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Losung für den 23.09.2020

Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Jesaja 25,8

Wir sind bedrückt und stöhnen, solange wir noch in diesem Körper leben; wir wollen aber nicht von unserem sterblichen Körper befreit werden, sondern in den unvergänglichen Körper hineinschlüpfen. Was an uns vergänglich ist, soll vom Leben verschlungen werden. 2.Korinther 5,4

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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau:

„Du siehst mich“

Es gibt religionsübergreifend viele Namen für Gott: der liebe Gott, der Allmächtige, der Barmherzige … Das Alte Testament überliefert einen auf den ersten Blick sehr außergewöhnlichen: „Du bist ein Gott, der mich sieht“.

Wie immer prägt ein biblisches Motto den Kirchentag. 2017 lautet es: „Du siehst mich“ (1. Mose 16, 13) Wie immer prägt ein biblisches Motto den Kirchentag. 2017 lautet es: „Du siehst mich“ (1. Mose 16, 13)

Die Magd Hagar spricht ihn im 1. Buch Mose (Kap. 16, Vers 13). Die Frau ist in großer Not, in einer Lebenssituation, von der sie nicht weiß, ob sie sie überleben wird. Im Streit mit ihrer Herrin ist sie in die Wüste geflohen. Wohin soll es weitergehen? Hat sie überhaupt noch Kraft weiter zu gehen? Sie weiß es nicht.

Und dann erlebt sie, was Menschen vielleicht erst dann erleben, wenn sie an der Grenze der eigenen Möglichkeiten angekommen sind: Du bist nicht allein. Gott sieht dich. Er hat dich immer schon gesehen, auch deinen Weg in die so lebensfeindliche Wüste voller Ängste und Bedrohungen. Und jetzt ist er da und lässt dich spüren: Du fällst nicht ins Bodenlose. Ich sehe dich, ich halte dich.

„Du siehst mich“ ist wirklich ein Name für Gott. Und vielleicht einer der wichtigsten unter den vielen Versuchen von uns Menschen, Gott eine angemessene Bezeichnung zu geben. Weil er klar macht: Gott übersieht nicht. Er sieht auch nicht nur meine Fehler, mein Versagen. Gott sieht mich ganz, als Person mit allen Stärken und Schwächen. Als Mensch, der hoffen, lieben und leben will.

„Du siehst mich“  ist das Motto des Evangelischen Kirchentags kommende Woche in Berlin und Wittenberg. Die drei Worte, die auf den ersten Blick so banal klingen, sind im Kern ein Glaubensbekenntnis. Ein Bekenntnis, das unserer Welt, in der so oft weggesehen und so viele übersehen werden, gut tut. Weil es die Einsamkeit durchbricht. Von Gott gesehen zu werden, darf jeder für sich in Anspruch nehmen. Das gibt Würde, in großer Not neue Kraft und einen Horizont, der weiter reicht als jeder Mensch das ermessen kann.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

 

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20.05.2017



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