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EM: Public Viewing unterm Kirchendach auch in Bonn

Fußball-Europameisterschaft, der Ball rollt: Wie das runde Leder auch in der Kirche läuft, berichtet Pressepfarrer Joachim Gerhardt im Gespräch mit Pfarrer Siegfried Eckart aus der Thomaskichengemeinde in Bad Godesberg auf Radio Bonn/Rhein-Sieg.

"Himmel und Erde" - das Magazin der Kirchen auf den Lokalradios NRW jeden Sonntag zwischen 8.00 und 9.00 Uhr "Himmel und Erde" - das Magazin der Kirchen auf den Lokalradios NRW jeden Sonntag zwischen 8.00 und 9.00 Uhr

Anmoderation: Am kommenden Freitag Punkt 18 Uhr ist endlich Anstoß zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Zum Eröffnungsspiel läuten zwar nicht die Glocken, aber mitgefiebert wird auch in den Kirchen. Viele Gemeinden bieten nämlich wieder "Public Viewing" an - oder „public screening“, wie das ganz modern heißt. Rudelgucken unterm Kirchendach - Pfarrer Siegfried Eckert aus Bonn sagt, warum:

Siegfried Eckert: Das hat bei uns schon eine gute Tradition. Wir machen das schon seit der WM in Südafrika. Und versammeln wirklich Groß und Klein, Alt und Jung, Dick und Dünn und haben hier eine Gemeinschaft beim Fußball gucken, die schon besonders ist und uns allen Freude macht. Darum kommen die Leute auch gerne.

Joachim Gerhardt: Klar, Pfarrer Eckert von der evangelischen Thomaskirchengemeinde in Bonn-Friesdorf ist selbst ein großer Fußballfan. Aber sein Angebot hat für ihn durchaus auch eine geistliche Dimension:

Siegfried Eckert: Mein Leitwort, als ich hier vor sieben Jahre in der Gemeinde angefangen haben, war eines von Apostel Paulus: `Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Traurigen´. Und ich finde, dass ist eine geistliche Dimension, dass wir das ganze Leben in seinen Höhen und seinen Tiefen miteinander teilen und versammeln, und da gehört auch die schönste Nebensache der Welt dazu.

Joachim Gerhardt: Die Evangelische Kirche in Deutschland ermutigt ihre Gemeinden dazu, Public Viewing anzubieten. Gleichzeitig empfiehlt sie, das Rudelgucken durch Andachten, Gottesdienste oder besondere Aktionen einzurahmen. Aber das geht Siegfried Eckert dann doch zu weit:

Siegfried Eckert: Ich find, manches kann man auch übertreiben. Wir hatten einmal die Situation, dass wir unseren Gemeindesaal wegen einer Taufe vermietet hatten, bei der letzten Weltmeisterschaft. Dann saßen wir bei den großen Spielen in der Kirche. Das ist Botschaft genug. Und das verbindet uns auch – aber jetzt da noch was draufzusatteln, Andachten halten, Kerzen anzünden und all solche Dinge, das fände ich ein bisschen eins drüber.

Joachim Gerhardt: Und was ist, wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt und die deutsche Mannschaft früh ausscheidet – wird der Pfarrer dann gleich Seelsorge anbieten und Trost spenden?

Siegfried Eckert: Naja, der Pfarrer war jetzt selbst erst einmal sehr niedergeschlagen, weil er als großer Bayernfan mit der Gemeinde DFB-Pokal gegen Dortmund geguckt hat und dann brauchte er selbst Seelsorge oder jetzt nach dem Ausscheiden aus der Champions League. Das Schöne ist wirklich, dass man sich da auch in den Armen liegen kann, dass man dann noch ein Bier trinkt oder ein Mineralwasser und über die Dinge quatscht, aber auch, das man´s nicht so ernst nehmen muss.

Joachim Gerhardt: Und wer wird am Ende Fußball-Europameister?

Siegfried Eckert: Holland, Frankreich oder Deutschland

Beitrag im Rahmen der Sendung „Himmel und Erde“ auf den Lokalradios in NRW (3. Juni 2012) von Joachim Gerhardt / Redaktion: Manfred Rütten (www.ekir.de/pep)

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3. Juni 2012



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