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Konfirmation 2013: „Bewusste Entscheidung für ein Leben mit Gott"

Rund 2.000 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren bereiten sich in Bonn und der Region in diesen Tagen, zumeist im April und Mai, auf die Konfirmation vor.

Kurz vor der Einsegnung: Wie hier in der Lutherkirche in der Bonner Südstadt freuen sich viele Gemeinden über große Gruppen von Jugendlichen, die zur Komnfirmation gehen. (Foto: B. Frommann) LupeKurz vor der Einsegnung: Wie hier in der Lutherkirche in der Bonner Südstadt freuen sich viele Gemeinden über große Gruppen von Jugendlichen, die zur Komnfirmation gehen. (Foto: B. Frommann)

„Die bewusste Entscheidung für ein Leben mit Gott ist für die Jugendlichen ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden“, sagt Pfarrer Michael Verhey. Für den Pfarrer von der Friedenskirchengemeinde in Bonn Kessenich hat die Konfirmandenarbeit in den zumeist eineinhalb Jahren zuvor „große Bedeutung, weil die Jugendlichen gerade in diesem Alter auf der Suche nach Werten und Orientierung sind“. Diese Zeit sei „eine großartige Chance für die Kirche, mit den Jugendlichen so lange und so konzentriert zusammen zuarbeiten und ihnen christlichen Traditionen nahezubringen“, so Pfarrer Verhey, der auch Synodalbeauftragter für Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis Bonn ist.

Freude am Tag der Konfirmation, wie hier vor der Lutherkirche (Foto: B. Frommann) LupeFreude am Tag der Konfirmation, wie hier vor der Lutherkirche (Foto: B. Frommann)

Für den Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt ist die Konfirmandenzeit ein „Freiraum zur persönlichen Entwicklung“, gerade weil der Leistungsdruck in der Schule zunehme. Pfarrer Gerhardt führt an der Lutherkirche in der Bonner Südstadt eine Gruppe zur Konfirmation. „Eigene spirituelle Wurzeln entdecken“ steht bei ihm genauso auf dem Programm wie der Blick über den Kirchturm zum Beispiel durch Besuche beim Bestatter oder in der Bonner Synagoge. Religiöse Erziehung und Vermittlung kommt an vielen Stellen in unserer Gesellschaft einfach zu kurz“, ist seine Einschätzung. Daher werde der Konfirmandenarbeit „immer wichtiger.“

Konfirmation stammt von Lateinisch „confirmare“, bestärken. Die Idee stammt von dem Straßburger Reformator Martin Bucer, der übrigens Anfang des 16. Jahrhunderts auch in Bonn gewirkt hat. Bucer wollte mit der Konfirmation das Wissen erwachsen werdender Menschen um den Glau-ben vertiefen. Die Jugendlichen sollten ihre Taufe als Kleinkind persönlich und bewusst bestätigen, lautete das Anliegen Bucers. „Bucers Idee trägt bis heute“, so Pfarrer Gerhardt, auch wenn immer mehr ungetaufte Jugendliche am Konfirmandenunterricht teilnehmen. In Bonn sind das etwa zehn Prozent der Jugendlichen; sie werden dann zur Konfirmation oder in den Monaten zuvor getauft.

Bornheimer werden in der katholischen Kirche konfirmiert

Die Konfirmation ist immer ein einmaliges, besonderes Fest. In Bornheim gilt das dieses Jahr aber besonders. Dankbar hat die evangelische Kirchengemeinde das Angebot der katholische Gemeinde angenommen, die Konfirmation bei ihnen zu feiern. Denn die evangelische Kirche wird gerade umgebaut. So werden nun am 18. und 19. Mai 31 Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Sankt Sebastian-Kirche in Roisdorf konfirmiert. Für Pfarrer Dieter Katernberg ein „schönes ökumenisches Zeichen der Verbundenheit“.

