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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

Hier und heute

Der Vorwurf ist alt. Glaube sei doch nur eine billige Vertröstung auf das Jenseits. Auch Jesus hörte dieses Echo auf seine Predigten wohl immer wieder mal.

Andächtiger Rheinblick: vom Beueler Ufer bis zur Kreuzkirche (Foto: J. Gerhardt) LupeAndächtiger Rheinblick: vom Beueler Ufer bis zur Kreuzkirche (Foto: J. Gerhardt)

 Denn er betont ausdrücklich: „Das Reich Gottes, das ich Euch ansage, ist längst angebrochen, es ist mitten unter Euch.“ Lukas hat diesen zentralen Satz in seinem Evangelium (Kapitel 17, Vers 21) überliefert. Ein Wort auch gegen die damals weit verbreitete Vorstellung, das Reich Gottes würde mit einem riesen Spektakel auf der Erde anbrechen, mit Feuerwerk, Engelschor und triumphalem Einzug der Gerechten. Und all die Mächtigen in Politik und Gesellschaft würden sich vor Scham in den Staub werfen.

„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten kann“, sagt Jesus. Man kann es nicht zwingend sehen, aber man kann es spüren. Das ist entscheidend. Nämlich dort, wo Menschen sich gegenseitig helfen. Dort, wo Menschen sich verzeihen. Dort, wo Menschen achtsam umgehen mit den anderen wie mit sich selbst.

„Das Reich Gottes ist mitten unter euch!“ Diese großartige Verheißung gilt auch heute. Ich kann Gott spüren: in meinem Nächsten, in meinem Ehepartner, meinem Kind, meinem Nachbarn, in dem unbekannten Menschen, der mich um etwas bittet, und am Ende auch in mir.

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, sagt Jesus noch an anderer Stelle. Auch so ein wichtiger Hinweis, wo wir Gott finden können, nicht am Ende aller Tage, sondern schon jetzt, hier und heute. Eben nicht bei den Lauten und Lautstarken, sondern bei den Leisen oder Stillen. Bei denen, die nicht alles wissen oder besser wissen, sondern denen, die noch zuhören können und die noch ein Gespür dafür haben, was das Herz ihnen sagt. Und mir sagt es: Da, wo ich mein Leben mit anderen Menschen teile, wird mein Leben reich und da ist Gott ganz nahe bei mir.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de.

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17.8.2013



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