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Gottesdienste

Losung für den 13.07.2020

Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt! Hosea 10,12

Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Epheser 4,24

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Veranstaltungen und Termine in der Region Bonn und im Kirchenkreis Bonn.

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Service

Die Landessynodale aus Bonn in Bad Neuenahr. Eckart Wüster (v.l.), Wolfgang Albers, Dr. Wibke Janssen, Dr. Gerd Landsberg, Dorothea Geffert, Prof. Dr. Günter Röhser, Dr. Beate Sträter und Uwe Grieser (Foto: KK Bonn)

Evangelische Kirche im Rheinland

Bonner Stimmen von der Landessynode 2020

Das Thema „Diakonie“ stand im Mittelpunkt der 73. Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 12. bis 16. Januar 2020 in Bad Neuenahr. Hier die ersten Stimmen und Eindrücke der Bonner Delegierten, was sie besonders bewegte.

Alle Pressekonferenzen und Plenarsitzungen der Landessynode wurden live übertragen und stehen weiterhin als Video-Aufzeichnung bereit, dazu alle Beschlüsse und mehr, siehe hier: https://landessynode.ekir.de/

Diakonie und Kirche sind zwei Seiten der gleichen Medaille"

Hier persönliche Stimmen und Eindrücke der gewählten Vertreterinnen und Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises Bonn. Der Bonner Dr. Gerd Landsberg, als Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes von der Kirchenleitung berufenes Mitglied der Landessynode, berichtet zum Schwerpunktthema der Tagung: Diakonie und Kirche sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Das müssen wir immer wieder deutlich machen und deshalb ist es richtig und gut, dass die  Synode dies thematisiert hat. Die Diakonie in Kooperation mit der evangelischen Kirche leistet einen unverzichtbaren Beitrag christlicher Daseinsvorsorge, ohne den unser Staat  im wahrsten Sinne des Wortes ärmer wäre." Gerd Landsberg ist in Bonn Mitglied der Friedenskirchengemeinde Kessenich und Dottendorf.

Jedes Jahr tagt die Landessynode, das wichtigste Gremium der Landeskirche, im Januar in Bad Neuenahr (Foto: J. Gerhardt) LupeJedes Jahr tagt die Landessynode, das wichtigste Gremium der Landeskirche, im Januar in Bad Neuenahr (Foto: J. Gerhardt)

Besonderes Anliegen:  Christlich-jüdischen Dialog vertiefen

Pfarrer Uwe Grieser, Synodalassessor des Kirchenkreises Bonn, berichtet von seiner ersten Landessynode: „Ich bin beeindruckt von dem Themenspektrum der Beratungen und des guten Miteinanders, nach Möglichkeit einmütige Entscheidungen zu treffen.

Eben noch wurde über die  Partizipation junger Menschen in kirchlichen Gremien abgestimmt, schon geht es weiter mit der Ökumenekonzeption. Es folgt die Frage der Finanzierung unserer Kirchlichen Hochschule in Wuppertal, danach wird ein Beschlussantrag zur Kindersicherung diskutiert.

Besonders heraus ragt das Anliegen des christlich-jüdischen Dialogs. Der wegweisende Beschluss der Landessynode 1980 über ein neues Verhältnis der Kirche zum Judentum soll  vertieft und aktualisiert werden. Auf der Tagesordnung steht außerdem ein Initiativantrag zur Klimagerechtigkeit der Kirche.`Die Welt brennt, und wo löschen wir mit?´ heißt es in der Begründung für den Antrag, ein `Klimaschutzgesetz´ für das Leben in Kirche, Gemeinden, Ämtern und Werken zu erarbeiten.

Unterstützung der Seenotrettung

Ich freue mich zudem sehr, dass die Landessynode einstimmig beschlossen hat, die Anliegen des Aktionsbündnisses `United4rescue - Gemeinsam retten´ zu unterstützen. Sie bittet die Kirchenkreise, Gemeinden und kirchliche Institutionen, dem Bündnis beizutreten und die Spendenaktion des Bündnisses zu unterstützen und sich an der Spendenaktion zu beteiligen. Sie dankt der Kirchenleitung `für ihr entschiedenes Eintreten für eine zivile Seenotrettung´.

Die Kirchenleitung und Kirchenkreise werden gebeten, sich an Aktionen des Bündnisses Seebrücke zu beteiligen und die Kommunen, die sich dem Bündnis `Städte sicherer Häfen´ angeschlossen haben  – Bonn gehört dazu  – darin zu unterstützen, in der Öffentlichkeit für die kommunale Aufnahme von Geflüchteten zu werben. Die Kirchenleitung wird gebeten, `sich weiterhin für eine humanitäre gesamteuropäische Flüchtlingspolitik einzusetzen´, insbesondere auch dafür, dass `unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in den Hotspots auf den griechischen Inseln sofort Aufnahme in Deutschland gewährt wird´", so Uwe Grieser, Pfarrer der Trinitatiskirchengemeinde Endenich.

