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Ökumene in Bonn und der Region

Kirchen im 500. Jahr der Reformation: „Gemeinsam stärker"

Anlässlich des ökumenischen Versöhnungsgottesdienstes in Bonn im Rahmen der Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum 2017 äußerten sich Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher im Gespräch mit dem Bonner General-Anzeiger:

Ein starkes Zeichen der Gemeinschaft heute: Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher beim ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsjubiläum in der Schlosskirche März 2017 (Foto: Sebastian Eckert/Stadtdekanat Bonn) LupeEin starkes Zeichen der Gemeinschaft heute: Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher beim ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsjubiläum in der Schlosskirche März 2017 (Foto: Sebastian Eckert/Stadtdekanat Bonn)

Evangelische und Katholische Kirche Bonns feiern ihren Versöhnungsgottesdienst. Was waren in den letzten Jahren die wichtigsten Schritte, die sie aufeinander zugingen?

Eckart Wüster: Aufeinander zugehen ist für mich nicht die richtige Formulierung. In den letzten Jahren haben beide Kirchen viele gemeinsame Aktionen geplant und durchgeführt: zum Beispiel die Ökumenische Hütte auf dem Weihnachtsmarkt, das Trauercafé im Kirchenpavillon und der Gottesdienst zur Prinzenproklamation. Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk und der Caritas haben wir Runde Tische zum Bonner Loch und zur Kinderarmut angestoßen und durchgeführt. Es beeindruckend, was in den letzten Jahren allein in der Flüchtlingshilfe ökumenisch passiert istGespraech:Wuester. In unseren Kirchengemeinden finden viele, viele gemeinsame Veranstaltungen statt.

Wilfried Schumacher: Neben den vielen Dingen, die der Superintendent aufgezählt hat und die ich nur bestätigen kann, ist mir das sehr persönliche, freundschaftliche Verhältnis zu ihm sehr wichtig geworden. Wir treffen uns regelmäßig und gehen miteinander auf Augenhöhe um. Das macht das Miteinander als Christen in dieser Stadt einfacher und spiegelt für mich wieder, was in vielen Gemeinden vor Ort tagtäglich geschieht.

"Uns verbindet viel mehr als uns trennt": Stadtdechant Msgr. Schumacher und Superintendent Wüster (Foto: Reinhard Sentis) Lupe"Uns verbindet viel mehr als uns trennt": Stadtdechant Msgr. Schumacher und Superintendent Wüster (Foto: Reinhard Sentis)

Stadtdechant Schumacher: „Es gibt viel Bewegung aufeinander zu"

An welchem Punkt befinden Ihre Kirchen sich heute in Bonn: versöhnt miteinander, wie es die ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) formuliert?

Eckart Wüster: Ich finde diese Formulierung passend. Das heißt aber nicht, dass wir uns in allem einig wären. Es bleiben Unterschiede und das ist gut so. Vor einigen Jahren sprach man von der „Ökumene der Profile“, heute ist der Begriff „Ökumene der Gaben“ zutreffender. Beide große Kirchen bringen in die Ökumene ihre jeweiligen Stärken ein. So können wir uns gegenseitig ergänzen.

Wilfried Schumacher: Wir starren nicht auf die Unterschiede, sondern auf die Gemeinsamkeiten. Vieles ist uns miteinander möglich. Zu einem versöhnten Umgang miteinander gehört es, ehrlich miteinander umzugehen, sich über die Möglichkeiten zu freuen und die Grenzen zu respektieren. In mehreren Gemeinden gibt es schon verbindliche Partnerschaftsvereinbarungen.

 

Zwei, die sich verstehen: Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher (Foto: J. Gerhardt) LupeZwei, die sich verstehen: Superintendent Eckart Wüster und Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher (Foto: J. Gerhardt)

Wo genau besteht in Bonn immer noch ökumenischer Nachholbedarf?

