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Konfirmation 2014: „Bewusste Entscheidung für ein Leben mit Gott“

Wieder rund 2.000 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren bereiten sich in Bonn und der Region in diesen Tagen auf eines der schönsten Feste ihres Lebens vor: die Konfirmation.

Zwei von 2.000: Emely (links) und Antonia bereiten sich fröhlich auf ihre Konfirmation vor, hier bei einer Erkundung der Lutherkirche in der Bonner Südstadt. (Foto: Joachim Gerhardt LupeZwei von 2.000: Emely (links) und Antonia bereiten sich fröhlich auf ihre Konfirmation vor, hier bei einer Erkundung der Lutherkirche in der Bonner Südstadt. (Foto: Joachim Gerhardt

„Die bewusste Entscheidung für ein Leben mit Gott ist für die Jugendlichen ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden“, sagt Pfarrer Michael Verhey von der Bonner Friedenskirche und Synodalbeauftragter für Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis Bonn.

Konfirmation steht für ein „urevangelisches Anliegen“, betont auch Pfarrer Joachim Gerhardt von der Lutherkirchengemeinde in der Bonner Südstadt: Menschen sollten sich bewusst, „mit Sinn und Verstand“, für den Glauben entscheiden und dabei auch kritisch über Glauben und Kirchen nachdenken können. „Konfirmanden sind für uns im Glauben erwachsen gewordene Menschen, die ihre Taufe als Baby oder Kind nun mit eigenen Worten bestätigen“, so Gerhardt.

Mehr als 30 Konfirmanden finden sich wie hier in der Lutherkirche in vielen Gemeinden in Bonn und der Region zusammen (Foto: J. Gerhardt) LupeMehr als 30 Konfirmanden finden sich wie hier in der Lutherkirche in vielen Gemeinden in Bonn und der Region zusammen (Foto: J. Gerhardt)

Der „Erfinder“ der Konfirmation Martin Bucer predigte und lehrte einst in Bonn

Konfirmation stammt von Lateinisch „confirmare“ (bestärken). Der „Erfinder“ der Konfirmation hat übrigens in Bonn gewirkt: Es war der Straßburger Reformator Martin Bucer (1491-1551). Der Theologe predigte auf Bitten des Kölner Kurfürsten Hermann von Wied 1542 ein dreiviertel Jahr im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im alten Franziskanerkloster in der Brü-dergasse.

Für Pfarrer Verhey hat die etwa eineinhalb Jahre dauerende Konfirmandenarbeit „große Bedeu-tung, weil die Jugendlichen in diesem Alter besonders auf der Suche nach Werten und Orientie-rung sind“. Diese Zeit sei „eine großartige Chance für die Kirche, mit den Jugendlichen so lange und so konzentriert zusammenzuarbeiten und ihnen christliche Traditionen nahezubringen“.

Zugleich sei die die Konfirmandenzeit „ein Freiraum zur persönlichen Entwicklung“, ergänzt Pfarrer Gerhardt. Gerade weil der Leistungsdruck in der Schule zunehme. „Eigene spirituelle Wurzeln entdecken“ stehen in der Luthekirchengemeinde genauso auf dem Programm wie der Blick über den Kirchturm durch Besuche beim Bestatter oder in der Bonner Synagoge. Religiöse Erziehung und Vermittlung kommt an vielen Stellen in der Familie und unserer Gesellschaft einfach zu kurz“, so Gerhardt. Auch daher werde Konfirmandenunterricht „immer wichtiger.“

Anregend und nachdenklich: Es geht um Tod und Auferstehung. Besuch der Konfirmandengruppe bei einem Poppelsdorfer Bestatter (Foto: J. Gerhardt) LupeAnregend und nachdenklich: Es geht um Tod und Auferstehung. Besuch der Konfirmandengruppe bei einem Poppelsdorfer Bestatter (Foto: J. Gerhardt)

Hier alle Termine von Mai bis Juni zur Konfirmation im Kirchenkreis Bonn auf einen Blick