Auch ein gewählter Bonner Vertreter auf der rheinischen Landessynode: Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bonn und der Region (Foto: Uwe Grieser) LupeAuch ein gewählter Bonner Vertreter auf der rheinischen Landessynode: Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bonn und der Region (Foto: Uwe Grieser)

Klarheit in der Haltung zur Flüchtlingshilfe

Ulrich Hamacher, Mitglied der Bonner Kreuzkirchengemeinde und Geschäftsführer der Diakonie in Bonn und der Region: Ein Thema der Synode war die Forderung nach einer Kindergrundsicherung. Dieser Teil der Diskussion hat Spaß gemacht. Die Synode hat einstimmig beschlossen, die Forderung mit einer wissenschaftlichen Studie zu untermauern. (Die Studie ist hier abrufbar: https://landessynode.ekir.de/inhalt/rheinische-kirche-bekraeftigt-forderung-nach-einer-kindergrundsicherung/) Auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche im Rheinland soll für die Durchsetzung einer Kindergrundsicherung gearbeitet werden.

Beeindruckend finde nach wie vor die Klarheit der Haltung zur Flüchtlingsfrage. Ja, wir beteiligen uns am Schiff, und? - Man lässt keinen Menschen ertrinken. Punkt."

2027 wieder ein Evangelischer Kirchentag im Rheinland?

Dorothea Geffert von der Kirchengemeinde Vorgebirge berichtet: Mit seiner Themenvielfalt war die Landessynode mal wieder eine Herausforderung für die Aufmerksamkeit aller Landessynodalen. Vieles davon war schon in der Zeitung zu lesen. Weniger spektakulär, aber für manche Gemeinde wichtig ist das neue Gesetz zum kirchenmusikalischen Dienst. Bürokratische Vorgänge wurden vereinfacht. Und es wird nicht mehr zwischen hauptamtlichen (A- und B-) und nebenamtlichen (C-)Kirchenmusiker*innen unterschieden. So konnte die Stellenbegrenzung der C-Kirchenmusiker*innen auf 19,5 Stunden aufgehoben werden.

Sehr präsent waren wieder die jungen Leute, die die Ausschusssitzungen mit ihren oft kritischen Beiträgen und hartnäckigen Nachfragen bereicherten. Dadurch gewannen wir Älteren auf manchen Sachverhalt eine neue Perspektive!  Gut finde ich auch die Entscheidung, 2027 den Evangelischen Kirchentag in das Gebiet der rheinischen Landeskirche einzuladen, der ja für viele junge Leute eine wichtige Begegnungsmöglichkeit mit Kirche ist. Dann ist es 20 Jahre her, dass der Kirchentag in Köln statt fand", so Dorothea Geffert, auch stellvertretendes Mitglied im Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Bonn.

Mehr als ein Grußwort – Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Abraham Lehrer auf der Landessynode

Wolfgang Albers von der Trinitatiskirchengemeinde Endenich und Mitglied der Kirchenleitung: „Für Grußworte gilt an sich die Binsenweisheit, dass man über alles sprechen darf, nur nicht über fünf Minuten. Für das etwas längere Grußwort des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Herrn Abraham Lehrer, auf der diesjährigen Landessynode, galt dies nicht. Schon sein Kommen hat bei den Synodalen große Freude ausgelöst. Dies gilt auch für mich persönlich, da ich Herrn Lehrer in meiner Zeit in Köln immer wieder getroffen und ihnen als einen ausgleichenden aber klaren Vertreter der jüdischen Gemeinde erlebt habe und schätze.

So hat Herr Lehrer auch auf der diesjährigen Synode auf die gute Zusammenarbeit zwischen der EKiR und dem Zentralrat der Juden hingewiesen und sich dafür ausdrücklich bedankt. Dabei hat er auch auf die anstehenden Feierlichkeiten im kommenden Jahr zum jüdischen Leben nördlich der Alpen hingewiesen und sich in diesem Zusammenhang bei Joachim Gerhardt, der für die evangelische Kirche an der Vorbereitung der Veranstaltungen „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“  beteiligt ist, bedankt. (Weitere Infos: https://www.1700jahre.de)

Gegen den zunehmenden Antisemitismus

Leider musste Herr Lehrer aber auch über den zunehmenden Antisemitismus berichten, „der sich in Deutschland immer stärker ausbreitet und auch vor kirchlichen Gruppen nicht Halt macht“. Antisemitismus läge nämlich auch dann vor, wenn Kritik an der israelischen Politik, von berechtigter Kritik in Antisemitismus umschlägt. „Selbst, wenn dieses Reden nicht antisemitisch gemeint ist, stärkt es Antisemiten den Rücken“. An Israel würden andere Maßstäbe angelegt als an andere Staaten, so Herr Lehrer.