Wilfried Schumacher: Ich würde es nicht Nachholbedarf nennen. Aber eine Schwierigkeit, die wir aber nicht selbst ändern können, besteht zum Beispiel darin, dass es keine Deckungsgleichheit zwischen den katholischen und evangelischen Einheiten weder auf der Stadtebene Bonn noch in den Kirchengemeinden gibt. Eine unserer Kirchengemeinden hat zum Beispiel drei verschiedene evangelische Kirchengemeinden als Partner.

Eckart Wüster: Wir werden in der Öffentlichkeit gemeinsam besser wahrgenommen, als wenn jeder für sich auftritt. Dieses Bewusstsein kann noch weiter wachsen.

Und wo will die Bonner Ökumene hin? Zu einer sichtbaren Einheit?

Eckart Wüster: Wenn sichtbare Einheit meint, dass es eine Einheitskirche geben sollte, dann sage ich für mich: Ich bin kein Freund von einer Einheitskirche. Das Christentum lebt von Anfang an von seiner Vielfalt und die zeigt sich auch darin, dass es viele Kirchen gibt. Entscheidender ist, dass wir uns gegenseitig als Schwestern und Brüder anerkennen. Und dann wäre es natürlich schön, wenn eine gemeinsame Abendmahl- bzw. Eucharistiefeier möglich sein kann.

Wilfried Schumacher: Es gibt keine „Bonner Ökumene“ als Ziel, sondern wir in Bonn sind Teil eines Bistums, einer Weltkirche. Da gibt es viel Bewegung aufeinander zu – auch auf höchster Ebene. Wir müssen vor Ort tun, was wir tun können – und da geschieht schon sehr viel. Und wir müssen darum beten, dass wie Jesus Christus sagt, wir „eins werden“. Die Einheit der Kirche – wie immer sie auch gestaltet wird, ist nicht allein Menschenwerk, sondern vor allem Gottes Werk.

Sie sprechen im Gottesdienst von verbindenden Zukunftsaufgaben. Welche sind das?

Eckart Wüster: Wie können wir die Botschaft vom menschenfreundlichen Gott den Menschen nahe bringen? Wie können wir unseren Glauben so leben, dass unsere Worte und unsere Taten zusammenpassen? Wie können wir dafür werben, dass Religion nicht ein Überbleibsel vergangener Zeiten ist, das abgeschafft gehört, sondern eine Hilfestellung sein kann, das Leben mit seinen vielen Herausforderungen zuversichtlich anzugehen? Wie kann unser Beitrag für mehr Frieden und Gerechtigkeit aussehen?

Wilfried Schumacher: Unser Erzbischof fordert uns in seinem Fastenhirtenbrief auf, „Botschafterinnen und Botschafter Gottes zu sein“. Dies ist eine Aufgabe aller Christinnen und Christen in dieser Stadt.

Superintendent Wüster: „Gemeinsam mehr Zuversicht ausstrahlen"

Wenn Sie heute Reformator wären, wie würden Sie Ihre Kirche heute reformieren?

Eckart Wüster: Was wäre das für ein Anspruch! Es wäre schön, wenn wir Christinnen und Christen uns mehr unseres Glaubens bewusst wären und Zuversicht, Vertrauen und Liebe ausstrahlten. Dann würden die Fragen nach Strukturen zurücktreten können und die Angst vor der Zukunft überwunden werden.

Wilfried Schumacher: So vermessen möchte ich gar nicht sein! Ich sehe, auf welchen Weg unser Papst die Kirche führt und wäre schon froh, wenn viele ihm dabei folgen. Es ist der Weg der Barmherzigkeit!

Das Gespräch führte Ebba Hagenberg-Miliu (GA Bonn)

Der Versöhnungsgottesdienst wurde am Samnstag, 25. März 2017, 17.00 Uhr in der Schlosskirche im Hauptgebäude der Universität (Am Hof, Bonn-Zentrum) gefeiert.

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