Willkommen!

Welkom - Welcome - Bienvenue!

Flaggen

> weitere Informationen

Social Media

Besuchen Sie den Evangelischen Kirchenkreis Bonn auch auf Facebook und Instagram.

> weitere Informationen

Wort zum Sonntag

Keiner alleine

Unsere Tochter bezieht ihre erste, eigene Wohnung in der fremden Stadt. Aufregend. Am liebsten wäre sie in eine WG gezogen.

> Lesen Sie weiter ...

Spenden

Newsletter

Sie sind neugierig auf alles, was rund um die evangelische Kirche in Bonn passiert? Abonnieren Sie unseren Newsletter!

> weitere Informationen

Gottesdienste

Losung für den 24.10.2020

Der HERR erweckte den Geist des Volkes, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN Zebaoth, ihres Gottes. Haggai 1,14

Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist. 1.Timotheus 4,14

Terminkalender

Veranstaltungen und Termine in der Region Bonn und im Kirchenkreis Bonn.

> weitere Informationen

PROtestant

Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

> weitere Informationen

Service
Evangelische Kirche im Rheinland

Bonner Stimmen auf und von der Landessynode in Bad Neuenahr

Die Rheinische Landessynode 2015 tagte vom 11. bis 16. Januar in Bad Neuenahr. Hier lesen Sie persönliche Eindrücke der Synodalen aus Bonn.

Engagiert als Bonner Synodale auf der Landessynode 2015: Dorothea Geffert und Pfarrer Siegfried Virgils (Foto: J. Gerhardt) LupeEngagiert als Bonner Synodale auf der Landessynode 2015: Dorothea Geffert und Pfarrer Siegfried Virgils (Foto: J. Gerhardt)

Superintendent Wüster hatte die Predigt zum Auftakt der Tagung gehalten und nachdenklich an die beklemmenden Ereignisse in Paris erinnert und gewarnt vor denen, die meinen, Gott zum Erfüllungsgehilfen ihrer eigenen Vorstellungen oder Mordgelüste machen zu dürfen. (Weitere Infos hier). Dann berieten die 213 stimmberechtigten Synodalen über theologische Fragen, Haushaltskonsolidierung und Finanzen, die künftige Zahl von Pfarrstellen und vieles andere mehr. Hier nun die persönlichen Stimmen und Eindrücke der Bonner Synodalen.

Auch als Kölner Polizeipräsident noch Synodaler aus Bonn: Wolfgang Albers (Foto: J. Gerhardt) LupeAuch als Kölner Polizeipräsident noch Synodaler aus Bonn: Wolfgang Albers (Foto: J. Gerhardt)

"Verantwortung für die ganze Landeskirche wahrnehmen"

Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bonner und Region und Mitglied der Kreuzkirchengemeinde: "Trotz des umfangreichen Kürzungsbeschlusses habe ich die Stimmung auf dieser Synode als sehr entspannt und solidarisch erlebt. Großartig die Behandlung inhaltlicher Themen von der Predigt „Gott, Elohim oder Allah darf niemals für Terror und Mord herhalten.“ Über das sehr klare Wort der Synode zum Anschlag in Paris bis zu den vielfältigen Andachten und Beiträgen zum Thema „Wie kommt Gott zur Welt“. Eine Andacht einer jüdischen Theologin auf der evangelischen Synode! Ein katholischer Weihbischof, der die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellt. Das war beeindruckend.

Die Diskussion der Kürzungsvorschläge der Kirchenleitung wurde sehr sorgfältig geführt, und das Ergebnis ist gut: Die Finanzen werden in Ordnung gebracht und der dabei entstehende Schaden ist relativ erträglich. Entgegen des Kommentars in einer Bonner Tageszeitung haben auch die Delegierten aus Bonn genau das Richtige getan: Ihre Verantwortung für die ganze Landeskirche wahrgenommen. Das Amos Comenius Gymnasium bleibt – wie andere Schulen auch – in kirchlicher Trägerschaft erhalten. Nicht weil es in Godesberg liegt, sondern weil seine Arbeit wichtig ist für die Kirche. Das PTI wird gestärkt und erhält zusätzliche Aufgaben. Für die Akademie wird ein neues Konzept erarbeitet.

Ganz positiv finde ich, dass die Synode trotz Einsparungen 1 Million Euro für die Flüchtlingsarbeit im Rheinland und an den Außengrenzen der EU zur Verfügung stellt", so Ulrich Hamacher.

Dialog der Religionen

Pfarrer Wolfgang Harnisch, stellvertretender Bonner Superintendent, berichtet: „Das Gespräch zwischen der jüdischen Theologin Deborah Weissmann und dem palästinensischen christlichen Theologen Yohanna Katanacho mit den Synodalen und auch beider Morgenandachten haben mich sehr beeindruckt und bewegt. Auch wenn es strittig ist, wie der jüdische Staat sich definieren soll, sind sich beide darin einig, dass alle Menschen in Israel unabhängig von Religion und ethnischer Herkunft die gleichen Rechte haben müssen. Dafür treten beide ein. Katanacho fordert uns auf: „Denkt mit uns mit. Wir sind hier, weil wir Hilfe brauchen.“ Die Positionen sind teils konträr, aber sie setzen sich gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit ein.

