermüdlicher Verfechter einer machbaren Friedenslösung im israelisch-palästinensischen Konflikt. Bisher haben sich alle vertraglichen Vereinbarungen für eine Lösung als Makulatur erwiesen, weil keine Seite den Mut hatte, sich gegen die eigenen Extremisten durchzusetzen. Deshalb fordert Primor ein neues Engagement in einem Verbund des charismatischen US-Präsidenten Obama mit der EU, vor allem mit Frankreich und Deutschland, zur Beendigung dieses Konfliktes. Dazu sei die Aufstellung einer internationalen Schutztruppe, ausgestattet mit einem robusten Mandat erforderlich, die an Stelle israelischer Soldaten im Westjordanland die Einhaltung vertraglicher Vereinbarungen überwachen soll.

In seinem neuen Essayband erläutert er sein Konzept, in dem er vor allem versucht, nicht nur die Sicherheitsbedürfnisse Israels und eines neuen autonomen Staates Palästina zu verstehen, sondern sich auch in die Interessen  anderer Beteiligter (Syrien und Libanon) hinein zu denken. Primor ist davon überzeugt, dass auch Gespräche mit der Hamas in Gaza friedensnotwendig sind. Avi Primors Standpunkt sollte in die künftigen Vorschläge für eine Lösung des Konfliktes dringend einbezogen werden, weil er wichtige Impulse gibt.

Avi Primor, Frieden in Nahost ist möglich – Deutschland muss Obama stärken, Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2010, 93 S., 10 €.

 

 

ger /

 



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