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Mahnmal in Gedenken an die Bücherverbrennung in Bonn kommt

Das wesentlich auch von der Evangelischen Kirche in Bonn unterstützte Mahnmal zur Bücherverbrennung auf dem Bonner Marktplatz kommt. Die Gelder sind gesammelt. Am Jahrestag, 10. Mai 2013, wird es eingeweiht.

Buchrücken im Pflasterstein: Entwurf des Mahnmals für den Bonner Rathausplatz (Foto: www.knitz.net) LupeBuchrücken im Pflasterstein: Entwurf des Mahnmals für den Bonner Rathausplatz (Foto: www.knitz.net)

Am Freitag um 14.30 Uhr gibt es eine Gedenkfeier mit Oberbürgermeister und Unirektor in der Aula der Bonner Universität, anschließend gegen 15.15 Uhr wird das Denkmal in einem öffentlich Akt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus offiziell eingeweiht.

Insgesamt 62.000 Euro mussten zusammenkommen, um das Bürgerdenkmal zu erreichten. Der Kirchenkreis Bonn hatte sich mit Superintendenten Eckart Wüster an der Spitze immer wieder dafür stark gemacht. Die evangelische Lutherkirchengemeinde aus der Bonner Südstadt/Poppelsdorf sowie die evangelische Kirchengemeinde Hersel sind die größten Einzelspender. Die Gemeinden gaben jeweils einen Euro pro Gemeindeglied, beide also jeweils rund 3.500 Euro.

„Wir halten es für ausgesprochen angemessen, dass Bonn nun dieses Mahnmal erhält,“ erklärt Superintendent Eckart Wüster. „Es ist unser aller Aufgabe, die Erinnerung an das Geschehene wachzuhalten, gerade weil immer mehr junge Menschen mit den Schrecken des Nationalsozialismus wenig anfangen können und der Ungeist dieser Zeit sich wieder breit macht.“

Der Entwurf des Künstlers Andreas Knitz und des Architekten Hort Hoheisel sieht über dem Bonner Marktplatz verstreute „Lesezeichen“ vor, die an die Bücherverbrennung erinnern sollen. Die Lesezeichen nennen Titel und Autoren der von den Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 auch in Bonn verbrannten Werke. Die zunächst zufällig auf dem Platz verteilten Lesezeichen verdichten sich an der Stelle vor der Treppe des Alten Rathauses, an der die Bücher verbrannt wurden. Das Mahnmal soll am Freitag, 10. Mai 2013, zum 80. Gedenktag an die Bücherverbrennung im Rahmen einer Gedenkstunde eingeweiht werden. Die Vorbereitungen dazu koordiniert Astrid Mehmel, Leiterin der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus.

Mit den Buchrücken wird auch eine Bücherkiste in das Pflaster vor dem Rathaus eingelassen. Sie ist mit Ausgaben damals verbrannter Buchtitel bestückt und soll jedes Jahr zum Jahrestag geöffnet wird. Die Werke sollen dann zum Beispiel in Bonn Schulen in Auszügen gelesen werden.

Auch der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und der Rektor der Universität Jürgen Fohrmann hatten für das Mahnmal der Stadt geworben. Ein Großteil der Summe für das Denkmal steuerte schließlich die Landeszentrale für politische Bildung in NRW bei. „Es ist gut, dass die Erinnerung nun mitten in Bonn ihren Platz hat“, sagt Berthold Lange, Presbyter an der Lutherkirche, der sich für das Projekt unter anderem im Bereich der Kirchen engagiert hatte.

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Joachim Gerhardt / 18.03.2013



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