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Erntedankfest 2014: "Essen ist heute ein Bekenntnis"

Erntedank: Ein Fest aus der bäuerlichen Welt mit einer Tradition von 1700 Jahren Kirchengeschichte. Doch es hat es viel mit uns heute zu tun. Hören und lesen Sie hier einen Beitrag mit dem Experten für Ess-Kultur Gunther Hirschfelder:

Viel gehört immer Sonntagmorgen um 8.00 Uhr: "Himmel und Erde", das Magazin der Kirchen auf den Lokalradios NRW LupeViel gehört immer Sonntagmorgen um 8.00 Uhr: "Himmel und Erde", das Magazin der Kirchen auf den Lokalradios NRW

Anmoderation: Heute ist Erntedanktag, also ne gute Gelegenheit, um mal übers Essen zu reden. Ein Stück Schokolade zum Beispiel macht nicht unbedingt satt, aber es macht glücklich. Vielleicht kommt ja daher das Sprichwort „Essen hält Leib und Seele zusammen“. Aber Essen kann noch sehr viel mehr – sagt der Bonner Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder:

Dr. Gunther Hirschfelder, Professor für Kulturwissenschaften in Regensburg, lehrte auch lange in Bonn. (Foto: Archiv) LupeDr. Gunther Hirschfelder, Professor für Kulturwissenschaften in Regensburg, lehrte auch lange in Bonn. (Foto: Archiv)

Gunther Hirschfelder: Essen ist ein Bekenntnis, und mit dem Essen kann ich eine Ideologie und einen persönlichen Lebensstil dokumentieren, nach außen zeigen.

Joachim Gerhardt: Das war schon in den 80ern so, beim berühmten „Müsli-Män“. Und das gilt auch heute noch. Da gibt es die Fast-Food-Junkies oder die Gourmets, und bei den Öko-Fans wird Essen quasi zum politischen Statement:

Hirschfelder: Essen, das die Umwelt schützt oder nicht zerstört, Stichwort vegetarisches Essen oder Bio-Erzeugnisse. Auf der anderen Seite gibt es viele Produkte, die solche Labels tragen wie „fair“ oder „bio“, bei genauem Hinschauen: ein fair gehandeltes Biolachsfilet aus dem Südpazifik vor der Küste Chiles, das kann es eigentlich gar nicht geben, auf dem Markt ist es trotzdem.

Gerhardt: Und dieser Markt für Lebensmittel bedient heute nicht nur alle möglichen sozialen oder politischen Geschmäcker. Der Satz „Sag mir was Du isst, und ich sag Dir, wer Du bist“ stimmt auch noch auf ganz anderen Gebieten, sagt Gunther Hirschfelder:

Hirschfelder: Es gibt einen riesigen Markt weltweit für Essen, das bestimmten, religiösen Vorschriften gehorcht, das koschere Essen im Bereich der jüdischen Religion, und vor allem in der islamischen Welt einen zunehmenden Markt von Halal, also erlaubtem Essen von entsprechend geschächteten Tieren.

Gerhardt: Essen kann also Glaubenssache sein, ein politisches Statement oder es kann einfach zu einem bestimmten Lifestyle gehören. Aber damit nicht genug, sagt der Kulturforscher, und wagt einen Blick in die Zukunft:

Hirschfelder: Essen ist ein Mittel, um das Leben zu verlängern, wir versuchen, möglichst gesund zu leben. Essen wird sozusagen also auch Medikament, in Zukunft werden (übrigens) viele industrielle Nahrungsmittelprodukte zu uns kommen, die so auf Grenzlinie zwischen Medikament und Ernährung sind.

Grhardt: Die Margarine mit eingebautem Cholesterin-Senker gibt es ja schon. Aber ein paar Dinge werden hoffentlich auch weiter so bleiben: Essen soll schmecken und satt machen. Und:

Hirschfelder: Essen ist an erster Stelle ein sozialer Akt. Essen stiftet Identität. Essen in Gemeinschaft bringt erst soziale Gruppen und Kommunikation und Vertrauen hervor. Und Essen und die soziale Seite sind eigentlich viel wichtiger als die Stoffliche beim Essen. Wir sind ja keine Tiere oder Maschinen.

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Beitrag vom 5. Oktober 2014 in der Sendung "Himmel & Erde", dem Magazin der Kirchen immer sonntags von 8 bis 9 Uhr auf Radio NRW / Redaktion: Manfred Rütten / Alle Infos und vieles mehr auch zum Nachhören auf der Webseite der Sendung: http://hue.ekir.de

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5. Oktober 2014



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