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„Mein Sohn war tot und er ist wieder lebendig geworden.“ In diesem Satz des Vaters gipfelt die Geschichte „Vom verlorenen Sohn“ in der Bibel. Es ist toll, wenn eine schwierige Familiengeschichte so heilt, dass nach Jahren der Entfremdung und Distanz ein Vater einen solchen Satz sagen kann.

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ACK Bonn unterwegs

Ökumenische Begegnung in Oxford – 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg

Zum 34sten Mal – Beginn 1980 – trafen in diesen Tagen (19.6.-23.6.) Christen im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Oxford – diesmal in Oxford zusammen.

Geistlich: Posaunen aus Bornheim und Bonn setzen in England musikalische Akzente (Fotos: privat) LupeGeistlich: Posaunen aus Bornheim und Bonn setzen in England musikalische Akzente (Fotos: privat)

Eine 40-köpfige Delegation der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bonn (ACK) reiste unter der Leitung von Pfarrer Wolfgang Wallrich fünf Tage lang nach Oxford. Die meisten Teilnehmer waren in Oxford privat untergebracht – oft in seit Jahren gewachsenen Freundschaften. Pfarrer Wallrich berichtet:

Eine große Gemeinschaft: Gruppenbild der ökumenischen Oxfordfahrt 2014 LupeEine große Gemeinschaft: Gruppenbild der ökumenischen Oxfordfahrt 2014

In diesem Jahr war „Krieg und Frieden im Licht von 1914 und die Antworten der Kirchen in Vergangenheit und im Heute“ das gemeinsam beschlossene Thema. Schon bei der Hinreise mit dem Bus kamen die Bonner auf „Spuren“ des 1.Weltkrieges – belgische Ortsnamen erinnerten einige Mitreisende an noch vorhandene „Briefe von der Front“, die sie von ihren Großvätern hatten.

In Oxford begann das Treffen in der „New Road Baptist Church“ am Bonn Square – also am „Bonn Platz“ – einem sehr lebendigen Platz in der Oxforder City. Eine Morgenandacht mit dem Oxforder Leiter der Partnerschaft David Fields in der einfachen Kirche dankte für Freundschaft und bat um gegenseitiges Verstehen. Pfarrer Wolfgang Wallrich hielt eine „Bibelarbeit“ über 1. Mose 3 – die „Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies“, aus der Menschen gierig die Freiheit der Grenzüberschreitungen eigenmächtig nutzen und damit Kettenreaktionen hervorrufen: Ein Versteckspiel von Wahrheit und Lüge beginnt und die Entfremdung wächst. Lebhaft und kontrovers wurde über diesen Text englisch-deutsch diskutiert.

Oxforder Frauen stellten die Arbeit von „Pax Christi“ und „Felowship of Reconciliation“ als Beispiele christlicher Friedensbewegungen in England vor. Erinnerungen an den 1.Weltkrieg aus noch privat vorhandenen englischen und deutschen „Briefen von der Front“ und „Briefen aus der Gefangenschaft“ von beiden Seiten bewegten die Zuhörer stark.

Am Abend gab es eine große „Begegnungs- Party“ in St Michael“s Church Hall in Oxford – Summertown. Der kleine aber feine Bläserchor unter der Leitung von Dr. Michael Geffert spielte englische und deutsche Lieder. Ein leckeres Buffet der Oxforder Gastgeber und Weine aus Deutschland schafften die Grundlage für einen geselligen Abend.

Erinnerung an Bertha von Suttner

Am nächsten Tag stellte Donald Norwood in „St Michael at the Northgate“, der Oxforder Citykirche, in seinem Vortrag „Theologians at war with war“ die Theologie der anglikanischen Kirche um 1914 dar und eröffnete mit seiner eindeutigen Haltung „against war“ eine lebhafte und emationale Diskussion. Bonner Teilnehmerinnen und Teilnehmer erinnerten an das „Halleluja-Geschrei zum Kriegsbeginn 1914“ in deutschen Aufrufen und Predigten und wiesen so auf das Versagen der deutschen Kirchen hin. Anette Bygott aus Oxford sprach anschließend eindrücklich über „Berta von Suttner“ (geboren 9.5.1843 in Prag – gestorben 21.6.1914 in Wien ). Berta von Suttner war österreichische Pazifistin und Friedensforscherin, die 1905 den Friedensnobelpreis erhielt. Sie war eine Gegenstimme gegen männliche Macht-, Aufrüst- und Siegesvorstellungen.

