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Angeregt: der Bonner Universitätsrektor Michael Hoch (3.v. links) im Gespräch mit Oleg Goloborodsky (rechts), dem jüdischem Vorsitzenden der GCJZ Bonn, und weiteren interessierten Gästen beim Jahresempfang (Foto: J. Gerhardt)

Jahresempfang der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Bonn

„Unrecht muss erkannt und benannt werden“

Klare Worte für das Miteinander und die Bedeutung der Religionen und gegen jede Form von Antisemitismus: Universitätsrektor Michael Hoch sprach beim Jahresempfang der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Bonn. K. Rüdiger Durth berichtet:

„Mensch wo bist du?“ Unter diesem Leitwort steht nicht nur die gegenwärtige „Woche der Brüderlichkeit“, sondern stand auch der traditionelle Jahresempfang der Bonner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit ihren rund 200 Mitgliedern Mitte März im „Haus der Evangelischen Kirche“ in Bonn. Dieser Jahresempfang findet neuerdings immer innerhalb der bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“ statt, die am 10. März in Nürnberg von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet worden war. In Bonn begrüßte (der neue evangelische Vorsitzende) Pfarrer Joachim Gerhardt herzlich und sehr persönlich die zahlreichen Gäste mit Bürgermeister Reinhard Limbach und Superintendent Eckart Wüster an der Spitze, der auch Mitglied der Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Gekommen waren auch Altbischof Klaus Wollenweber und die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel.

Synagogen-Vorsitzende Magret Traub wirbt für Toleranz - „Vorurteile gegen Juden nehmen wieder zu"

In ihrem Grußwort bedauerte die Vorsitzende der Synagogengemeinde Bonn, Margaret Traub, die in der Gesellschaft wieder stärker werdenden Vorurteile gegenüber den Menschen jüdischen Glaubens und warb für die Toleranz zwischen den Religionen. Diese wird in der Stadt Bonn von allen Kirchen und religiösen Gruppen unterstützt. Elena Kochanova zeigte sich erfreut, dass vor Monaten die Solidaritätsaktion „Wir tragen Kippa“ in der Bonner City ein so großes Echo gefunden habe.

Der Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Professor Dr. Michael Horch, als diesjähriger Hauptreferent erklärte auf Nachfrage von Mitgliedern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, dass er keine Kenntnis über den Stand der Ermittlungen über den Angriff auf einen amerikanischen Professor habe, der wegen seiner Kippa im Hofgarten angegriffen worden war. Dieser Angriff hatte bundesweites Aufsehen erregt.   

Pfarrer Gerhardt gedachte der kürzlich verstorbenen Annelene Mittring und Werner Trutwin, die sich große Verdienste um die Bonner Gesellschaft erworben hätten und ihr sehr fehlen würden. Mit Nachdruck setzte sich Gerhardt für mehr Begegnung von jungen Menschen mit Mitbürgern jüdischen Glaubens ein. So könnten am besten Vorurteile abgebaut werden. Unter Beifall kündigte er an, dass er in Kürze mit seinen Konfirmanden der Bonner Synagoge an der Tempelstraße einen Besuch abstatten werde.

Viel Beifall erhielten der (in Bonn geborene) Sänger Friedrich Schauhoff und die litauische Pianisten Austeja Valusyte für ihre musikalische Umrahmung des Jahresempfangs. Mit Spannung erwarteten die Gäste des Jahresempfangs den Gastvortrag von Universitätsrektor Michael Hoch, der sich anschließend lange den Fragen der Zuhörer stellte. Im Mittelpunkt seiner Rede stand das Bekenntnis des Rektors, dass auch die Universität verpflichtet sei, gegen Antisemitismus und Rassismus vorzugehen und eine klare Antwort auf die Gottesfrage „Mensch wo bist du“ zu geben. Hoch: „Unrecht muss erkannt und benannt werden. Das ist mehr denn je gefordert“.

Rektor Michael Hoch erinnert an viele jüdische Persönlichkeiten an der Universität 

Professor Hoch, übrigens der 143. Rektor der 1918  gegründeten Bonner Universität setzte sich immer wieder für einen offenen Diskurs ein und erinnerte gerade in Bonn als UN- und Beethovenstadt an die Sehnsucht der Menschen nach Brüderlichkeit. Leider sei die Welt heute weitentfernt von Beethovens „Seid umschlungen Millionen“ . Der Rektor, von Haus aus Biologe, zeigte sich „beschämt bis heute“ von Vorgängen in der Universität während des 3. Reiches. So hätten sich am 10. Mai 1933 auch Mitglieder des Lehrkörpers an der öffentlichen Verbrennung von unliebsamen Büchern beteiligt, habe der Nationalsozialismus Einzug in die Fakultäten gehalten, aber es habe auch Widerstand gegeben.

Dabei erinnerte der unter anderem an den Theologieprofessor Karl Barth, der gegenwärtig im Mittelpunkt eines „Karl-Barth-Jahres“ des Reformierten Bundes (sein Moderator Martin Engels gehörte auch zu den Gästen des Jahresempfangs) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) steht. Hoch erinnerte aber auch an den Studenten Klaus-Josef Peters, der sich gegen den Nationalsozialismus aufgelehnt habe,  an jüdische Studenten, die von der Universität vertrieben worden seien, an den später international bekannten Professor Heinrich Lützeler und viele andere.

Rektor Hoch: „Judenfeindschaft darf in unserer Stadt keinen Platz haben“

„Unrecht muss erkannt und benannt werden“, mahnte der Universitätsrektor. Dies sei heute angesichts von Entwicklungen in der Gesellschaft mehr denn je geordert. Die Universität werde dazu ihren Beitrag leisten, zumal sie „jeden Tag neu herausgeforderter sei, wachsam zu sein.“ Denn die Freiheit sei „niemals selbstverständlich“  und er unterstrich: „Judenfeindschaft darf in unserer Stadt keinen Platz haben“. Geplant ist die Errichtung eines Lehrstuhls gegen Rassismus. So sehr jede Fakultät und die Gemeinschaft der Universität mit ihren gegenwärtig 39.000 Studierenden sei zum Dialog herausgefordert. Aber auch „jeder einzelne muss seinen Beitrag leisten“, damit die Freiheit nicht in Gefahr gerate.

Weiterer Infos zur Geellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Bonn finden Sie hier

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K. Rüdiger Durth / 15.03.2019



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