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Eindrücke von der Tagung in Bad Neuenahr

Bonner Stimmen zur Landessynode 2013

Neuwahlen, Finanzdiskussionen, Inklusion ... Hier lesen Sie aktuell Stimmen, Einschätzungen und eine Bilanz der Bonner Vertreterinnen und Vertreter von der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland 2013 in Bad Neuenahr.

im Gespräch: der Bonner Diakoniegeschäftsführer Ulrich Hamacher (v.l.) mit Pfarrer Wolfgang Harnisch (Medinghoven) und Dorothea Geffert (Bornheim). (Foto: Gerhardt) Lupeim Gespräch: der Bonner Diakoniegeschäftsführer Ulrich Hamacher (v.l.) mit Pfarrer Wolfgang Harnisch (Medinghoven) und Dorothea Geffert (Bornheim). (Foto: Gerhardt)

Neben Superintendenten Eckart Wüster und seinem Stellvertreter, Synodalassessor Pfarrer Wolfgang Harnisch von der Johanniskirchengemeinde, wird der Kirchenkreis Bonn auf der Synode vertreten von den gewählten Synodalen Dorothea Geffert (Kirchengemeinde Vorgebirge), Ulrich Hamacher (Kreuzkirchengemeinde und Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Bonn und der Region) und Pfarrer Siegfried Virgils (Lukaskirchengemeinde) sowie Polizeipräsident Wolfgang Albers (Trinitatiskirchengemeinde), als berufenes Mitglied der Landessynode.

Mit großem Zuspruch wieder Mitglied der rheinischen Kirchenleitung: Der Herseler Pfarrer und Bonner Superintendent Eckart Wüster auf der Synode (Foto: J.Gerhardt) LupeMit großem Zuspruch wieder Mitglied der rheinischen Kirchenleitung: Der Herseler Pfarrer und Bonner Superintendent Eckart Wüster auf der Synode (Foto: J.Gerhardt)

Es ging um Wahlen und Vertrauen

Presbyterin Dorothea Geffert von der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge berichtet: „Wichtige Ämter waren in diesem Jahr neu besetzen – deshalb waren die Wahlen quasi unser thematischer Schwerpunkt. Inklusion und andere wichtige Themen kamen dadurch leider zu kurz. Ein „Wahl-Marathon“ war zu bewältigen: Wenn ich richtig gezählt habe, stellten sich 31 Menschen für verschiedene Ämter und Stellen vor – 20 Wahlen fanden statt, teilweise mit mehreren Wahlgängen ... Überschattet waren die Wahlen allerdings durch die Sprachlosigkeit der Kirchenleitung angesichts der Finanzkrise um das Beihilfezentrum BBZ. Das war für viele unverständlich. Heftige und lange Debatten im Plenum, in den Kaffeepausen und bis tief in die Nacht hinein machten dies deutlich. Wir Synodalen waren aufgebracht und bedrückt zugleich – das Vertrauen in die Kirchenleitung war beschädigt! Nur so ist zu erklären, dass langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht und stattdessen überwiegend Menschen von außen gewählt wurden.

Bei der Präseswahl ging es uns nicht darum, endlich eine Frau an die Spitze der Evangelischen kirche im Rheinland (EKiR) zu wählen, sondern die Person, der wir den größten Mut und genügend Erfahrung, alte Strukturen zu verändern, zutrauten. Mich hat nach den Wahlen der lang anhaltende stehende Applaus für die nicht gewählten, aber durchaus guten Kandidatinnen und Kandidaten sehr bewegt.“

Verfolgt die Diskussion: Pfarrer am Berufskolleg Siegfried Virgils (Lukaskirchengemeinde Bonn). (Foto: j.Gerhardt) LupeVerfolgt die Diskussion: Pfarrer am Berufskolleg Siegfried Virgils (Lukaskirchengemeinde Bonn). (Foto: j.Gerhardt)

Reformen kosten Kraft und Geld

Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks für Bonn und die Region, resümmiert: „Anstrengend, aufreibend, aber doch auch vorwärts weisend – so habe ich diese Synode erlebt. Vergnügungsteuerpflichtig war das nicht. Die Aufarbeitung des BBZ-Skandals hat Nerven gekostet. Beeindruckend fand ich die Kraft der Synode, trotz emotionaler Belastungen in solidarischer Diskussion klare Entscheidungen zu treffen.

Und die Wahlen: Das waren echte Wahlen, mit zum Teil unerwarteten Ergebnissen. Glückwunsch an Superintendenten Eckart Wüster, mit einem sensationellen Ergebnis. Am Ende war klar, wie es weiter geht und mit einer deutlich erneuerten Kirchenleitung haben wir auch personell für einen Neuanfang gesorgt.

