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Beschlüsse, Diskussionen und Meinungen

Bonner Stimmen von der Landessynode 2011

Sechs Bonnerinnen und Bonner vertreten unseren Kirchenkreis auch 2011 auf der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr. Lesen Sie ihre Eindrücke und persönliche Stimmen zu den wichtigsten Beschlüssen aus Bonner Sicht.

In der Diskussion: der Bonner Diakoniegeschäftsführer Ulrich Hamacher (v.l.), Pfarrer Siegfried Virgils, Dorothea Geffert und der stellvertretende Bonner Superintendent, Pfarrer Wolfgang Harnisch. (Foto: J. Gerhardt) LupeIn der Diskussion: der Bonner Diakoniegeschäftsführer Ulrich Hamacher (v.l.), Pfarrer Siegfried Virgils, Dorothea Geffert und der stellvertretende Bonner Superintendent, Pfarrer Wolfgang Harnisch. (Foto: J. Gerhardt)


Die Bonner Vertreter sind neben Superintendent Eckart Wüster, der auch Mitglied der Kirchenleitung ist, Wolfgang Harnisch, Synodalassessor und Pfarrer der Johanniskirchengemeinde aus Bonn-Medinghoven, Berufsschulpfarrer Siegfried Virgils von der Lukaskirchengemeinde Bonn-Nord, Presbyterin Dorothea Geffert aus Bornheim, Diakoniegeschäftsführer Ulrich Hamacher sowie als berufenes Mitglied der Landessynode Polizeipräsident Wolfgang Albers.

 

 

Landessynode unter dem Kreuz: Bonns Superintendent Eckart Wüster (2.v.l.) auf dem Podium der Kirchenleitung. (Foto: Anna Neumann/ekir) LupeLandessynode unter dem Kreuz: Bonns Superintendent Eckart Wüster (2.v.l.) auf dem Podium der Kirchenleitung. (Foto: Anna Neumann/ekir)

Superintendent Eckart Wüster: "Eine anstrengende Woche liegt wieder hinter den ca. 220 Landessynodalen. Um 9.00 Uhr beginnen die Tage, um 22.00 Uhr sind sie längst nicht immer beendet. Der Einsatz aller ist bewundernswert, das Engagement der vielen Ehrenamtlichen ist enorm. So möchte ich mich an dieser Stelle einmal bei unseren Bonner Synodalen herzlich bedanken für ihre Bereitschaft, sich diesem Marathon zu unterziehen und an der Zukunft unserer Rheinischen Kirche mitzuarbeiten.

Die Synode  hat eine Reihe wichtige Beschlüsse gefasst. Ich möchte über einen Beschluss berichten, der im Vorfeld vor allem bei der Pfarrvertretung für Irritationen gesorgt hatte. Man befürchtete, dass die Presbyterien durch einen solchen Beschluss das Recht verlieren sollten, Ihre Pfarrer und Pfarrerinnen selbst zu wählen. Doch darum geht es überhaupt nicht.

Nachdem die Kirchenkreise in den letzten Jahren bereits eine Pfarrstellenkonzeption verabschiedet haben, sollen sie nun verpflichtet werden, auch eine Rahmenkonzeption für die anderen beruflich Mitarbeitenden unserer Gemeinden und Kirchenkreise zu erstellen. Dabei geht die Rheinische Kirche von der Erkenntnis aus, dass es in unserer Kirche einen Dienst an den Menschen gibt, zu dem alle Getauften berufen sind. Dieser eine Dienst wird jedoch in verschiedenen Ämtern ausgeübt. Epheser 4, 11-12 bildet die Grundlage für diese Überzeugung, dass Gott einige aus der Gemeinde zu Aposteln, einige zu Propheten, einige zu Evangelisten berufen hat.

Daraus folgt für uns, dass wir einen sog. Personalmix erhalten wollen. Dabei machen wir zunehmend die Erfahrung, dass z.B. im Bereich der Jugendarbeit und der Kirchenmusik immer mehr Teilzeitstellen in den Gemeinden eingerichtet werden, weil die finanziellen Mittel geringer werden. Dadurch sind diese Stellen für viele nicht mehr attraktiv. Auch deshalb nicht, weil man seinen Lebensunterhalt davon nicht mehr bestreiten kann.

Der Beschluss der Synode sieht nun vor, dass es auf Kirchenkreisebene zwischen den Gemeinden zu Absprachen und Vereinbarungen kommt, durch die mehr Vollzeitstellen erhalten bzw. eingerichtet werden. Bis zur nächsten Synode im Januar 2012 sollen für solche Absprachen verschiedene Modelle erarbeitet werden, an denen sich die Kirchenkreise für die eigenen Planungen orientieren können."

