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Forum-Treffen mit insgesamt 60 Persönlichkeiten aus Bonn

Forum Vision Bonn 2025 legt Entwicklungsperspektiven für die Stadt vor

Auf Initiative von Kirchen, Sozialverbänden, Wirtschaft und Gewerkschaften hatten sich etwa 60 Persönlichkeiten aus Bonn von Dezember 2011 bis Juli 2012 in insgesamt fünf Tagungen zum „Forum Vision Bonn 2025“ versammelt. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Ziel waren gemeinschaftliche Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Unter den Teilnehmern war auch Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Anliegen war es, eine Gesprächsebene zu schaffen, bei der die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten in einen konstruktiven ver-trauensbildenden Dialog treten. „So war es möglich, einen Konsens über eine mögliche strategische Ausrichtung der Stadt zu erzielen und diesen hiermit der weiteren Diskussion innerhalb der Stadtgesellschaft vorzulegen“, erläuterte Pfarrer Eckart Wüster, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn, beim heutigen Pressegespräch der Initiatoren. „Wichtig war uns im Forum die sachorientierte Diskussion über Parteigren-zen hinweg und ein Prozess, der von Vertrauen und nicht von Konfrontation geprägt war“, so Monsignore Wilfried Schumacher, Stadtdechant. Dies ist gelungen. Das Papier wurde einstimmig beschlossen.

Drei Zukunftsthemen

Das Forum hat die Entwicklungsperspektiven für die Stadt Bonn dabei auf drei Zukunftsthemen fokussiert: „Identität“, „Arbeitsmarkt – Wirtschaft – Finanzen“ und „Bildung und soziale Stadtgesellschaft“. Sie bergen die Entwicklungspotentiale, die entfaltet werden sollen. Um diese Zukunfts-themen zu konkretisieren, wurden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – insgesamt 17 Unterthemen benannt.

Das Zukunftsthema „Identität“ umfasst ein ganzes Bündel von Facetten (u. a. die einmalige Position Bonns als Bundesstadt und als UN-Standort, ihre Lage am Rhein oder ihr Potential als Kultur- und Wissenschaftsstadt oder der Stadt eines selbstverständlichen Miteinanders der Religionen), die aus Sicht des Forums geeignet sein können, dass die Bonner Bürgerinnen und Bürger sich neu und verstärkt mit ihrer Stadt identifizieren. „Als wachsende Stadt soll die Bundesstadt Bonn im Prozess der Weiterentwicklung bis 2025 eine aktive und selbstbewusste Rolle einnehmen“, so Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Bonn und Region.

Ist-Soll-Ideen

Zu den einzelnen Themen haben die Teilnehmer Ist-Zustand, Soll-Zustand und Ideen zur Verwirklichung formuliert. Beispielsweise sehen die Teilnehmer als Ziel, dass die Stadt Bonn im Jahr 2025 die Zahl der Arbeits-plätze durch weitere Vereinbarungen gesichert und neue Arbeitsplätze erschlossen haben wird. Außerdem soll der für Bonn unverzichtbare UN-Standort durch eine aktive Ansiedlungspolitik in den Feldern Entwick-lungshilfe/Umwelt/Nachhaltigkeit dauerhaft gesichert werden.

Die Zukunft der Stadt Bonn hängt, so das Forum, zudem von einer guten Entwicklung des hiesigen Arbeitsmarkts und Ausbildungsangebots sowie von der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt ab. Diese Fragen sind zusammen mit einem Blick auf die kommunale Haushaltslage Gegenstand des zweiten Zukunftsthemas „Arbeitsmarkt – Wirtschaft – Finanzen“ gewesen. Auf dem Arbeitsmarkt soll bis zum Jahre 2025 die Arbeitslosenquote weiter gesenkt und die Langzeitarbeitslosigkeit verringert werden. „Es gibt einen weiteren Zuzug an Fachkräften in der Arbeitsmarktregion. Das führt dazu, dass auch weitere Unternehmen sich in der Region ansiedeln“, so beschreibt Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, eines der vom Forum formulierten Ziele. „Die vorhandenen Fachkräftepotenziale sind voll ausgeschöpft worden. Inklusion und Integration nehmen alle Schüler von Anfang an mit. Arbeitssuchende haben den Weg in die Beschäftigung gefunden.“ Als mögliche Ideen zur Verwirklichung dieser Ziele wurden z. B. im Forum ein „verbessertes regionales Über-gangsmanagement“ sowie ein „regionales Bündnis für Fachkräfte“ genannt.

Im dritten Zukunftsthema versammelt das Forum unter der Überschrift „Bildung und soziale Stadtgesellschaft“ seine Vorstellungen zur Zukunft Bonns. Hier ging es unter anderem um eine ausreichende und bedarfsgerechte Wohnsituation, die Förderung von Familien, Teilhabe benachteiligter Menschen, die Wertschätzung und Förderung bürgerschaftlichen Engagements sowie die weitere Profilierung Bonns als „junger“ Stadt inmitten des demographischen Wandels.

„Wir legen mit unserer Vision Bonn 2025 eine erste Diskussionsgrundlage vor, die wir mit ihren vielfältigen Anregungen als Angebot an eine offene Stadtgesellschaft sehen und nicht in erster Linie als Arbeitsauftrag an Politik und Verwaltung“, so Jean-Pierre Schneider, Caritasdirektor. „Wir laden alle Bonnerinnen und Bonner im Sinne ihres bürgerschaftlichen Engagements zur Mitarbeit ein, um unsere Stadt weiter zu entwickeln“, sagte Ingo Degenhardt, ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg: „Wir glauben, dass die „Vision Bonn 2025“ den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wichtige Entwicklungsziele und -kriterien an die Hand geben und sie damit in ihrem Handeln unterstützen kann. Für alle Bonner Bürgerinnen und Bürger will die „Vision Bonn 2025“ ein Impuls sein, die Zukunft dieser Stadt gemeinsam zu gestalten – nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

Das Procedere

Auf Einladung der Initiatoren trafen sich am 7. Dezember 2011 zum ersten Mal rund 60 Menschen aus den verschiedensten Bereichen der Stadtge-sellschaft, um gemeinsam eine Vision für die künftige Entwicklung von Bonn zu erarbeiten. Unterstützt durch ein Moderatorenteam des Instituts für Systemische Organistionsentwicklung Königswinter GbR entwickelten die Teilnehmer innerhalb von fünf Sitzungen, zeitweise unterteilt in Arbeitsgruppen, Formulierungen über den Ist-Zustand, den Soll-Zustand und Ideen, wie die formulierten Ziele erreicht werden könnten.

Bei jeder Forumssitzung wurden die erarbeiteten Texte präsentiert, ggf. zeitnah im Konsens abgeändert. Zu jedem Zeitpunkt hatten alle Teilnehmer des Forums die Möglichkeit der Mitsprache. Die Texte wurden nicht nur während der Sitzungen zur Diskussion gestellt, sondern auch in den Zwischenzeiten per E-Mail versandt – mit der Aufforderung, ggf. Änderungswünsche zu äußern.

Um die Sitzungen effizient gestalten zu können, bereitete eine Arbeitsgruppe der Initiatoren in Zusammenarbeit mit dem Moderationsteam die jeweiligen Sitzungen vor. Es ist auch dieser Transparenz geschuldet, das am Ende dieses Prozesses ein Papier einstimmig von allen Teilnehmern verabschiedet werden konnte.

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Joachim Gerhardt / 06.07.2012



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