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Bonner Reformationsfeier 2019 gemeinsam: der Prediger Prof. Dr. Wolfgang Huber (v.l.), Dr. Margaret Traub, Vorsitzende der Bonner Synagogen-Gemeinde, und Superintendent Eckart Wüster (Foto: Joachim Gerhardt)

Bonner Reformationsfeier 2019

Wolfgang Huber: „Klare Grenzziehung gegen Hass und Hetze“

Volle Kirche, klare Worte: Die Bonner Reformationsfeier 2019 in der Kreuzkirche setzte viele starke Zeichen, eines ganz besonders:

Erstmals war die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bonn beteiligt. Dr. Margaret Traub hielt die Lesung aus dem 5. Buch Mose auf Hebräisch und sprach auch den Psalm gemeinsam mit der Gemeinde.„Eine große Geste der jüdischen Gemeinde“ und Ausdruck des in Bonn so vertrauensvollen Miteinanders von Synagogengemeinde und der Kirche, erklärte sehr dankbar Superintendent Eckart Wüster.

1.200 Menschen in der Kreuzkirche lauschten Wolfgang Hubers Predigt (Foto: J. Gerhardt) Lupe1.200 Menschen in der Kreuzkirche lauschten Wolfgang Hubers Predigt (Foto: J. Gerhardt)

Der diesjährige Gastpredier Prof. Dr. Wolfgang Huber griff das in seiner Predigt auf und ließ keinen Zweifel daran, wie eng und auflösbar Juden- und Christentum aus christlicher Sicht miteinander verbunden sind. Der Berliner Altbischof und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) rief zu einer „unzweideutige Grenzziehung gegen Hass, Hetze und Herabsetzung“ auf. Es dürfe nicht beim lähmenden Entsetzen über den Anschlag in Halle bleiben. „Nur wer entschieden gegen den Antisemitismus aufsteht, kann sich der festlichen Gestaltung eines Gottesdiensts zum Reformationstag freuen“, erklärte Huber in der mit weit über 1.000 Besuchern voll bestezten Kreuzkirche. 

"Hört, hört!": mit Bezug zum Predigttext aus dem 5. Buch Mose das Motto der Bonner Reformationsfeier 2019 Lupe"Hört, hört!": mit Bezug zum Predigttext aus dem 5. Buch Mose das Motto der Bonner Reformationsfeier 2019

„Dass Jüdinnen und Juden sich in diesem Land nicht mehr sicher fühlen und vor öffentlicher Erkennbarkeit zurückscheuen, ist ein Alarmzeichen.“

 

Wolfgang Huber warnte davor, wie Sprache das Denken vergiftet und dann das Tun befeuert. „Worte werden zu Waffen, dann greifen Mörder zur Waffe.“ Er beklagte den „um sich greifenden, massiven Antisemitismus“, der die Spuren eines christlichen Antijudaismus immer noch deutlich an sich trage. Dass Antisemitismus international sei und sich im digitalen Netz verbreite, dürfe keine Entschuldigung sein. „Unzweideutiger Widerstand und klare rechtliche Maßnahmen werden dadurch umso wichtiger.“ Dass Jüdinnen und Juden sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlten und vor öffentlicher Erkennbarkeit zurückscheuten, „ist ein Alarmzeichen“.

 

Mit Nachdruck warnte der Theologe davor, das Alte Testament mit Rachegelüsten wie „Auge und Auge, Zahn um Zahn“ gegen das neue Testament abzuqualifizieren. Gerade das Wort „alttestamentarisch“ habe einen „klar antijüdischen Klang“, den auch die Nazis sich zu eigen gemacht hätten. Das für Jesus so zentrale Doppelgebot der Gottes- wie der Nächstenliebe finde sich bereits im ersten Teil der Bibel im dritten Buch Mose.

 

Viele Begegnungen: Jahresempfang für die Stadtgesellschaft

 

Berührend auch die Musik im Festgottesdienst: die Bach-Motette Singet dem Herrn ein neues Lied aufgeführt durch die Kantorei der Kreuzkirche unter Leitung von Karin Freist-Wissing, dazu Stefan Horz festlich an der Orgel. Zum Eingang der Feier hatten schon die Bläser aus dem Kirchenkreis in inzwischen guter Tradition die Festgemeinde mit Chorälen auf dem Vorplatz der Krreuzkirche herzlich bergüßt. Der anschließendes Jahresempfang des Kirchenkreises versammelte die Stadtgesellschaft noch bis in den späten Abend stimmungsvoll in der Krypta der Kreuzkirche.

 

Superintendent Wüster: Einladung zur regen Beteilgung am Festjahr für jüdisches Leben in 2021

 

Auch hier machte Superintendent Eckart Wüster noch einmal deutlisch, dass die jüdische Gemeinschaft die evangelische Kirche an ihrer Seite wissen darf. „Viele jüdische Menschen auch in Bonn denken darüber nach, Deutschland zu verlassen. Das darf doch nicht sein! Jüdische Gemeinden gehören immer schon zu unserer Kultur, sie sollen wachsen und Juden und Jüdinnen ganz selbstverständlich bei uns wohnen. Zumal sie ja Deutsche sind und dann auch Juden. So wie wir Deutsche sind und dann auch Christinnen und Christen oder Andersgläubige oder Menschen ohne religiöse Bindung.“

 

Ausdrücklich warb der Bonner Superintendent für eine rege Beteiligung aus der Breite der Gesellschaft an einem bundesweiten Festjahr für jüdisches Leben in Deutschland 2021. Anlass ist die erste Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in Mittel- und Nordeuropa aus dem Jahr 321, also vor dann 1700 Jahren. Diese Gemeinde ist Köln und sie ist damit älter als jede christliche Gemeinde. Das Festjahr 321: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist ein guter Anlass, das Judentum als Teil unserer Gesellschaft und Kultur bewusster zu erleben und für viele Begegnungen", so Eckart Wüster. (www.1700jahre.com)

 

2020 predigt Margot Käßmann in der Bonner Reformationsfeier

 

Fest steht übrigens auch schon die Gastpredigerin für Bonner Reformationsfeier 2020: Es ist die Theologin und ehemalige Bischöfin Margot Käßmann.

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ger / 31.10.2019



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