Finanziell haben wir eine unveränderte Situation, weil die wirtschaftliche Entwicklung ein recht gutes Kirchensteueraufkommen erwarten lässt. Allerdings ist die reale Kaufkraft des Kirchensteueraufkommens seit Mitte der neunziger Jahre um ein Drittel zurückgegangen, und das merken wir auf allen Ebenen der Kirche. Die nächste Landessynode wird ein Sparprogramm beschließen müssen, mit dem das strukturelle Defizit von ca. 8 Millionen Euro beseitigt werden kann.

Die vielen Reformen im Bereich Verwaltung – neues kirchliches Finanzsystem, Verwaltungsstruktur, IT – sind eigentlich überfällig und kosten Kraft und Geld.

Erfreulich, dass wir mit den Themen Inklusion und Religionsfreiheit auch wichtige inhaltliche Themen der Kirche bearbeiten konnten. Ich empfehle allen, den Vortrag von Pfarrer Rainer Schmidt anzuschauen: http://www.ekir.de/www/ueber-uns/video-ls2013-vortraege.php.“

Organspenden: Für und Wider

Pfarrer Siegfried Virgils bilanziert die Diskussion der Landessynode über Organspenden: „Seit November 2012 regelt ein neues Transplantationsgesetz, dass jeder Bürger und jede Bürgerin unseres Landes von den jeweiligten Krankenkassen aufgefordert werden soll, über die Frage der Organspende nachzu denken. Es gibt keine Pflicht sich zu erklären, aber jeder und jede soll sich mit diesem weitreichenden Problem auseinandersetzen, um für sich selbst und seine und ihre Angehörigen zu einer Entscheidung für oder gegen die Organspende zu gelangen.

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat daher auf ihrer Tagung im Januar 2013 beschlossen, die Gemeindemitglieder zu bitten, diese Entscheidungslösung in den Gemeinden und Kirchenkreisen zu diskutieren und den Gemeindemitgliedern „Mut zur eigenen Entscheidung zu machen“. Eine eine eindeutige und einfache Antwort wird es nicht geben. Beides scheint möglich:

• Gewichtige Gründe für eine Organspende in Verantwortung vor Gott und den Menschen als Ausdruck der Nächstenliebe, die der Leben rettet und anderen Menschen ein neues Leben verschafft,

• Gewichtige Gründen gegen eine Organspende , weil es ein verständlicher Wunsch ist, seine sterbenden Anghörigen bis zum Lebensende in Ruhe zu begleiten, denn die Hirntod-Definition klärt die Frage nach dem Zeitpunkt des Todes nicht völlig.

Gerade deshalb ist eine Auseinandersetzung mit diesem Thema dringend erforderlich, bevor die Angehörigen gezwungen sind, eine Entscheidung erst angesichts des nahen Todes eines Sterbenden treffen zu müssen.“

„Religionsfreiheit gestalten – zum öffentlichen Auftrag der Religionen im Staat heute“

Pfarrer Wolfgang Harnisch, stellvertretender Bonner Superintendent: „Angesichts der Themenvielfalt und der wichtigen Personalentscheidungen möchte ich ausdrücklich auf die Handreichung „Religionsfreiheit gestalten – zum öffentlichen Auftrag der Religionen im weltanschaulich neutralen Staat heute“ hinweisen (Download der Broschüre: www.ekir.de). In der Handreichung werden ganz konkrete Bewährungsfelder im Alltag beschrieben: Religionsfreiheit und Gotteshäuser, Religionsfreiheit und Schule, religiöse Symbole und Traditionen im öffentlichen Leben. Das Miteinander der Religionen und Weltanschauungen ist in dialogischer Toleranz zu gestalten. Toleranz meint hier mehr als die Duldung anderer Ansichten und Gewohnheiten. Es muss die Bemühung hinzutreten, „Andere in ihrem Anderssein und ihrer Fremdheit zu verstehen und mit ihnen – und nicht nur über sie – zu sprechen“ (Handreichung S.9). Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 steht das Jahr 2013 unter dem Thema „Reformation und Toleranz“. Die Handreichung gibt dazu aktuelle und zukunftsweisende Orientierung.

Die Synode hält es für wichtig, weitere Fragen zu bearbeiten:

- Wie sind der Respekt vor religiösen Überzeugungen einerseits und die Meinungs- und Kunstfreiheit andererseits in Einklang zu bringen?

- Welche theologischen Kriterien stehen zur Verfügung, wenn verschiedene Grundrechte in Konflikt zueinander treten, wie z.B. das Recht eines Kindes zur religiösen Selbstbestimmung, das Elternrecht zur Erziehung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit?

- Wie ist der evangelische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen weiterhin als Ausdruck der Religionsfreiheit zu sichern und so zu gestalten, dass er dem Ziel der Pluralitätsfähigkeit gerecht wird?

