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Jahresempfang der Griechisch-orthodoxen Metropolie in Bonn:

Im Zeichen der Ökumene

Die Orthodoxen sind treue Wegbereiter der Ökumene. Zum Jahresempfang der Griechisch-orthodoxen Kirche in Deutschland machte Metropolit Augoustinos an seinem Bonner Bischofssitz einmal mehr deutlich: "Die Kirchen müssen spirituell weiter zusammen wachsen."

Gruppenbild der versammelten Ökumene zum Jahresempfang der Griechisch-orthodoxen Metropolie Anfang Juni in Bonn. (Foto: Karola Conrads-Butenhof) LupeGruppenbild der versammelten Ökumene zum Jahresempfang der Griechisch-orthodoxen Metropolie Anfang Juni in Bonn. (Foto: Karola Conrads-Butenhof)

Beispielhaft nannte der ranghöchste Vertreter der Grechisch-orthodoxen Kirche in Deutschland den 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Der sei ein „eindrucksvoller Brückenschlag zwischen den Konfessionen" gewesen. Die Schritte der Ökumene müssten nun mutig fortgesetzt werden, wünscht sich Augoustinos. Auch und gerade als Antwort auf die Krise der Kirche durch die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Dabei machte der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland deutlich, dass "diese Krise die ganze Kirche und damit die ganze Ökumene betrifft".

Thema Missbrauch: Bischof Ackermann über „Heiligkeit und Sündigkeit der Kirche“

Missbrauch war das zentrale Thema des Jahresempfangs der Jahresempfang der Griechisch-orthodoxen Kirche am Sitz ihrer Metropolie in Bonn-Beuel. Vor vielen Gästen auch aus der Bonner Ökumene war Trierer Bischof Stephan Ackermann eingeladen, über das Thema „Heiligkeit und Sündigkeit der Kirche“ zu sprechen. Der Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fälle sexuellen Missbrauchs war deutlich und fand Worte, die man vor einigen Jahren aus römisch-katholischem Bischofsmunde wohl kaum gehört hätte, so die Einschätzung nicht weniger Besucher. Bischof Ackermann forderte einen offenen Umgang mit den Missbrauchsfällen und sagte: „Wo die Wahrheit verschwiegen wird, degeneriert die Heiligkeit zur Scheinheiligkeit.“

Die Aufdeckungen zahlreicher Missbrauchsfälle „haben uns mit einer dunklen Seite der katholische Kirche konfrontiert,“, so Ackermann. Seine Kirche stehe deshalb vor der großen Herausforderung, einer selbstkritischen Sicht auf die jüngste Kirchengeschichte. Der Bischof widersprach Ansichten, dass zwar Einzelne Verfehlungen begehen könnten, die Kirche als „heilige Institution“ davon aber unberührt bliebe. „Wenn Menschen, die im Namen der Kirche reden und handeln, sich sündig machen, betrifft das die ganze Kirche. Es gibt auch eine strukturelle Sünde der Kirche.“ Er warnte aber davor, mit dieser Sicht persönliche Verantwortung auf eine abstrakte Ebene abzuschieben. „Wirkliche Verantwortung liegt immer bei der Person“, betonte Ackermann.

Die klaren Worte fanden viel Zustimmung beim anschließenden interkonfessionellen Hofgespräch mit viel Kirchen- und Gesellschaftsprominenz aus der ganzen Republik vor der eindrucksvollen Beueler Metropolitanbasilika. Der Abschluss der Festrede jedoch erzeugte bei manchen Kritik. Ackermann hatte die katholische Kirche mit einer Sünderin gleichgesetzt, die laut biblischer Erzählung von der aufgebrachten Menge gesteinigt werden soll. Es war Ackermanns Versuch, die "Schuldhaftigkeit der Kirche" zu erklären und dabei doch das Vertrauen auf Jesu rettendes Handeln im Blick zu behalten. Jesus begegnet dem Volkszorn bekanntlich mit dem Satz „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein", woraufhin die nach Gesetz und Gerechtigkeit rufenden Menschen nach und nach still und leise abziehen.

Ob sich nun gerade dieses biblische Zeugnis für die katholische Kirche dieser Tage eignet? Ob sich die Kirche hier nicht doch wieder eher als Opfer denn als Täter sieht? Der Bischof hatte dem ja gerade erst widersprochen. Ein evangelischer Pfarrer unter den Gästen erinnerte mit weisem Blick an den Ausgang dieser biblischen Geschichte aus dem Johannes-Evangelium (Kapitel 8), den Ackermann in seinen Ausführungen weggelassen hatte. Dort spricht Jesus nun, allein zurück geblieben mit der Ehebrecherin: "Geh hin und sündige nicht mehr!" - Amen. So sei es.

 

 

 

 

Joachim Gerhardt /

 



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