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Evangelischer Kirchenkreis Bonn

Erklärung der Bonner Synode: "Rassistischer Hetze entschieden entgegentreten"

Die Evangelischen Kreissynode Bonn hat am 14. November 2015 eine Erklärung "Rassistischer Hetze entschieden entgegentreten" verabschiedet. Sie richtet sich zugleich an die eigenen Gemeinden und Kirchenglieder sowie an die Öffentlichkeit. Der Wortlaut:

In der aktuellen politischen Diskussion um die Welle von Vertreibung und Flucht bezieht die Evangelische Kirche Position für die Flüchtenden und für eine Willkommenskultur in unserem Land.

Mit großer Sorge nimmt die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bonn rassistische und menschenverachtende Aussagen wahr, die von rechten Ideologen auf Kundgebungen und in Talkshows verbreitet werden. Wir verurteilen Äußerungen, die jenseits demokratischer Positionen einen Hintergrund für Überfälle auf Asylbewerber und Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte liefern. Das Wissen um die Geschichte Deutschlands im zwanzigsten Jahrhundert stärkt unsere Entschiedenheit, einzutreten für die Menschenrechte, für das Asylrecht und gegen Rassismus.

Die jüdisch-christliche Tradition, in der wir verwurzelt sind, garantiert den (zunächst) ‚Fremden‘ gleiche Rechte wie den ‚Alteingesessenen‘: „Ein und dasselbe Gesetz und ein und dasselbe Recht soll für euch gelten und für den Fremden, der bei euch wohnt.“ (4. Mose 15,16 / Elberfelder Bibel)

Diese biblische Grundlage soll unser Denken und Handeln bestimmen. Ein christliches Profil unserer Gesellschaft ist nicht durch Flüchtlinge bedroht, sondern durch Fremdenfeindleichkeit und menschenverachtende Hetze. Zu unserer Identität als Kirche Jesu Christi gehört der Einsatz für die Rechte der Geflohenen.

Mit großen Anstrengungen bringen Kommunen Flüchtlinge unter. Mit bewundernswertem ehrenamtlichem Engagement sorgen Tausende in unserem Land dafür, dass Flüchtlinge sich willkommen fühlen und hier, in der Fremde, nicht fremd bleiben müssen. Selbstverständlich werden die Kirchengemeinden und kirchlichen Institutionen weiterhin aktiv mitwirken und einen wichtigen Teil dieses Engagements leisten.
Die Synode bittet alle, die ihre Fähigkeiten und Kräfte einbringen: Lasst nicht nach in eurem Tun! Sie bittet alle, die über Gaben und Möglichkeiten dazu verfügen: Helft den Armen und Vertriebenen!

Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft formieren sich zum Protest gegen fremdenfeindliche Hetze und Aktionen. Die Synode begrüßt dieses Engagement. Sie fordert Christinnen und Christen auf: Seid wach gegenüber fremdenfeindlichen Tendenzen. Benennt Vorurteile, wo ihr sie antrefft. Tretet rassistischen Worten und Taten entschieden entgegen.

Weitere Infos: www.bonn-evangelisch.de

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ger / 24.11.2015



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