- Wie können die Religionsgemeinschaften in der europäischen Debatte um Laizismus gemeinsam für die Freiheit zur öffentlichen Religionsausübung eintreten?“

Ergebnisse und Folgerungen nach der „Höppner-Kommission“

Superintendent Eckart Wüster berichtet von den Ergebnissen der sogenannten „Höppner-Kommission“: Ich habe nun schon ca. 20 Landessynoden erlebt, aber diese war mit Abstand die anstrengendste. Sie war (über)voll mit wichtigen Themen (Inklusion, Religionsfreiheit, Genderreferat, Verwaltungsstrukturgesetz, Wahlen u.a.). Und sie war zugleich emotional sehr belastend. Das hing vor allem mit dem Bericht der sog. Höppner-Kommission zusammen, die von der letzten Synode den Auftrag erhalten hatte, die Geschehnisse rund um das bbz (Beihilfe- und Bezügezentrum) im Hinblick auf mögliche und nötige Konsequenzen für unsere Kirche zu bearbeiten. Einige der Vorschläge dieser Kommission greifen deutlich in unsere presbyterial-synodale Ordnung ein und werden nun in den ständigen Ausschüssen weiter diskutiert. Die nächsten Synoden werden zeigen, welche Konsequenzen gezogen werden sollen.

Die Synode hat u.a. folgende erste Schritte beschlossen:

- Der Bericht wird den Gemeinden und Kirchenkreisen zur Verfügung gestellt.

- Es wird ein Leitfaden für Mitglieder von Vorständen, Aufsichtsgremien und Vereinen erarbeitet, die im Sinne des berichts der Information und der Qualifikation für die Arbeit dient und auch elementare Rechtskenntnisse in diesem Feld vermittelt.

- Die Kirchenleitung unterbreitet der Landessynode 2014 Vorschläge über die Ausstattung des Finanzdezernats.

- Es wird ein Beteiligungsmanagement im Finanzdezernat eingerichtet.

- Der Landessynode wird im Zusammenhang mit dem nächsten Haushalt ein Bericht über alle Beteiligungen der Landeskirche vorgelegt.

- Die Richtlinien für Geldanlagen werden überarbeitet.

- Es wird ein Anlageausschuss gebildet

Außerdem wird ein Projektausschuss gebildet, der die Überlegungen der ständigen Ausschüsse bündeln und bearbeiten soll. Der Landessynode 2014 soll dann ein abschließender Beschlussvorschlag vorgelegt werden.“

Über die Wahrnehmung von Verantwortung und Kontrolle

Polizeipräsident Wolfgang Albers von der Trinitatiskirchengemeinde Bonn berichtet: „Eigentlicher Mittelpunkt der diesjährigen Landessynode waren die Ergebnisse der Ereignisse um des Beihilfe- und Bezügezentrums (bbz). Im vorigen Jahr wurde durch eine Arbeitsgruppe eine Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt, Dr. Reinhard Höppner eingesetzt, die zu Beginn der diesjährigen Synode ihren Bericht vorlegte. Er ist eine schonungslose Darstellung der Abläufe in den vergangenen Jahren, wobei bewußt keine Schuldfeststellungen vorgenommen wurden, was Aufgabe der Straf-und Disziplinarverfahren bleibt. (Der Bericht steht unter http://www.ekir.de/www/ueber-uns/hoeppner-16222.php im Internet.) Aber auch so läßt es der Bericht an Klarheit nicht zu wünschen übrig und die Synodalen waren großenteils erschüttert. Das Thema war am Abend und in der Nacht natürlich Gesprächsthema ersten Ranges in allen Lokalitäten in Bad Neuenahr.

In der sich am nächsten Tag anschließenden Diskussion war der Vertrauensverlust in die Kirchenleitung ausgesprochen und unausgesprochen das zentrale Thema. Die Botschaft dürfe nicht sein: „Kann passieren!” Die Gemeinden erwarteten ein deutliches Zeichen von dieser Synode. Von der Ansiedlung von Fachverstandes im Landeskirchenamt und der Verbesserung des Beteiligungsmanagement bis zu Fragen der Reform der Kirchenordnung waren Forderungen aus der Mitte der Synode. Aber selbst Herr Höppner warnte davor, dass die Diskussion jetzt nicht nur um die Fragen der Kirchenordnung kreisen dürfe, es ginge um die Wahrnehmung von Verantwortung und Kontrolle.

Ein Antrag, der die Forderungen der Höppnerkommission aufnahm und entsprechende Aufträge an die Kirchenleitung und die Ständigen Ausschüsse der Landesynode erteilte, erste Schritte einzuleiten und Beschlüsse für die nächste Synode vorzulegen, wurde aus den Reihen der Synodalen vorgelegt und mit großer Mehrheit verabschiedet. So können Konsequenzen aus den Ereignissen um das bbz gezogen werden. Mit der Ergebnissen der Wahlen ist so ein Grundstock gelegt, um neues Vertrauen zu bilden und Lehren zu ziehen.“

Alle Infos zur Landessynode siehe auch: www.ekir.de

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ger / 07.01.2013



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