4. Mai: Johanniskirche Bonn-Duisdorf, Emmaus-Kirche Brüser Berg, Thomaskirche Bonn-Röttgen I, Jesus-Christus-Kirche Witterschlick I, Lukaskirche Bonn-Nord, Auerberg und Castell (3. und 4. Mai), Friedenskirche Bonn-Kessenich, Hemmerich I

11. Mai: Thomaskirche Bonn-Röttgen II, Jesus-Christus-Kirche Alfter-Witterschlick II

17. Mai: Hemmerich II, Sechtem

18. Mai: Kreuzkirche Bonn-Innenstadt, Apostelkirche Bonn-Tannenbusch, Hemmerich III, Jesus-Christus-Kirche Witterschlick III, Dreieinigkeitskirche Hersel,

24. Mai: Bornheim I

29. Mai (Himmelfahrtstag): Bornheim II

31. Mai: Bornheim III

1. Juni: Auferstehungskirche Bonn-Venusberg, Lutherkirche Bonner Südstadt (31. Mai und 1. Juni), Trinitatiskirche Bonn-Endenich, Bornheim IV

29. Juni: Matthäikirche Bonn-Lengsdorf

Das aktuelle Stichwort: Konfirmation 2014

Die Konfirmation (von lateinisch „confirmare“ = bestärken) ist für evangelische Christen die feierliche Bestätigung der eigenen Taufe, die bei den meisten Jugendlichen im Baby- oder Kleinkindalter stattgefunden hat. Jugendliche, die noch nicht getauft sind, werden vor oder zusammen mit der Konfirmation getauft. Das sind heute etwa zehn bis 15 Prozent der Konfirmanden.

Mit der Konfirmation übernehmen die Jugendlichen Eigenverantwortung in der Kirche. Sie sind berechtigt, ein Patenamt zu übernehmen und bei der Presbyteriumswahl die Gemeindeleitung zu wählen. Für viele bedeutet Konfirmation die erste Teilnahme am Abendmahl. Für Jugendliche, die bereits am Kinderabendmahl teilgenommen haben, was in einigen Bonner Gemeinden möglich ist, ist es die erste selbstständige Teilnahme und damit auch etwas Besonderes.

Die Konfirmation steht für das reformatorische Anliegen, dass sich Menschen bewusst für den eigenen Glauben entscheiden. Geistiger Vater der Konfirmation ist der Straßburger Reformator Martin Bucer (1491-1551). Bucer, was viele gar nicht wissen, lehrte 1542 auf Bitten des Kölner Kurfürsten Hermann von Wied sogar in Bonn. Der Theologe predigte damals ein dreiviertel Jahr im Bonner Münster und hielt theologische Vorlesungen im alten Bonner Franziskanerkloster in der Brüdergasse.

Die Konfirmation wird traditionell zwischen Palmsonntag (der Sonntag vor Ostern) und Pfingsten gefeiert. Im Evangelischen Kirchenkreis Bonn, zu dem auch die Kommunen Alfter und Bornheim gehören, finden die meisten Konfirmationen dieses Jahr zwischen 4. Mai und 1. Juni statt.

Ab sofort Anmeldung für den Unterricht 2014/2015

Zugleich läuft in diesen Tagen die Anmeldung für den Konfirmationsunterricht 2014/2015. Eingeladen sind zumeist die Jugendlichen des Jahrgangs 2001. Auch Nichtgetaufte sind willkommen. Ansprechpartner ist die Gemeinde am Wohnsitz. Die Teilnahme am Unterricht in einer anderen Gemeinde ist aber auch möglich. Der Konfirmandenunterricht dauert je nach Gemeinde ein bis zwei Jahre und findet in der Regel Dienstagnachmittag statt. Die Schulen sind laut Weisung des Schulministeriums gehalten, den Dienstagnachmittag für den
kirchlichen Unterricht freizuhalten.

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ger / 07.05.2014



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