Dazu ergänzend möchte ich auf das Buch von Rainer Stuhlmann „Zwischen den Stühlen – Alltagsnotizen eines Christen in Israel und Palästina“ hinweisen. Ein ganz besonderes Israelbuch! Stuhlmann bemüht sich, auch die Perspektive der anderen einzunehmen. Er ist mit Jüdinnen und Juden im Gespräch, mit Palästinensern, Christen wie Muslime, Araber. Er versucht den gängigen Feindbildern zu widerstehen. Um die schwierige Situation in Israel und Palästina zu verstehen, empfiehlt er als Faustregel, skeptisch zu sein gegenüber jeder Schwarz-Weißsicht. Dabei bringt er überraschende biblische Einsichten in den Dialog ein“, so Synodalassessor Pfarrer Harnisch von der Kirchengemeinde Hardtberg.

Verfolgen aufmerksam die Diskussion im Plenum: die Bonner Synodale Pfarrer Wolfgang Harnisch (l.) und Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher (Foto: J. Gerhardt) LupeVerfolgen aufmerksam die Diskussion im Plenum: die Bonner Synodale Pfarrer Wolfgang Harnisch (l.) und Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher (Foto: J. Gerhardt)

Wort gegen Terror, Hass und Gewalt

Superintendent Eckart Wüster berichtet: "Eindrücklich war das Wort der Synode „Gerade jetzt gemeinsam“, mit dem sich die Synodalen einstimmig zu Toleranz, weltanschaulicher und religiöser Pluralität und Dialog zwischen den Religionen bekannten. Mit dem Hinweis auf Römer 12, 21 (Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem) verpflichten sich die Synodalen dazu, auf Bedrohungen und Mordanschläge nicht mit Hass und Gewalt zu reagieren. Zugleich wird allen gedankt, die sich bereits in der Vergangenheit für einen Dialog zwischen den Religionen und ein friedliches Miteinander eingesetzt haben. Angst wird vor allem durch solche Begegnungen überwunden. (www.gerade-jetzt-gemeinsam.de) Auch durch dieses Miteinander kommt Gott zur Welt, wie das Hauptthema der Synode lautete.

Die Beschlüsse, die zur Haushaltskonsolidierung (Einsparung von 12 Mio. € im landeskirchlichen Haushalt) zu fassen waren, sind uns schwer gefallen, denn viele Mitarbeitende werden davon betroffen sein. Ich habe die Diskussion um die notwendigen Einsparungen als angemessen und gewissenhaft erlebt. Die vielen Möglichkeiten für die Synodalen, sich im Laufe des letzten Jahres mit den Vorschlägen der Kirchenleitung auseinandersetzen zu können, haben sicherlich zu dieser Stimmung beigetragen. In großer Einmütigkeit wurden die notwendigen Beschlüsse gefasst. Nun gilt es, sie umzusetzen und gute Regelungen für betroffene Mitarbeitende zu treffen.

Ich hoffe sehr, dass unsere Evangelische Kirche im Rheinland die intensiven Spardiskussionen bald beenden kann. Diese Synode hat dafür wichtige und mutige Schritte getan", so der Superintendent und Herseler Pfarrer Eckart Wüster.

Auf der Suche nach Frauen und jüngeren Menschen ...

Dorothea Geffert von der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge schreibt einige ihr wichtige "Streiflichter" zum Thema Alter: "Beim Frauenlunch am Synodenmontag wurden, wie schon in den vergangenen Jahren, die Wahlvorschläge für verschiedene Posten durchgegangen. Es waren wieder nur wenige Frauen nominiert. "Trotz intensiver Suche konnten keine Kandidatinnen gefunden werden." Bei der Diskussion meldete sich eine junge Pfarrerin zu Wort, die überzeugend darstellte, dass ihr eine Frauenquote nicht so wichtig sei wie die Wahl von jüngeren Menschen! Als ich mich später im Plenum später umsah, stellte ich fest, dass es wirklich nur wenige jüngere Synodale gibt. Umso schöner, dass in Zukunft zwei Menschen aus der Jungen Generation berufene Mitglieder der Landessynode sein sollen. Das Alter spielte auch bei der Änderung des Presbyterwahlgesetzes eine Rolle. Die Aufhebung der Altersgrenze konnte nicht durchgesetzt werden – vielleicht auch zugunsten der jungen Generation?

Für Pfarrer endet die Mitgliedschaft in der Synode übrigens mit dem Eintritt in den Ruhestand. Siegfried Virgils nahm deshalb zum letzten Mal an der Landessynode teil. Schade!", sagt Dorothea Geffert aus Bornheim.

„Wie Gott zur Welt kommt“

Wolfgang Albers, Kölner Polizeipräsident und berufenes Mitglied der Bonner Kreissynode wie der Landessynode, berichtet: „Wie Gott zur Welt kommt“, eine brennende Frage und ein brennender Leitsatz in und über der Synode. Der Präses hat diese Frage mit der Überlegung verbunden, wie viel Raum die Kirche braucht, in der Gott zur Welt kommt. Dies ist für ihn unter Berufung auf Bonhoeffer in Bezug auf den Stall ein sehr enger, beschränkter Raum, wie Rekowski betont auch eine "Kirche mit leichtem Gepäck".

