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„Wie politisch darf Kirche sein?“ - Bonner Kreissynode tagt

„Wie politisch darf Kirche sein“ ist eine zentrale Fragestellung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bonn am Freitag/Samstag, 15./16. November 2012.

Macht seinen Antrittsbesuch in Bonn: Dr. Thomas Weckelmann, Vertreter der Evangelischen Kirche bei Landtag und Landesregierung NRW (Foto: ekir.de) LupeMacht seinen Antrittsbesuch in Bonn: Dr. Thomas Weckelmann, Vertreter der Evangelischen Kirche bei Landtag und Landesregierung NRW (Foto: ekir.de)

Eine Antwort auf diese Reizfrage – auch innerhalb der evangelischen Kirche – wird am Samstagmorgen der neue Beauftragte der Evangelischen Kirche bei Landtag und Landesregierung NRW, Pfarrer Dr. Thomas Weckelmann, geben. Weckelmann macht dabei zugleich seinen Antrittsbesuch bei den Bonner Protestanten, die traditionell durch die Bundesstadtfunktion Bonns ein besonderes Interesse an seiner Arbeit als Brückenbauen zwischen Politik und Kirche haben. 

 

Superintendent Eckart Wüster: "Evangelische Kirche leistet in Bonn und der Region viel für die Gesellschaft" (Foto: M. Böschemeyer) LupeSuperintendent Eckart Wüster: "Evangelische Kirche leistet in Bonn und der Region viel für die Gesellschaft" (Foto: M. Böschemeyer)

Für Superintendent Eckart Wüster ist das Nachdenken über das politische Engagement aber nur ein Teil der breiten Debatte, welche Rolle die Kirchen denn überhaupt noch in unserer Gesellschaft spielen sollen. „Kritik und Misstrauen gegen die Kirchen und das oft ohne große Differenzierungen haben deutlich zugenommen“, so Wüster. Selbstkritisch räumt er aber ein, „dass wir es in den vergangenen Jahrzehnten versäumt haben, unsere Arbeit für die Gesellschaft ausreichend darzustellen“.

Dafür bietet die Bonner Synode nun gute Beispiele: Die 83 gewählten Vertreterinnen und Vertreter aus den elf Kirchengemeinde in Bonn, Bornheim und Alfter beraten unter anderem über die Jugendarbeit für gehörlose Menschen sowie die Krankenhausseelsorge. In beiden Gebieten ist über eine Ausweitung der Arbeit zu entscheiden. Spannung verspricht schon der Auftakt der Beratungen am Freitagabend: Superintendent Eckart Wüster wird seinen Jahresbericht halten und vom aktuellen Stand zum Neubau des Kirchenpavillons auf dem Vorplatz der Kreuzkirche in der Bonner Innenstadt berichten. Die Synode beginnt zuvor mit einem Gottesdienst um 17.30 Uhr in der Schlosskirche. Die Predigt hält der Pfarrer Siegfried Virgils.

Ausgeglichener Haushalt für 2013 angestrebt – Wüster: „Finanzen für jeden einsehbar“

Am Samstag wird das Kirchenparlament auch den Haushalt 2013 verabschieden. Er hat ein Volumen von 3,3 Millionen Euro. Ein ausgeglichener Haushalt wird angestrebt, was möglich erscheint, denn anders als in anderen Regionen Deutschlands verzeichnet die evangelische Kirche in Bonn und der Region einen stabilen Mitgliederbestand. „Allerdings werden auch wir sparen müssen, nicht zuletzt weil unsere Solidarleistungen für schwächere Kirchenkreise und Gemeinden zunehmen werden“, mahnt Wüster. Der Haushalt wie die Beratungen der Synode sind öffentlich. „Das ist immer schon so, nur viele wissen es nicht“, beklagt Superintendent Wüster, denn er weiß: „Wenn es um Geld und Entscheidungen geht, ist Transparenz ganz wichtig.“

Die Synode tagt im Haus der Evangelischen Kirche, Adenauerallee 37, 53113 Bonn.

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Joachim Gerhardt / 08.11.2013



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