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Evangelische Kirche in Bonn unterstützt Mahnmal zur Bücherverbrennung

Lutherkirchengemeinde gibt 1 Euro pro Gemeindemitglied

Die Evangelische Kirche in Bonn unterstützt das geplante Bürgermahnmal zur Bücherverbrennung auf dem Bonner Marktplatz. Es fehlen aber immer noch rund 50.000 Euro. Und ein wenig mehr öffentliche Resonanz wäre auch wünschenswert.

Entwurf des Mahnmals für den Bonner Rathausplatz (Foto: www.knitz.net) LupeEntwurf des Mahnmals für den Bonner Rathausplatz (Foto: www.knitz.net)

„Wir hoffen sehr, dass die Summe zusammenkommt, um das Denkmal zu errichten“, sagt Superintendent Eckart Wüster und appelliert an alle Kirchengemeinden, das Projekt bekanntzumachen. „Es ist unsere Aufgabe, die Erinnerung an das Geschehene wachzuhalten, gerade weil immer mehr junge Menschen mit dem Schrecken des Nationalsozialismus wenig anfangen können“, so Wüster.

Der Entwurf des Künstlers Andreas Knitz und des Architekten Hort Hoheisel sieht über dem Bonner Marktplatz verstreute „Lesezeichen“ vor, die an die Bücherverbrennung erinnern sollen. Die Lesezeichen nennen Titel und Autoren der von den Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 auch in Bonn verbrannten Werke. Die zunächst zufällig auf dem Platz verteilten Lesezeichen verdichten sich an der Stelle vor der Treppe des Alten Rathauses, an der die Bücher verbrannt wurden. Das Mahnmal soll am 10. Mai 2013 zum 80. Gedenktag an die Bücherverbrennung eingeweiht werden.

Für die Finanzierung dieses Projektes werden 64.000 € benötigt, die vor allem aus Spendengeldern und privaten Mitteln erfolgen soll. Ende November 2012 soll die Summe stehen. Bislang sind aber erst knapp 10.000 Euro eingegangen.

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und der Rektor der Universität Jürgen Fohrmann haben bereits in einem gemeinsamen Spendenaufruf um finanzielle Unterstützung geworben. Im April hat sich der Bonner Stadtrat dafür ausgesprochen, dass das Denkmal ein „Bürgerdenkmal“ werden soll. Er ruft die Bonner Bevölkerung zu einer Spende von „10 Euro für ein Bürgermal – gegen das Vergessen“ auf.

Beispielhaft hat die Lutherkirchengemeinde in der Bonner Südstadt jetzt entschieden, in verschiedenen Aktionen in der Gemeinde Spenden zu sammeln. „Wir garantieren, dass mindestens ein Betrag von einem Euro pro Gemeindeglied zusammenkommt, das sind 3.797 Euro“, betont Pfarrerin Ulrike Veermann von der Lutherkirche. Zudem sind rund um den Gedenktag zur „Reichspogromnacht“ am Freitag, 9. November, diesen Jahres in der Lutherkirche (19.30 Uhr u.a. mit Superintendenten Eckart Wüster) und an anderen Orten in Bonn Lesungen geplant von Autoren, deren Bücher zur Zeit des Nationalsozialismus verbrannt wurden. Die Einnahmen dieser Veranstaltungen kommen ebenfalls dem Projekt zugute, so Berthold Lange, der das Projekt an der Lutherkirche koordiniert. Lange hofft zudem, das engagierte Menschen Lesungen an diesen Tagen auch an anderen Orten in der Stadt veranstalten: in Cafés, Büchereien, Buchläden ... "Wir wollen das Bewusstsein schärfen", sagt er.

Kontakt: Berthold Lange, Tel. 21 72 06 / E-Mail: b.lange@lutherkirche-bonn.de

Spenden-Konto 11312 der Stadt Bonn bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98), Verwendungszweck „4230.5453.7789 - Erinnerungsmal Bücherverbrennung“

Die Lutherkirche sammelt unter dem Stichwort „Erinnerungsmal Bücherverbrennung“ auf dem Konto 364 der Lutherkirchengemeinde Bonn ebenfalls bei der Sparkasse KölnBonn.

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Jeannine Gebauer/ger / 11.09.2012



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