Hier alle Termine von April bis Juli zur Konfirmation im Kirchenkreis Bonn auf einen Blick

14. April: Bonn-Nord/Castell (Lukaskirche)

20. April: Hersel

21. April: Sechtem, Alfter-Witterschlick (Jesus-Christus-Kirche der Kirchengemeinde am Kottenforst)

28. April: Bonn-Innenstadt (Kreuzkirche). Alfter-Oedekoven (Katharina von Bora-Haus der Kirchengemeinde am Kottenforst)

5. Mai: Bonn-Brüser Berg (Emmaus-Kirche), Bonn-Kessenich (Friedenskirche), Bonn-Tannenbusch (Apostelkirche), Bornheim-Hemmerich (Kirchengemeinde Vorgebirge), Bonn-Duisdorf (Johanniskirche), Alfter (Kirchengemeinde Vorgebirge)

11./12. Mai: Bornheim (Kirchengemeinde Vorgebirge)

12. Mai: Bonn-Venusberg (Auferstehungskirche), Bonn-Endenich (Trinitatiskirche), Nonn-Röttgen (Thomaskirche der Kirchengemeinde am Kottenforst)

19. Mai: Bornheim-Hemmerich

29./30. Juni: Südstadt/Poppelsdorf (Lutherkirche)

7. Juli: Bonn-Duisdorf (Matthäikirche der Johanniskirchengemeinde)

Geistiger Vater der Konfirmation: Der Reformator Martin Bucer (*1491-1551+), er wirkte auch in Bonn. (Foto: Archiv) LupeGeistiger Vater der Konfirmation: Der Reformator Martin Bucer (*1491-1551+), er wirkte auch in Bonn. (Foto: Archiv)

Das aktuelle Stichwort: Konfirmation 2013

Die Konfirmation (von lateinisch „confirmare“ = bestärken) ist für evangelische Christen die feierliche Bestätigung der eigenen Taufe, die bei den meisten Jugendlichen im Baby- oder Kleinkindalter stattgefunden hat. Jugendliche, die noch nicht getauft sind, werden vor oder zusammen mit der Konfirmation getauft. Das sind heute etwa zehn bis 15 Prozent der Konfirmanden. Tendenz steigend.

Mit der Konfirmation übernehmen die Jugendlichen Eigenverantwortung in der Kirche. Sie sind berechtigt, ein Patenamt zu übernehmen und – seit Beschluss der Landessynode 2003 – bei der Presbyteriumswahl die Gemeindeleitung zu wählen. Für viele bedeutet Konfirmation die erste Teilnahme am Abendmahl. Für Jugendliche, die bereits am Kinderabendmahl teilgenommen haben, was in einigen Bonner Gemeinden möglich ist, ist es die erste selbstständige Teilnahme und damit auch etwas Besonderes.

Geistiger Vater der Konfirmation predigte 1542 im Bonner Münster

Die Konfirmation steht für das reformatorische Anliegen, dass sich Menschen bewusst für den eigenen Glauben entscheiden. Geistiger Vater der Konfirmation ist der Straßburger Reformator Martin Bucer (1491-1551). Bucer, was viele gar nicht wissen, lehrte 1542 auf Bitten des Kölner Kurfürsten Hermann von Wied sogar in Bonn. Der Theologe predigte damals ein dreiviertel Jahr im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im alten Bonner Franziskanerkloster in der Brüdergasse.

Die Konfirmation wird traditionell zwischen Palmsonntag (der Sonntag vor Ostern) und Pfingsten gefeiert. Im Evangelischen Kirchenkreis Bonn, zu dem auch die Kommunen Alfter und Bornheim gehören, finden die meisten Konfirmationen dieses Jahr zwischen 28. April und 12. Mai statt.

Ab sofort Anmeldung für den Unterricht 2013/2014

Zugleich läuft in diesen Tagen die Anmeldung für den Konfirmationsunterricht 2013/2014. Eingeladen sind zumeist die Jugendlichen des Jahrgangs 2000. Auch Nichtgetaufte sind willkommen. Ansprechpartner ist die Gemeinde am Wohnsitz. Die Teilnahme am Unterricht in einer anderen Gemeinde ist aber auch möglich. Der Konfirmandenunterricht dauert je nach Gemeinde ein bis zwei Jahre und findet in der Regel Dienstagnachmittag statt. Die Schulen sind laut Weisung des Schulministeriums gehalten, den Dienstagnachmittag für den kirchlichen Unterricht freizuhalten.
(Text: Joachim Gerhardt)

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17.04.2013



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