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Wort zum Sonntag

Leben lieben

Das Leben geht weiter. Das ist der wichtigste Satz zu diesem Sonntag. Totensonntag. Der Tag, an dem wir, wie viele andere Gemeinden auch, in unserer Kirche die Namen aller Verstorbenen aus diesem Jahr verlesen.

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Gottesdienste

Losung für den 25.11.2020

Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfüme; aber dass euer Land in den Untergang treibt, lässt euch kalt. Amos 6,6

Den Reichen in der gegenwärtigen Welt aber gebiete, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den flüchtigen Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles in reichem Maße zukommen und es uns genießen lässt. Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig sein und ihren Sinn auf das Gemeinwohl richten. So verschaffen sie sich eine gute Grundlage für die Zukunft, die dazu dient, das wahre Leben zu gewinnen. 1.Timotheus 6,17-19

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Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

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Service

Die Abendsonne über der gegenüberliegenden Bundeskunsthalle gaben dem Nachdenken über das, was bleibt vom Staub des Lebens, einen fast unwirklichen Hintergrund (Foto: Alexa Halpern)

Gottesdienst im Kunstmuseum

Was bleibt vom Feuerwerk des Lebens?

Wieder einmal reichte die Zahl der Stühle nicht aus, um all den Menschen Platz zu bieten, die zum „Gottesdienst im Kunstmuseum" gepilgert waren. Dieses Mal zu einem Kunstwerk, das einen in mehrfacher Hinsicht an die Grenzen führte:

Der  Künstler Benjamin Bergmann hat einen Feuerwerkskörper in einem Glaskasten explodieren lassen und das auf den ersten Blick ziemlich staubig, reichlich trostlose Ergebnis „Diamantsonne vs. Blockbuster” genannt. „Was bleibt vom Feuerwerk des Lebens in unserer Eventgesellschaft? Wie gehen wir Menschen um mit Destruktionen? Was gibt Hoffnung, wenn Zukunftspläne verglühen?", fragten Vizedirektor Dr. Christoph Schreier und Pfarrer Joachim Gerhardt angesichts des Werks im bewährt, freien wie tiefsinnigen Dialog von Kunst und Theologie.

Unglaublich, welche Instrumente und sphärischen Klänge der bekannte Bonner Musiker Matthias Höhn in fein dosierten Improvisationen zwischen den Texten zu Gehör brachte. (Foto: Alexa Halpern) LupeUnglaublich, welche Instrumente und sphärischen Klänge der bekannte Bonner Musiker Matthias Höhn in fein dosierten Improvisationen zwischen den Texten zu Gehör brachte. (Foto: Alexa Halpern)

Ncht immer nur das Schöne sehen

Etwas ungläubig blickte die gebannte Gemeinde 45 Minuten lang auf  „dieses Stillleben seltsamer Ingredienzien" (Schreier) und lauschte: den kunstwissenschaftlichen Gedanken über die Herausforderungen moderner Kunst, nicht immer nur das Schöne sehen und zeigen zu wollen sowie einer biblischen Erzählung vom großen Propheten Elia, der erschöpft von Wort und Tat völlig ausgebrannt die eigenen Grenzen erkennen lernen muss. Worte zum Nachdenken, angeregt wie herausgefordert durch das kreativ musikalische Echo des multiinstrumentalen Matthias Höhn.

„Hinschauen, wo andere wegschauen, und Menschen an der Lebensgrenze nicht alleine  lassen, das ist ein wichtiger Dienst von Christen in unserer Gesellschaft", formulierte Pfarrer Gerhardt seinen Anspruch an Glauben und Theologie. Trost gebe nicht das Wegschauen von Tod und Zerstörung, sondern die Zuwendung.

Feiern und Nachdenken im Museum: Bundesweit in dieser Gottesdienst, der sich von einem modernen Kunstwerk inspieren lässt, wohl einzigartig. (Foto: Alexa Halpern) LupeFeiern und Nachdenken im Museum: Bundesweit in dieser Gottesdienst, der sich von einem modernen Kunstwerk inspieren lässt, wohl einzigartig. (Foto: Alexa Halpern)

Fragen an das Leben stellen

Dieser Gottesdienst im Kunstmuseum am ersten Mittwoch im Oktober machte es den Zuhörerinnen und Zuhörern, auffallend vielschichtig quer durch die Generationen, nicht einfach und unterstrich einmal mehr seinen Wert, weil er nicht vorschnell Antworten formuliert, sondern vor allem Fragen sucht. Im offenen Nachgespräch bei Brot und Wein im Foyer des Bonner Kunstmuseums, fester Bestandteil dieses einzigartigen Gottesdienstformats, ging es im Anschluss anregend weiter.

Der nächste Gottesdienst im Kunstmuseum, eine Kooperation der Lutherkirchengemeinde Bonn mit dem Kunstmuseum und dem Evangelischen Forum Bonn, ist für das erste Halbjahr 2020 geplant. Gespannt zu welchem Werk ...

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Antonia Jonas / 5. Oktober 2019



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