Mich hat das Kommen aber haben auch die Worte von Herrn Lehrer sehr ergriffen. Ich weiß um die Angst, die viele Juden in Deutschland heute wieder haben. Dieses nicht nur anzusprechen, sondern dieses auch mit der nicht nur in Deutschland vorhandenen Kritik an der Politik des Staates Israel im Zusammenhang zu stellen, ist berechtigt. Gerade wir in Deutschland müssen bei unserer Verantwortung für den Staat Israel sehr wohl bedenken, wie wir auch berechtigte Kritik formulieren und was wir damit bewirken. Gerade wir Christen müssen uns bewusst sein, dass es uns ohne die Juden nicht gäbe“, berichtet Wolfgang Albers.

„Die Synode ist auch immer ein geistliches Fest“

Pfarrerin Dr. Wibke Janssen, Religionslehrein an der Liebfrauenschule in Bonn und Sriba im Bonner Kreissynodalvorstand: „Ich habe mich über eine politisch wache Synode gefreut, bei der die Kindergrundsicherung mit Nachdruck für unsere Gesellschaft gefordert wurde, um endlich gründlich und nachhaltig Wirkung bei der Bekämpfung von Kinderarmut zu erzielen. Die Synode setzte sich mit großer Mehrheit für den Schutz vor sexualisierter Gewalt, für Seenotrettung im Mittelmeer und gegen jede Form von Antisemitismus ein.

Die Synode ist auch immer ein geistliches Fest. Jede neue Sitzung wird mit Gesang begonnen und abgeschlossen. Das hat etwas von Kirchentag. Die Synodalen schaffen ganz neue unbekannte Lieder und auch mal einen vierstimmigen Satz. Diakonie war Schwerpunktthema und in diesem Jahr berichteten bei den „Wortmeldungen“, die die Sitzungen unterbrechen, Mitarbeitende der Diakonie von konkreten Beispielen ihrer Arbeit. Das war so beeindruckend und berührend, dass mir manches Mal die Augen feucht wurden. In unserer Kirche, von der Diakonie ein entscheidender Teil ist, geschieht schon Wunderbares.

Auf der letzten Landessynode im September 2019 in Bad Godesberg war die Synode erschrocken und überrascht, dass für die Einführung der neuen Finanzsoftware Wilken über die im Januar 2019 beschlossenen Mittel hinaus weitere hohe Kosten angekündigt wurden. Diese gründeten weniger in einer Kostensteigerung als in fehlerhafter Berechnung und Projektplanung. Auf dieser Synode wurde der Vorgang mit großer Offenheit und Ehrlichkeit aufgeklärt und verhandelt. Der dienstälteste Superintendent Hans-Peter Bruckhoff aus Aachen übernahm die Verhandlungsführung und steuerte die Synode in einem schwierigen und beeindruckenden Prozess. Eine solche gründliche und zugleich menschliche Aufarbeitung von Fehlern wünschte ich mir auch für andere Bereiche der Gesellschaft. Ich bin überzeugt, das ist die beste Vorbeugung, um  nächste Fehler möglichst zu vermeiden. Den Mitarbeitenden in den kirchlichen Verwaltungsämtern wurde ausdrücklich für ihren Einsatz zur Einführung des neuen kirchlichen Finanzwesens gedankt. Ihre Belastung, die durch den Wechsel zur doppelten Buchführung und die Einführung neuer Finanzsoftware entstanden ist und noch andauert, wurde ausdrücklich gewürdigt.

Neue Ökumenekonzeption mit auf den Weg gebracht

In diesem Jahr war ich mitverantwortlich, eine Ökumenekonzeption für unsere Landeskirche auf ihrem Weg durch die Ausschüsse der Synode zu begleiten. Das Anliegen war, das vielfältige ökumenische Handeln unserer Kirche vor Ort und weltweit mit einer theologischen Grundlegung zu stützen, die hilft, Ökumene weiterzuentwickeln. Neu: der gedruckte Text wird mit einer Online-Plattform verbunden, die Informationen zu ökumenischen  Einrichtungen und Kontaktmöglichkeiten immer aktuell bereit hält. Die Ökumenekonzeption soll in den Presbyterien und Arbeitsfeldern beraten werden. Ich komme gerne in Ihre Gremien und führe in den Text ein“, bietet Pfarrerin Dr. Wibke Janssen an.

Die Übersicht wird laufend ergänzt.

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Joachim Gerhardt / 11.01.2020



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