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Friedemann Schmidt: Neuer Militärpfarrer in Bonn auf der Hardthöhe

Friedemann Schmidt ist seit Jahresbeginn evangelischer Militärpfarrer am Standort Bonn, Nachfolger von Dekan Peter Schmidt. Der neue Pfarrer auf der Hardthöhe ist an vielen Stellen gefragt und er weiß von Auslandseinsätzen „Jeder kommt verändert zurück.“ 

Seit 1. Januar 2016 Militärpfarrer am Standort Bonn: Friedemann Schmidt (Foto: privat) LupeSeit 1. Januar 2016 Militärpfarrer am Standort Bonn: Friedemann Schmidt (Foto: privat)

So geht Friedemann Schmidt im Mai ein zweites Mal in den Kosovo in den Auslandseinsatz, um dort die rund 600 Deutschen Soldaten seelsorgelich zu begleiten und zu betreuen. 2010 war er schon einmal in Prizren, um für die damals 1200 Soldaten und zivilen Mitarbeiter Gottesdienste, Veranstaltungen und Seelsorge anzubieten.

Pfarrer Friedemann Schmidt berichtet: „In der Regel stellt der Auslandseinsatz eine doppelte Fremderfahrung dar: Wir begegnen einer fremden Welt und dadurch werden auch fremde Seiten bei uns deutlich.“ Die Auslandseinsätze seienvielleicht die prägensten Erfahrungen, die ein Seelsorger bei der Bundeswehr machen könne. „Es ist ein Wunder, dass wir Pfarrer bisher von PTBS relativ verschont worden sind“. Denn Militärpfarrer seien nicht nur bei bei allen dramatischen Ereignissen gefordert, sondern meist auch sehr nahe an den Opfer und den Familien dran. „Vielleicht, weil wir am Ende doch immer etwas tun können. Wir sind nicht einfach den Ereignissen ausgeliefert, sondern können ihnen Sprache und vor allem Rituale geben“, fasst Schmidt seine Erfahrungen zusammen.

Pfingsten: "Kirchenchor für eine Woche" für die rund 100 deutschen Soldaten im Termez in Usbekistan (Foto: Friedemann Schmidt) LupePfingsten: "Kirchenchor für eine Woche" für die rund 100 deutschen Soldaten im Termez in Usbekistan (Foto: Friedemann Schmidt)

Viel Seelsorge gefragt

„Ich hätte nie gedacht, wie viel Seelsorge in diesem Arbeitsfeld gebraucht wird“, betont Pfarrer Schmidt. Militärpfarrer arbeiteten weniger konfessionell, als ökumenisch und im engen Verbund mit den Psychologen und Sozialarbeitern zusammen. Das Besondere der Militärseelsorge ist für ihn, dass über die Gespräche kein Protokoll geführt werde und dass sie in absoluter Anonymität stattfinden könnten. Die Bundeswehr leiste sich die Militärseelsorge, weil die Väter der „Inneren Führung“ vor 60 Jahren erkannt hätten, dass Soldaten ein Ventil brauchten, wo sich sich frei äußern könnten. Bei den etwa 180 Pfarrerinnen und Pfarrern könne man sich „alles einmal von der Seele reden". Im Beichtgeheimnis ist der Seelsorger auch rechtlich von allen Meldepflichten entbunden. „Ich habe in den letzten acht Jahren sehr viele Gespräche über Leben, Tod, eigenen Entscheidungen, Scheitern und Hilflosigkeit geführt.“ Aber nicht nur zu dramatischen Anlässen werden Militärseelsorger aufgesucht. „Trauungen sind die häufigste Amsthandlung. Dabei muss ich immer auch für eine Kirche sorgen. Ich bin nun froh, in Bonn im Geistlichen Forum, endlich wieder eine Kirche zu Verfügung zu haben!“ Acht Jahre war Schmidt zuvor für die Eifelstandorte Büchel, Daun und Gerolstein verantwortlich.

Auch das gehört zum Dienst eines Militärpfarrers: Gedenktag für gefallene Soldaten in Daun (Foto: privat) LupeAuch das gehört zum Dienst eines Militärpfarrers: Gedenktag für gefallene Soldaten in Daun (Foto: privat)

Das Geistliche Forum in Bonn wird von beiden Konfessionen betrieben. „Wir haben unsere Büro auf dem gleichen Flur, teilen uns einen Kirchraum und eine Gebetskapelle, dazu haben wir noch einen größeren Versammlungsraum - den schönsten Raum auf der Hardthöhe, wie immer gesagt wird, und die Möglichkeit für Einzelgespräche und eine Teeküche vor Ort. Im breiten Flur finden immer wieder Ausstellungen statt, so ist das Geistliche Forum ein beliebter Treffpunkt für verschiedene Anlässe.

