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Losung für den 17.11.2019

Die Israeliten schrien zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen. Richter 10,10

Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. Kolosser 1,13-14

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Das aktuelle "Wort zum Sonntag" aus der Rundschau

Ohne Sünde

Jeder Neuanfang braucht Vergebung, erzählt die Bibel in der Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin. Da steht die Frau am Pranger. Die Volksseele brodelt.

 

Es lohnt sich immer wieder, Bibelgeschichten neu zu lesen und auf die Details zu achten, findet Pfarrer Joachim Gerhardt (Foto: Barbara Frommann/KIrchenkreis Bonn) Es lohnt sich immer wieder, Bibelgeschichten neu zu lesen und auf die Details zu achten, findet Pfarrer Joachim Gerhardt (Foto: Barbara Frommann/KIrchenkreis Bonn)

Und Jesus, gefragt, was zu tun sei, um Strafe und Gerechtigkeit durchzusetzen, sagt: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Weit über den Anlass Ehebruch geht es um die Frage: Wie gehe ich um mit Schuld? Wie gehen wir in der Gesellschaft um mit Schuld?

Ich habe in dieser dramatischen Geschichte aus dem Johannesevangelium (Kap. 8) zwei neue Details entdeckt, die mir wichtig erscheinen. Erstens: Jesus hat gesprochen und die Menschen ziehen ab. Einer nach dem anderen. Doch zuerst gehen „die Ältesten“, heißt es. Lebenserfahrung scheint einen zu lehren, vorsichtiger mit Verurteilungen anderer zu sein. Jeder hat  vielleicht keine Leiche im Keller, sich aber in seinem Leben manch Unrat in die eigenen Scheune gefahren. Mensch, bedenke das, wenn du über andere zu Gericht sitzt!

Und das zweite Detail: Jesus kniet sich hin und schreibt in den Sand, wird erzählt. Jesus geht auf Tauchstation. Eine sinnlose Tätigkeit? Nein! Einatmen – Ausatmen. Abstand gewinnen. Schnellurteile sind selten gute Urteile. Sich einen Augenblick Zeit nehmen, durchatmen und die Dinge dann mit etwas Abstand und innerer Ruhe bewerten. Für eine gerechtere Welt brauchen wir mehr Menschen, die sie sich diesen Augenblick nehmen.

Schuld bleibt Schuld. Aber wie finde ich das  rechte Maß, sie zu beurteilen? Die Antwort finde ich nicht im Gesetzbuch. Ich finde sie in meinem Kopf und der Einsicht: Niemand ist ohne Schuld. So findet das Leben eine bessere Zukunft, für mich - und für die anderen auch.
Joachim Gerhardt

Kölnische/Bonner Rundschau Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das "Wort zum Sonntag" in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de

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28.09.2019



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