Elisabeth Matthies, ehemalige Lehrerin am Ernst-Moritz Arndt Gymnasium in Bonn, stellte dann ein Projekt des Gymnasiums zur Erinnerung an den 1.Weltkrieg vor. Schüler begaben sich auf Spurensuche in Archiven, auf Friedhöfen und in Gesprächen mit noch lebenden Angehörigen. – Briefe, Fotos und Texte der jungen Menschen und besonders ein Film von der beeindruckenden Tanzpantomime der Schülerinnnen gaben Zeugnis von ihrer Auseinandersetzung mit dem 1.Weltkrieg. Den Abend verbrachten die Bonner beim „Evensong“ in der Cathedral Christ Church und dann die Nacht bei einem Strassenfest „7 roads street party“, das den Bonner BesucherInnen nachahmenswert im Gedächtnis bleien wird:„Alle stellen ihre Gartenmöbel auf die Straße, bringen Essen und Trinken mit – der Nachbar spielt Gitarre – die Kinder und Enkel anderer Leute singen – und um 22 Uhr sehen alle „Bonny and Clide“. Der Bornheimer Bläserchor eröffnete das gesellige Zusammensein.

Höhepunkt: Besuch in Coventry

Der vierte Tag wurde der Höhepunkt der Reise. Die Bonner fuhren mit einigen Gastgebern nach Coventry in die West Midlands – einer Stadt von heute 320 000 Einwohnern. Nach einem beeindruckenden Gottesdienst mit Eucharistie in der neuen Kathedrale erlebten sie eine aufwühlende Kirchenführung in der Ruine der alten Kathedrale St.Michael , die bei den Luftangriffen am 14.11.1940 von deutscher Luftwaffe unter dem Decknahmen „Unternehmen Mondscheinsonate“ schwer zerstört wurde und völlig ausbrannte. Ein Küster fand nach den Angriffen zwei halb - verbrannte Deckenbalken, aus drei Zimmermannsnägeln zusammengehalten. Aus diesen drei Nägeln bildete man das erste sogenannte „Nagelkreuz von Coventry“ als Zeichen der direkt nach dem Krieg beginnenden Versöhnungsarbeit der Menschen in Coventry. Direkt nach dem Krieg begann die Stadt Coventry eine Städtepartnerschaft mit Kiel – ab 1959 kam die Partnerschaft mit Dresden dazu. Von Coventry ging und geht eine regelrechte Versöhnungsarbeit aus. Ort der „Nagelkreuzgemeinschaft“ ist die wundervolle Nagelkreuzkapelle neben der Kathedrale. Zur Einweihung der beeindruckenden neuen Kathedrale aus Glas und Stein, direkt gegenüber der Ruine, wurde 1962 das „War Requiem“ von Benjamin Britten uraufgeführt.

Zwischen Ruine und Neubau spielte dann der Posaunenchor Friedenslieder – „begleitet“ vom Glockenspiel aus dem Turm der Ruine. Das Wetter war so wunderbar, dass die Bonner bei der Rückfahrt von Coventry nach Oxford noch in Stratford upon Avon hielten, wunderbar durch die alten Straßen spazierten und Teehäuser und Orte besuchten, die Shakespeare zugeschrieben werden. 

Der Abfahrtstag nach kurzer Nacht bei den Oxforder GastgeberInnen – begann mit Danke sagen und Gebeten und Liedern. Termine für den Besuch der Oxforder Christen 2016 in Bonn wurden gesucht und Themen für das gemeinsame 35.Treffen vorgeschlagen. „Thanks, liebe Oxforder!“. Die Oxforder antworteten „Auf Wiedersehen“.

Dann ging es nachhause. Gut vorbereitet während der Busfahrt durch einen Busvortrag von Dr. Harald Uhl über „Anselm von Canterbury“ und durch Elisabeth Matties zu „Alles zur Canterbury-Kathedrale“, nutzen wir noch eine Stunde Pause in Canterbury. Ermüdet und Glücklich kamen wir alle in Bonn um Mitternacht zurück.

Noch Interesse? Bilder und weitere Infos gibt Dorothea Geffert aus Bornheim auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge: http://www.vorgebirge-evangelisch.de/aktuelles_bornheim.0.html

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Wolfgang Wallrich/ger / 01.07.2014



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