Auch wenn die Hardthöhe nicht den letzten Jahren ein wenig an Bedeutung verloren hat, sie ist immer noch offizieller Sitz des Verteidigungsministeriums. Hier wird rund um die Uhr an der Sicherheitspolitik der Bundesrepublik gearbeitet. „Immer brennt in irgendeinem Büro noch Licht.“

Gemeindepfarrer im Hunsrück

Vor seiner Zeit als Militärpfarrer war Friedemann Schmidt, der mit seiner Frau, ebenfalls Theologin und Militärpfarrerin, und seinen zwei Kindern in Erpel am Rhein wohnt Vorsitzender des Vereins „Evangelischer Posaunendienst in Deutschland e.V.“. „Das klingt ziemlich kryptisch, ist aber einfach zu erklären. Ich war Pfarrer für den Dachverband aller Evangelischen Posaunenchöre in Deutschland.“ Dazu gehörten neben den landeskirchlichen Verbänden auch alle Freikirchen, vom Gnadauer Verband, über die SELK bis hin zu den Siebtenten Tags Adventisten. „Mit gelebter Ökumene kenne ich mich seitdem aus!“ Die Kirchenmusik ist, neben der Theologie, die zweite Leidenschaft des 53 jährigen. „Als Kind lernte ich Geige, dann als Jugendlicher Posaune und Kirchenorgel. Das hat mich im Studium dann in Bonn zum Singen gebracht.“ Bis heute singt er gerne, spielt Klavier, Orgel oder im Posaunenchor mit. „Im Einsatz bin leite ich dann auch mal den Kirchenchor und spiele das Epiano, um den Gesang der Gemeinde zu begleiten.“

Als Gemeindepfarrer war er im Hunsrück in drei Dörfern mit zwei Stummorgeln tätig, die ihm bis heute sehr ans Herz gewachsen sind. „Hier konnte ich mich ausprobieren“, blickt er dankbar auf die Zeit als junger Gemeindepfarrer zurück. Als Assessor im Kirchenkreis Trier übernahm er früh auch Leitungsaufgaben. Davor war er im Kirchenkreis Kleve für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Hier wohnte er mit seiner Frau in Kevelaer, die dort mit halber Stelle unterstützte.

Friedemann Schmidt arbeitete davor als Sondervikar ein Jahr in einer Werbeagentur, wo er der Frage nach PR im kirchlichen Raum nachging. „Kirche ist nichts als Öffentlichkeitsarbeit. Mehr haben wir eigentlich nicht im Angebot. Verkündigung bediente sich immer der neuesten Medien. Gutenberg machte mit dem neuen Druckverfahren die Bibel allen zugänglich, Luther erfand eine neue Sprache, er schrieb mit den Liedern Geschichte, Kranach nutze die Macht der Bildern und zeigte Zeichnungen, wie Karikaturen komplexe Sachverhalte auf den Punkt bringen können. Paulus schon nutzte mit den Briefen die Möglichkeiten eines neuen Massenmediums, Jesus faszinierte mit seinen zum Teil komischen und plastischen Erzählungen die Zuhörer. Er nutze ein Boot als Kanzel, predigte vom Berg, suchte bewusst die Einsamkeit und versuchte zu zeigen, wie man den Glauben leben kann."

„Der Glaube wirbt für Gottes Wort", betont Friedemann Schmidt. Und dafür brauche es die Vermittlung durch ein Medium. Schon im Studium in Marburg hatte Schmidt die Werbung und ihre Mittel, die Ikonographie und die Wirkungsweise moderner Medien interessiert. „In Bonn habe ich aber meine ersten theologischen Schritte gemacht. Hier hatte ich im Bonner Talweg mein erstes eigenes Zimmer. „Die Stadt, mit ihrem Charme im Sommer und ihrer Gemütlichkeit im Winter, hat es mir bis heute angetan. So freue ich mich, dass ich einen großen Teil meiner Zeit nun wieder hier verleben darf.“ Erst muss Pfarrer Schmidt aber noch einmal für zwei Monate in den Auslandseinsatz, bevor er sich dann nach einer offiziellen Einführung ganz der neuen Gemeinde widmen kann.

Friedemann Schmidts Einführung als Militärpfarrer in Bonn ist frühestens für August geplant.

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EB/ger / 15.02.2016



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