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Ein Licht anzünden

Wie schön ist es, eine Kerze anzuzünden. Gründe gibt es viele. Von dem Wunsch nach einer heimeligen Stimmung bis zum Dank für etwas Besonderes oder der Bitte für einen Mitmenschen. Es geht öffentlich in einer Kirche ...

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Losung für den 06.12.2019

Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Psalm 68,20

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Römer 8,28

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Die Abendsonne über der gegenüberliegenden Bundeskunsthalle gaben dem Nachdenken über das, was bleibt vom Staub des Lebens, einen fast unwirklichen Hintergrund (Foto: Alexa Halpern)

Gottesdienst im Kunstmuseum

Was bleibt vom Feuerwerk des Lebens?

Wieder einmal reichte die Zahl der Stühle nicht aus, um all den Menschen Platz zu bieten, die zum „Gottesdienst im Kunstmuseum" gepilgert waren. Dieses Mal zu einem Kunstwerk, das einen in mehrfacher Hinsicht an die Grenzen führte:

Der  Künstler Benjamin Bergmann hat einen Feuerwerkskörper in einem Glaskasten explodieren lassen und das auf den ersten Blick ziemlich staubig, reichlich trostlose Ergebnis „Diamantsonne vs. Blockbuster” genannt. „Was bleibt vom Feuerwerk des Lebens in unserer Eventgesellschaft? Wie gehen wir Menschen um mit Destruktionen? Was gibt Hoffnung, wenn Zukunftspläne verglühen?", fragten Vizedirektor Dr. Christoph Schreier und Pfarrer Joachim Gerhardt angesichts des Werks im bewährt, freien wie tiefsinnigen Dialog von Kunst und Theologie.

Unglaublich, welche Instrumente und sphärischen Klänge der bekannte Bonner Musiker Matthias Höhn in fein dosierten Improvisationen zwischen den Texten zu Gehör brachte. (Foto: Alexa Halpern) LupeUnglaublich, welche Instrumente und sphärischen Klänge der bekannte Bonner Musiker Matthias Höhn in fein dosierten Improvisationen zwischen den Texten zu Gehör brachte. (Foto: Alexa Halpern)

Ncht immer nur das Schöne sehen

Etwas ungläubig blickte die gebannte Gemeinde 45 Minuten lang auf  „dieses Stillleben seltsamer Ingredienzien" (Schreier) und lauschte: den kunstwissenschaftlichen Gedanken über die Herausforderungen moderner Kunst, nicht immer nur das Schöne sehen und zeigen zu wollen sowie einer biblischen Erzählung vom großen Propheten Elia, der erschöpft von Wort und Tat völlig ausgebrannt die eigenen Grenzen erkennen lernen muss. Worte zum Nachdenken, angeregt wie herausgefordert durch das kreativ musikalische Echo des multiinstrumentalen Matthias Höhn.

„Hinschauen, wo andere wegschauen, und Menschen an der Lebensgrenze nicht alleine  lassen, das ist ein wichtiger Dienst von Christen in unserer Gesellschaft", formulierte Pfarrer Gerhardt seinen Anspruch an Glauben und Theologie. Trost gebe nicht das Wegschauen von Tod und Zerstörung, sondern die Zuwendung.

Feiern und Nachdenken im Museum: Bundesweit in dieser Gottesdienst, der sich von einem modernen Kunstwerk inspieren lässt, wohl einzigartig. (Foto: Alexa Halpern) LupeFeiern und Nachdenken im Museum: Bundesweit in dieser Gottesdienst, der sich von einem modernen Kunstwerk inspieren lässt, wohl einzigartig. (Foto: Alexa Halpern)

Fragen an das Leben stellen

Dieser Gottesdienst im Kunstmuseum am ersten Mittwoch im Oktober machte es den Zuhörerinnen und Zuhörern, auffallend vielschichtig quer durch die Generationen, nicht einfach und unterstrich einmal mehr seinen Wert, weil er nicht vorschnell Antworten formuliert, sondern vor allem Fragen sucht. Im offenen Nachgespräch bei Brot und Wein im Foyer des Bonner Kunstmuseums, fester Bestandteil dieses einzigartigen Gottesdienstformats, ging es im Anschluss anregend weiter.

Der nächste Gottesdienst im Kunstmuseum, eine Kooperation der Lutherkirchengemeinde Bonn mit dem Kunstmuseum und dem Evangelischen Forum Bonn, ist für das erste Halbjahr 2020 geplant. Gespannt zu welchem Werk ...

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Antonia Jonas / 5. Oktober 2019



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