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Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland Augoustinos leitet die Doxologie in der prächtigen Kathedrale in Bonn-Beuel (Foto: Joachim Gerhardt)

Ökumene

Miteinander von Glauben und Wissenschaft

Der beliebte Jahresempfang mit feierlicher Doxologie der Griechisch-Orthodoxen Metropolie ist immer auch ein Stell-dich-ein der Ökumene in Bonn. Festredner dieses Jahr Universitätsrektor Michael Hoch. Unser Reporter K. Rüdiger Durth berichtet:

Bonn. „Ich lade die Theologen und Kirchen dazu ein, ihre wertvolle Sicht auf die Welt und den Menschen gemeinsam mit den Hochschulen für mehr Akzeptanz von Wissenschaft und Forschung in der Gesellschaft zu werben“, erklärte der Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Ordinarius für Molekulare Entwicklungsbiologe, Michael Hoch, in seiner Festansprache beim traditionellen Jahresempfang der griechisch-orthodoxen Metropolie aus Anlass des Namenstages des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. Bei Megathemen wie die Bewahrung der Schöpfung und Nachhaltigkeit sind  die Kirchen nach Ansicht des Bonner Universitätsrektors wichtige Partner für die Forschung.

Metropolit Augoustinos erinnerte in seiner Begrüßung an die Erklärung des  vor drei Jahren auf Kreta stattgefundenen Großen Konzil der der Orthodoxen Kirche: „Was die Frage der Beziehungen zwischen dem christlichen Glauben und den Naturwissenschaften betrifft, vermeidet es die orthodoxe Kirche, die wissenschaftliche Forschung zu bevormunden und bezieht nicht zu jeder wissenschaftlichen Frage Position. Sie dankt Gott, der den Wissenschaftlern die Gabe verleiht, unbekannte Dimensionen der Göttlichen Schöpfung sichtbar zu machen. Die moderne Entwicklung der Naturwissenschaften und der Technik führt zu radikalen Veränderungen in unserem Leben… Im Respekt vor der Freiheit der wissenschaftlichen Forschung weist die orthodoxe Kirche gleichzeitig auf die Gefahren hin, die sich in manchen wissenschaftlichen Errungenschaften verbergen und betont die Würde des Menschen und seine göttliche Bestimmung.“

Zahlreiche ökumenische Gäste

Unter den zahlreichen Gästen des Jahresempfangs  konnte Gastgeber Augoustinos u.a. die Diözesanbischöfe Helmut Karl Dieser (Aachen) und Felix Glenn (Münster), den alt-katholischen Bischof Matthias Ring (Bonn) und Metropolit Isaak von der autiochenisch-orthodoxen Diözese für Deutschland sowie von der Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland Oberkirchenrätin Barbara Rudolph und Superintendent Eckart Wüster begrüßen. Auch der frühere evangelische Bischof von Görlitz, Klaus Wollenweber, war gekommen. In seiner Ansprache wies Metropolit Augoustinos darauf hin, dass man sonst gern Bischöfe und Theologen als Festredner einlade, umso mehr freue es ihn, dass sich nun ein bedeutender Naturwissenschaftler für die Festrede bereiterklärt habe. Rektor Hochs Rede zum Thema „Im Spannungsfeld von Schöpfung, Skepsis und Fortschritt: Wissenschaft in Verantwortung für die Zukunft unserer Gesellschaft“ wurde mit großem Beifall aufgenommen.

Professor Hoch erinnerte zu Beginn seiner Rede an den 70. Jahrestag des Grundgesetzes, das auch für die Wissenschaft von zentraler Bedeutung sei, weil es mit den Worten „Im Bewusst seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ beginne. Zugleich erinnerte er an ein Wort des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. aus dem Jahr 1997 zum beängstigenden Verlust der Biodiversität, für die der Mensch maßgeblich verantwortlich sei: „Das einzig ungehorsame Geschöpf Gottes ist der mit Freiheit ausgestattete und leider in Hochmut verfallende Mensch.“  Der Bonner Universitätsrektor: „Es sind drastische Worte, die uns Menschen vor der ökologischen Krise der Menschheit zu warnen, ja, uns zu ermahnen, dass in der Art und Weise, wie wir mit der uns gegebenen  Schöpfung umgehen, eine der Hauptgefahren für die Zukunft der Menschheit liegt.“

Einspruch der Kirchen gewünscht

Die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft für die Zukunft der Gesellschaft treibe nicht nur ihn, sondern auch alle 500 Professoren und die vielen Nachwuchswissenschaftler der Bonner Universität um. Er nannte einige wenige neue Beispiele wegweisende Umwälzungen: Herz aus menschlichem Gewebe durch den 3D-Drucker israelischer Forscher (Hoch: „Ohne jeden Zweifel: Ein Durchbruch für die Medizin“), Geburt eines weltweit ersten Babys nach einer Genmanipulation durch chinesische Forscher (Hoch: „Seit Entdeckung der Genschere Crispr/Cas 9 debattieren Forscher weltweit heftig darüber, ob es erlaubt sein soll, menschliche Embryonen genetisch zu verändern“) , die ständig steigende Lebenserwartung der Menschen (Hoch: „Was für ein Fortschritt“) und die Folgen der Künstlichen Intelligenz (die nach Hoch noch gar nicht absehbar sind).

Der Bonner Universitätsrektor stellte angesichts der unterschiedlichen Reaktionen der Menschen auf den Fortschritt und die damit verbundenen Ängste die Frage,  welchen Weg man einschreiten solle – vielleicht sogar aufhalten? Das sei der falsche Weg – „zumal er mit aller Wahrscheinlichkeit so enden würde wie Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen“.  Der „Weg in die Zukunft“ liege in der Inter- und Transdisziplinarität durch Integration von Natur- und Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Der Molekulare Entwicklungsbiologe: „Uns als deutsche oder europäische Gesellschaft wird niemand die Frage stellen, ob wir den Fortschritt oder den Wandel wollen. Wir müssen die Antworten darauf geben, wie wir den Fortschritt und den Wandel gestalten. Dies ist für die jungen Generationen von besonderer Bedeutung, denn sie vermissen eben solche überzeugenden Antworten. Sie suchen und sie brauchen glaubwürdigere, verlässlichere und überzeugendere Perspektiven, die weit über den Tag hinausreichen.

Abschließend richtete Universitätsrektor Hoch einen „eindringlichen Appell an uns alle“: „Erkennen wir verstärkt die Möglichkeiten des Fortschritts. Begegnen wir den Veränderungen nicht mit Defätismus, sondern mit Optimismus. Rücken wir die Chancen in den Focus, ohne die Risiken außer Acht zu lassen. Tun wir dies auf der Grundlage unseres unverrückbaren und auch im Grundgesetz niedergeschriebenen Wertefundaments. Wenn wir diesen Geist in uns tragen, bin ich sicher, werden wir die Herausforderungen in Verantwortung der Zukunft für den Menschen und die Schöpfung bewältigen können.“ Ein großer Beifall war dem Bonner Universitätsrektor sicher.

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K. Rüdiger Durth / ger / 11.06.2019



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