Beeindruckt hat auch die Wortmeldung des alt-katholischen Bischofs Ring. Ein nicht nur sehr humorvoller sondern auch ein sehr kluger Beitrag, in dem er über die Rolle von Bildern in unserer Gotteswahrnehmung sprach. So sei eben sein Gottesbild nicht nur, wie aus seiner Kinderzeit, geprägt vom guten Hirten, sondern inzwischen auch von dem als Richter. Wie könne er sonst selbst mit Blick auf das Unrecht und das Elend in vielen Teilen der Welt leben, ohne die Gewissheit, dass es am Ende der Welt Gerechtigkeit gibt.

Welche Welt? Diese Frage sollte uns mithilfe der 5. EKD Erhebung über Kirchenmitgliedschaft beantwortet werden. Mir hat sich die Beantwortung nicht erschlossen schon deshalb, da sich die Welt nicht empirisch erschließen lässt und schon lange nicht unter den Mitgliedern unser Kirche. Interessant sind die Ergebnisse dann doch, wenn auch nicht sonderlich überraschend. (www.ekd.de/EKD-Texte/kmu5_texte.html).

Dass junge Menschen anders erleben, wie Gott in die Welt kommt, stellte die Vertreterin der evangelischen Jugend Miriam Lehberger dar. Gott erleben in der Gemeinschaft der Gläubigen, auf dem Oberdeck eines Schiffes auf der Saar. Dies war auch ein Aufruf für Jugendarbeit in unsern Gemeinden, jungen Menschen einen Raum zu geben ihren Glauben zu leben.

Wie aber auch ein Foto aus der Kirche von St. Antimo, mitgebracht aus dem Urlaub in der Toskana, immer wieder den Blick auf Gott lenkt, berichtete Jörg Weber aus Trier. Hoch abstrakt und sehr dicht die Überlegungen von Frau Prof. Richter zum Bild Gottes in seiner Dreifaltigkeit - ich muss gestehen, das hat mich als Jurist dann doch ein wenig überfordert.

Vom Kinderglauben zum eigenen Erwachsenwerden und dem des Glaubens. Darüber berichtete aus sehr persönlicher Sicht Kathrin Zindel, 28 Jahre und Maschinenbauerin. Vom alten Mann, der die Wacht hält in dunkler Nacht zum Zweifel im Glauben als angehende Naturwissenschaftlerin.

Nicht minder persönlich und beeindruckend war das Bekenntnis eines Gehörlosen, der in froher Zuversicht feststellte, dass er sich nicht als Behinderter sehe. Er sei ein glücklicher Mensch, mit Frau und Kind und Haus – so habe es Gott wohl auch gewollt und dass er gehörlos lebe. Was sind wir für Menschen bei all dem Elend und dem Unheil, das wir in unsere Welt bringen und wo ist Gott. Es sind die Berichte von Auschwitzüberlebenden, von ihren Berichten von ihrem Überleben und ihrer Frage in Auschwitz, wo ist Gott? Gott ist da, wo Liebe zwischen den Menschen herrscht, Nähe und Zärtlichkeit – egal wo. Das war die Wortmeldung von Eva Hoffman v. Zedlitz.

Ich meine dazu, dass aber auch folgendes gilt: "Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, der ich Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden schaffe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der alles tut." (Jesaja 45, 5-7).

Gott suchen in der gottlosen Welt. Das war das Thema von Jesaja im Brief an die Gemeinde in der Babylonischen Gefangenschaft und das ist das Thema von Prof. Schnakenberg in seiner Andacht, wenn er an die Diskussionen mit der modernen Naturwissenschaft denkt, wenn er fragt: „Wo lassen die Wissenschaften Raum, um nach Gott zu suchen." Für ihn sind sowohl aus theologischer Sicht, als auch aus Sicht der Hirnforschung, wir selbst dazu der rechte Ort. "Suche mit ganzem Herzen und in ganzem Herzen nach Gott!"

Viele Stimmen, viele Sichtweisen, Erkenntnisse und Erlebnisse - so kommt Gott zur Welt", resümiert Wolfgang Albers.

Bonner Synodale

Die Bonner Synodalen sind Superintendent Eckart Wüster, der auch nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung ist, Synodalassesor Pfarrer Wolfgang Harnisch (Kirchengemeinde Hardtberg), Pfarrer Siegfried Virgils (Lukaskirchengemeinde Bonn), Dorothea Geffert (Kirchengemeinde Vorgebirge), Ulrich Hamacher (Geschäftsführer Diakonisches Werk Bonn und Region) und Wolfgang Albers (Trinitatiskirchengemeinde Bonn und als Polizeipräsident von Köln berufenes Mitglied der Synode).

Alle Infos zur Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland finden Sie zudem mit vielen Hintergründen hier: www.ekir.de

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ger / 17.01.2015



© 2020, Evangelische Kirche in Bonn und der Region
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.