 

 

Die Landesynode tagt einmal im Jahr und stellt die Weichen für alle kirchenleitenden Entscheidungen der rheinischen Landeskirche, der mit mehr als 2,8 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche in Deutschland. (Foto: Joachim Gerhardt) LupeDie Landesynode tagt einmal im Jahr und stellt die Weichen für alle kirchenleitenden Entscheidungen der rheinischen Landeskirche, der mit mehr als 2,8 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche in Deutschland. (Foto: Joachim Gerhardt)

FINANZIELL NUR EINE "ATEMPAUSE"

Ulrich Hamacher: „Das Programm der Synode war diesmal sehr voll, gerade auch mit schwierigen Themen. Erstaunlich ist, wie viel man mit 250 Leuten in fünf Tagen bearbeiten kann. Auch in sehr kontrovers diskutierten Fragen sind am Ende recht einmütige Entscheidungen herausgekommen. Zum Beispiel bei der notwendigen Umstellung auf die Kaufmännische Buchführung, bei Besoldung und Altersversorgung der Pfarrerinnen und Pfarrer, oder im Beschluss, Standards für die Qualität der Verwaltungsarbeit zu entwickeln.

Besonders erfreulich finde ich die klare Aussage der Synode gegen die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken.

Als Mitglied des Finanzausschusses ist das Geld mein Hauptthema. Die Evangelische Kirche hat zurzeit Teil an den positiven Auswirkungen des Aufschwungs. Die Kirchensteuern sind in 2010 nicht wie befürchtet eingebrochen. Allerdings waren die Einnahmen doch insgesamt etwa 25 Millionen Euro geringer als in 2009. Für 2011 wird mit Kirchensteuern etwa in der Höhe von 2010 gerechnet. Eine Atempause. Niemand weiß, wie lange so ein wirtschaftlicher Aufschwung dauert. Aber alle wissen, dass er irgendwann endet. Schon jetzt ist das Geld knapp, also werden die Spardiskussionen in einer der nächsten Landessynoden weitergehen müssen."

AM 5. FEBRUAR 2012 PESBYTERIUMSWAHLEN

Dorothea Geffert: „Eines der anstehenden Themen war die radikale Vereinfachung der Presbyteriumswahlen. Unter anderem sollte die Wahlliste für Mitarbeitende abgeschafft werden. Von meinem Presbyterium hatte ich den Auftrag bekommen mich dafür einzusetzen, dass dies nicht geschieht. Dazu gab es in verschiedenen Ausschüssen kontroverse Diskussionen. Die Meinung der federführenden Ausschüsse blieb unterschiedlich. Das Plenum stimmte schließlich für eine eigene Mitarbeitenden-Wahlliste, wie es sie bisher auch gab. Die nächsten Wahlen finden übrigens am 5. Februar 2012 statt!

Beeindruckt hat mich bei diesem und auch „heißeren“ Themen die Streitkultur in der Synode. Trotz verschiedener Meinungen war der Umgang miteinander fair! Es wurde sachlich um ein gutes Ergebnis für unsere Landeskirche gerungen. Am Ende einer Sitzung sangen wir zusammen und diskutierten abends beim inoffiziellen Teil weiter. Geschlafen wir haben wir nicht viel …“

AUS DEM THEOLOGISCHEN AUSSCHUSS

Pfarrer Wolfgang Harnisch: „Der ständige theologische Ausschuss hat im Nachgang zu dem Beschluss „Wirtschaften für das Leben“ (Landessynode 2008) eine Vorlage für die Synode erarbeitet. Diese wurde intensiv besprochen und an verschiedenen Stellen überarbeitet. Es sind im Wesentlichen Impulse aus der Tora, die in dieser Schrift aufgenommen werden. Auch wenn die Rechtssätze der 5 Bücher Mose nicht unmittelbar in heutiges Recht übertragbar sind, enthält die Tora doch Rechtsprinzipien, die auch heute von Bedeutung sind. „In der Bibel wird der Schrei der Armen gehört, die unter ausbeuterischen Bedingungen ihr Leben fristen. Gott führt aus der Sklaverei heraus…“ Der Text wurde auf der Synode gründlich besprochen. Ob er in unseren Gemeinden auch aufmerksame Leser findet? Das Studium der Bibel lohnt sich allemal.

Ich entdeckte am Büchertisch „Die Bibel in kurzen Nachrichten: Und Gott chillte“. Da werden biblische Texte knapp zusammengefasst: „Mose auf Berg Sinai: Sag Israel, sie sollen Feiertag halten, jedes siebte Jahr Agrar-Pause als Sabbatjahr… Jeder erhält zurück, was er verdient, wenn die Zeit da ist… Fairer Handel soll betrieben werden… Keine Zinsen, Aufschläge von Armen nehmen.“ So ist die Bibel voller Entdeckungen, die uns heute anregen, für eine gerechtere Welt einzutreten.“

BESOLDUNGS- UND VERSORGUNGSFRAGEN

Wolfgang Albers:Besoldung- und Versorgungsfragen gehört nicht gerade zu den beliebtesten und öffentlichkeitswirksamsten Themen einer Landessynode. So wurde dieses Thema zwar heftig diskutiert, in der Öffentlichkeit aber wenig wahrgenommen.

