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Evangelischer Religionsunterricht am Berufskolleg - ein persönlicher Einblick:

„Frau Kruppa, ist das hier Gruppensitzung mit Therapie?“

Es ist ein Dienst mit besonderen und immer neuen Herausforderungen. Pfarrerin Margitta Kruppa ist Religionslehrerin am Bonner Ludwig-Erhard-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung. Nach rund 100 Tagen an der Schule zieht sie eine spannende Bilanz:

Kreativ: Pfarrerin Margitta Kruppa mit Schülerinnen im Religionsunterricht (Foto: Meike Böschemeyer) LupeKreativ: Pfarrerin Margitta Kruppa mit Schülerinnen im Religionsunterricht (Foto: Meike Böschemeyer)

Ihre persönliche Bilanz nach rund 100 Tagen am LEB in der Bonner Nordstadt:

Margitta Kruppa: Für mich heißt es erst einmal: „Home again“ – eine Schule im Bonner Kirchenkreis mit ganzer Stelle. Ich war ja schon vor einigen Jahren im Bonner Kirchenkreis, zuerst als Gemeindepfarrerin in Alfter und dann einige wenige Jahre am Berufskolleg in Duisdorf. Und noch etwas Persönliches: Nie wieder Morgenstau auf der Reuterstraße, nun auf dem Fahrrad zur Arbeit, vom Vorgebirge in Alfter an der Bahnlinie entlang zur Schule an der Kölnstraße, wie wohltuend nah ist das jetzt.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit: Oberstudienrat Friedrich Kampmann, Schulleiter des Ludwig-Erhard-Berufskollegs, im Gespräch mit Pfarrerin Margitta Kruppa (Foto: Meike Böschemeyer) LupeVertrauensvolle Zusammenarbeit: Oberstudienrat Friedrich Kampmann, Schulleiter des Ludwig-Erhard-Berufskollegs, im Gespräch mit Pfarrerin Margitta Kruppa (Foto: Meike Böschemeyer)

Was ist gut, was ausbaufähig?

Margitta Kruppa: Ich habe am LEB einen Raum für den Religionsunterricht vorgefunden, der renovierungsbedürftig war, klein und die Schüler und Schülerinnen sagten, er brauche einen Eimer Farbe. Aber immerhin, wir hatten einen eigenen Raum. Das war ein guter Auftakt. Wir haben ihn gestrichen und gestaltet und haben nun eine eigene „Burg“ sozusagen: „My room – my castle“.

Und noch was: „Frau Kruppa, ist das hier Gruppensitzung mit Therapie“ – das sagen die Schülerinnen und Schüler, wenn sie den Reli-Raum betreten. Ein Stuhlkreis, keine Tische – das ist ungewöhnlich für einen Klassenraum. Was geht? Wir reden, lachen, fragen und bekommen Antworten, Streiten und verteidigen das Evangelium und die Kirche so gut es eben geht.

Welche Schülerinnen und Schüler nehmen am Religionsunterricht teil?

Margitta Kruppa: „Evanglisch?“ – ja, es gibt sie, und den Konfi-Unterricht haben die meisten in guter Erinnerung. Das hilft. Der Alltag in der Berufsschule sieht allerdings so aus, dass wir nicht nur evangelische Schüler unterrichten, sondern eben alle, die freiwillig am evangelischen Reli-Unterricht teilnehmen möchten. Christen, Muslime, Juden, bekennende Atheisten oder Agnostiker, Freikirchler und Zeugen Jehovas, Methodisten oder Altkatholiken. Alle sind herzlich willkommen. Ich war noch nie alleine.

Versammelt viele religiöse und kulturelle Erfahrungen: der Religionsunterricht am Ludwig-Erhard-Berufskolleg LupeVersammelt viele religiöse und kulturelle Erfahrungen: der Religionsunterricht am Ludwig-Erhard-Berufskolleg

„Kritisch denken lernen und leben“

Was ist die besondere Herausforderung für den Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen?

Margitta Kruppa: Meine besondere Freude an der Berufsschule ist der Umgang mit jungen Erwachsenen, die an der Schwelle zur endgültigen Selbstständigkeit und Loslösung vom Elternhaus es tatsächlich wagen, kritisch zu denken und eigene Wege einzuschlagen. Es ist für mich ein besonderes Privileg, einen großen Teil des Tages junge Menschen mit unterschiedlichsten Glaubenshaltungen um mich zu haben.

Besonders attraktiv finde ich die Möglichkeit, mit Schülerinnen und Schülern Unterrichtsgänge zu gestalten, das heißt Kirchen und Moscheen zu besuchen, Ausstellungen zu erleben oder aber in Gedenkstätten der Vergangenheit ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen.

Besonders schön ist auch das Leben in einem Kollegium, das für mich als evangelische Pfarrerin durch die tägliche Begegnung von besonderer Bedeutung ist.

Margitta Kruppa arbeitet seit mehr als zehn Jahren eben auch an Berufsschulen. Was hat sich verändert?

Margitta Kruppa: Seit gut zehn Jahren mache ich Dienst in der Berufsschule. Mein Eindruck ist, dass theologische Themen wieder stärker in das Interesse der Schüler und Schülerinnen rücken. Auch meine ich festzustellen, dass Schülerinnen und Schüler familiär Werte konservativer denken und auf der Suche nach klaren Strukturen und vorgegebenen Aufgaben gerne einmal das „Selber Denken“ anderen überlassen.

Welche Pläne gibt es oder Wünsche?

Margitta Kruppa: Ich wünsche mir für die Zukunft an meiner Schule die Möglichkeit, einen Schulchor als Projektchor aufzubauen um den Weihnachtsgottesdienst musikalisch jugendgerecht zu gestalten. Auch möchte ich eine Schulseelsorge aufbauen, die sich nicht „Beratung“ sondern „Schulseelsorge“ nennt. Für das kommende Jahr plane ich mit einer katholischen Kollegin eine Fahrt nach Taizé. Die Rückmeldung der Schüler und Schülerinnen waren so positiv, dass wir diese Projektfahrt wagen wollen.

Danke für unser Gespräch.

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Joachim Gerhardt / 13.05.2014



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