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Evangelische Theologie

Sind religiöse Menschen resilienter?

Sind religiöse Menschen vielleicht resilienter? Die Forschungsgruppe „Resilienz in Religion und Spiritualität“ an der Bonner Universität stellt erste Ergebnisse vor am Dienstag, 29. Oktober 2019, 14.00 Uhr im Uni-Club.

Resilienz hat, wer schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen übersteht. Diese psychische Widerstandskraft fasziniert Wissenschaftler vieler Disziplinen. An der Universität Bonn arbeitet dazu seit kurzem eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zwei Millionen Euro finanzierte Forschungsgruppe an der Schnittstelle zwischen Theologie, Philosophie und Medizin. Ende Oktober stellt der Forschungsverbund in einem Workshop in Bonn erste Ergebnisse seiner Arbeit vor. Die Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Sind religiöse Menschen vielleicht resilienter als andere, nicht gläubige Menschen? Eine Frage, auf die es heute noch keine Antwort gibt, aber bald geben könnte. Die Forschungsgruppe „Resilienz in Religion und Spiritualität“ unter der Leitung der Bonner Theologin Prof. Dr. Cornelia Richter untersucht derzeit Resilienz im Zusammenspiel verschiedener Wissenschaften: Theologen, Philosophen, Psychosomatiker und Psychotherapeuten, Palliativmedizin und Fachleute für Spiritual Care widmen sich gemeinsam dem Phänomen der Resilienz. Sie suchen Antworten auf Fragen wie: Wer ist resilient? Was heißt es, resilient zu sein? Ist Resilienz angeboren oder lässt sie sich erlernen, gar antrainieren? Und welche Rolle spielen dabei Religion und Spiritualität?

Über den aktuellen Forschungsstand werden sich die Bonner Forschenden und ihre externen Kolleginnen und Kollegen bei einem Workshop am Dienstag, 29. Oktober 2019, um 14.00 Uhr im Universitätsclub Bonn, Konviktstraße 9, austauschen. Erste Ergebnisse präsentieren dabei die Theologinnen Prof. Dr. Judith Gärtner (Rostock) und Katharina Opalka (Bonn), der Philosoph Prof. Dr. Thiemo Breyer (Köln), die Psychosomatikerin Prof. Dr. Franziska Geiser (Bonn) sowie Prof. Dr. Constantin Klein, Spiritual Care (München).

Über die Forschungsgruppe

Die Forschungsgruppe „Resilienz in Religion und Spiritualität. Aushalten und Gestalten von Ohnmacht, Angst und Sorge“ hat im Sommersemester 2019 ihre Arbeit aufgenommen. Dabei wollen sie insbesondere herausfinden, welche Bedeutung der Glaube für die psychische Widerstandskraft hat. Drei Jahre wird die Forschungsgruppe aus Wissenschaftlern der Universitäten Bonn, Köln, Rostock, Zürich und der Ludwig-Maximilians-Universität München gefördert. Sie erforschen Resilienz im Verhältnis zu dem, was im aktuellen Gesundheitsdiskurs als „religiöse und spirituelle Dimension“ menschlichen Lebens beschrieben wird. Die Themen reichen von sinnstiftenden Erzählungen in der christlichen und jüdischen Tradition, Achtsamkeit in der anthropologischen Perspektive über Konzepte zur Resilienz, Religion und Spiritualität bis hin zu Fragebogenstudien und Interviews in der Psychosomatik und Palliativmedizin. Ziel ist die Erprobung und kritische Überprüfung der zuvor gewonnenen Resilienzdefinition, der einschlägigen Resilienzfaktoren und die Entwicklung eines interdisziplinären Resilienzmodells.

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Andreas Archut/EB/ger / 24.10.2019



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