Letztendlich ging es bei der Beratung der Drucksache12 „ Kirchengesetz zur Neuordnung des Besoldungs- und Versorgungsniveaus in der evangelischen Kirche im Rheinland“  um zwei Komplexe. Zum einen wurde die langjährige Diskussion um die Besoldung der Pfarrer, Superintendenten, Landespfarrer und Kirchenbeamten in den unterschiedlichen Organisationen unserer Kirche einem Ergebnis zugeführt. Darüber hinaus sollte die Versorgung, also die Pensionen dieser Gruppen, in den nächsten Jahrzehnten gesichert werden. Dies bedeutet deutliche Einschnitte bei den Pfarrerinnen und Pfarrern in den Gemeinden. Im Besoldungsbereich war insbesondere die Besoldung der Superintendentinnen und Superintendenten sowie der Landespfarrerinnen und Landespfarrer umstritten. Gerechtigkeit und Solidarität der Pfarrerschafft waren zwei Stichworte, unter denen die sehr engagierte, ernsthafte und verantwortungsvolle Diskussion in vier Ausschüsse und zu später Stunde auch im Plenum geführt wurde. Letztendlich wurde die Vorlage mit großer Mehrheit beschlossen. Die Kirchenleitung wird aufgefordert, bei der Weiterentwicklung der Materie, systemische Widersprüche zu bearbeiten. Ferner soll geprüft werde, in wieweit sich neue Verfahrenswege für die Feststellung der Besoldung und Versorgung entwickeln lassen. So soll in Zukunft eine Diskussion vermieden werden, die auf der Landessynode 2011 bei vielen einen „schalen Geschmack“ hinterließ.“

UMSTRITTENES "NKF"

Pfarrer Siegfried Virgils: „Das gesaströseste Ereignis“, seit dem sie in der Kirchenleitung sei, nannte Vize-Präses Petra Bosse-Huber, das Projekt, mit eigenen Kräften aus dem Landeskirchenamt und einem Budget von zunächst 27000,00 € und schließlich ca. 6 Millionen € das „Neue Kirchliche Finanzwesen“ (NKF) einzuführen. 2006 hatte die Landessynode einem entsprechenden Plan der Kirchenleitung mit sehr großer Mehrheit zugestimmt, denn unsere Kirche braucht auf allen drei Ebenen, in den Gemeinden, den Kirchenkreisen und der Landeskirche eine  Finanzverwaltungsreform. Ich war ebenfalls bei den damaligen Befürwortern.

August 2009 beschrieben externe Prüfer das Ausmaß des Desasters mit folgenden Worten: „….die installierte Projektorganisation (sei) als unzureichend, erheblich unterbesetzt und insgesamt als grob fahrlässig zu bewerten“. Die Kirchenleitung und der für die Finanzen zuständige Oberkirchenrat Immel übernahmen die Verantwortung. Die Landessynode beschloss einen Stopp des Projektes.

Jetzt ein Jahr später, nach zwölf Monatiger intensiver Arbeit in einer Lenkungsgruppe mit externer Beratung, einem neuen Projektauftrag, einem neuen – dreimal höheren – Budget von nunmehr 18,542 Millionen € seien „die konzeptionellen Grundlagen (…) heute so gut, dass wir nun davon ausgehen können, dass das Projekt funktioniert und zu diesen Kosten realisierbar ist.“
Mit sehr großer Mehrheit, bei 19 Nein-Stimmen und 12 Enthaltungen ist jetzt die Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens bis zum Jahr 2015 beschlossen worden. Jährlich muss der Landessynode berichtet werden.

Ich habe mit Nein gestimmt, weil ich zwar davon überzeugt bin, dass sowohl mit der bisherigen (erweiterten) kameralistischen Buchführung als auch mit einer Doppelten Buchführung die kirchlichen Finanzen sachgemäß und verantwortlich verwaltet werden können – ich befürchte jedoch eine Kostenexplosion, wie sie zwischen 2006, 2009 und 2011 geschehen ist.  
Trotzdem: wir werden das Neue Kirchliche Finanzwesen nun einführen – die Landessynode hat es mit sehr großer Mehrheit so beschlossen!“

Alle weiteren Infos zur Landessynode 2011: www.ekir.de

 

 

ger /

 



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